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Wöchentliche Marktberichte

Feb 10, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wochensieger US-Dollar

EUR

Wohl doch keine ökonomische Erholung in Sicht

In Deutschland scheint es zumindest mit den sogenannten „Green Shoots“, einer ersten ökonomischen Erholung, wie man sie sich Ende Januar etwa aus den verbesserten Zahlen zum Einkaufsmanagerindex der Industrie (Markit) hätte erhoffen können, nichts zu werden. Denn die deutsche Industrieproduktion enttäuschte im Dezember – nach den bereits schwachen Zahlen zum Auftragseingang tags zuvor – abermals mit einem Minus von 3,5 Prozent (ggü. Vormonat). Und weil es sich gleichzeitig um den stärksten Rückgang seit mehr als einer Dekade handelte, sehen nun Kommentatoren mancherorts Deutschland bereits wieder in eine Rezession zurückfallen.

Aber nicht nur die deutschen Zahlen zur Industrieproduktion waren am Freitag schlecht ausgefallen. Auch Frankreich, Spanien und die Niederlande hatten diesbezüglich nichts Positives zu vermelden. Ja, es dürfen Zweifel angebracht sein, ob sich die Situation für die Eurozone im ersten Quartal dieses Jahres angesichts des im Januar um sich greifenden Corona-Virus, dessen ökonomische Folgen sich noch nicht in den Daten niedergeschlagen haben, tatsächlich verbessern wird.

USD

Guter Arbeitsmarktbericht ohne echten Überraschungseffekt

Es gab am vergangenen Freitag angesichts der kleinen Korrekturen an den Aktienmärkten in den USA und hierzulande vereinzelt Stimmen, die mutmaßten, dass das Corona-Virus von den Akteuren an den Finanzmärkten wieder stärker wahrgenommen würde. Allerdings ist das angesichts der prozentual nicht steigenden Zahl der Infizierten eher unwahrscheinlich.

Aber hätte nicht auch der US-Dollar angesichts des guten US-Arbeitsmarktberichts für Januar deutlicher zulegen müssen? Tatsächlich lag der Zuwachs der Stellen im Nicht- Agrarbereich mit einem Plus von 225 Tsd. deutlich über dem von den Ökonomen prognostizierten Mittel (+165 Tsd.). Die tatsächliche Überraschung dürfte sich allerdings in Grenzen gehalten haben, da mit den am Mittwoch zuvor publizierten Zahlen der privaten Arbeitsmarktagentur ADP (+291 Tsd.) bereits ein viel höherer Referenzpunkt gesetzt wurde. Ein Referenzpunkt, der – wir berichteten darüber – wie ein mentaler Anker wirkt. So gesehen sieht die Zahl vom Freitag fast ein wenig blass aus.

Da die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne keinen Ausreißer zeitigte, beschloss der Dollar die Woche beinahe auf dem höchsten Kurs dieses Zeitraums. Dass die Aktienmärkte einen kleinen Rücksetzer hinnehmen mussten, dürfte nicht einer aufflammenden Corona-Angst, sondern eher auf (risikoaverse) Positionsglattstellungen zum Wochenende zurückzuführen sein.

  •  Der Euro beschloss die Handelswoche auf schwachem Niveau und bleibt auch in dieser ungünstigen Position, solange nun 1,1060/65 nicht mehr überwunden wird. An der Unterseite befindet sich das beste (fallende) Nachfragenniveau heute bei 1,0915.
  • Die in der vergangenen Woche gestiegene Risikofreude hat den Schweizerfranken gegenüber dem Dollar etwas unter Druck gesetzt; im Verhältnis zum ebenfalls schwachen Euro ergab sich jedoch nur eine Wochenbandbreite von 60 Stellen.

GBP

Zähe Verhandlungen

Auch das britische Pfund hat sich in der abgelaufenen Handelswoche schwach präsentiert. Einmal mehr ist nämlich deutlich geworden, dass die britisch-europäischen Handelsgespräche beschwerlich verlaufen werden und sich das Risiko, dass es womöglich überhaupt keinen Deal geben könnte, deutlich erhöht hat. Einmal mehr machte Premierminister Boris Johnson in der vergangenen Woche deutlich, dass sich Großbritannien nach der Übergangsperiode Ende des Jahres nicht den Regeln der EU unterwerfen werde. Andererseits machte etwa der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno le Maire klar, dass britische Finanzdienstleister keinen Zugang zu den EU-Märkten bekommen werden, sofern sie die EU-Regularien nicht respektieren.

  • Sterling erlitt gegenüber dem Dollar in der abgelaufenen Handelswoche den stärksten Einbruch seit den Parlamentswahlen im Dezember. Im Verhältnis zum Euro kommt dies allerdings nicht zum Ausdruck, da sich die Gemeinschaftswährung ebenfalls abgeschwächt hat.

HUF

Forint markiert Allzeittief

Die zentraleuropäischen Währungen haben sich am Freitag abgeschwächt. Am deutlichsten sichtbar wird dies am ungarischen Forint, der nach der unerwarteten Leitzinserhöhung in Tschechien am vergangenen Donnerstag gegenüber dem Euro ein neues Allzeittief markierte. Die Leitzinserhöhung der tschechischen Zentralbank steht im starken Gegensatz zu anderen Zentralbanken Europas. Kein Wunder, dass die Krone zuletzt gut nachgefragt war. Händlerangaben zufolge sollen sich nämlich Marktteilnehmer im Rahmen von Carry Trades in Forint verschuldet und dafür besser verzinsliche Valuten erworben haben. Zum Vergleich: Der Leitzins der ungarischen Nationalbank ist mit 0,9 Prozent nicht nur der niedrigste in der Region. Gleichzeitig war die Inflation in Ungarn mit 4 Prozent (angepeilt werden von der Zentralbank 3 Prozent plus einer Bandbreite von plus/minus 1 Prozent) im Dezember im Vergleich zu denjenigen von Tschechien (3,2 %) und Polen (3,4 %) auch noch am höchsten.


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