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Wöchentliche Marktberichte

Feb 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Es geht noch besser

USD

Gewöhnungsprozesse


Nun kann man sicherlich nicht behaupten, dass die Welt in Sachen Corona-Virus tatsächlich aus dem sprichwörtlichen „Schneider“ sei. Aber die Aktienmarktteilnehmer und Anleihehändler sowohl in den USA als auch hierzulande scheinen sich an die Nachrichtenlage gewöhnt zu haben. Zwar nimmt die Zahl der Infizierten und Todesfälle immer noch zu, allerdings – sofern man den Zahlen trauen kann – weiterhin eher linear denn exponentiell. Und es schien den Akteuren auch kaum etwas auszumachen, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO diesem angeblichen schnellen Durchbruch bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zur Behandlung des Virus mit großer Skepsis begegnet. Diese selektive Wahrnehmung von Informationen und Nachrichten ist insofern verständlich, als sich doch gerade viele Marktteilnehmer damit arrangiert hatten, dass man sich wieder den Grundtrends an den Finanzmärkten widmen sollte. Und zu dieser starken Risikofreude passen natürlich negative Nachrichten nicht so gut.


EUR

Einkaufsmanager-Indices überzeugen


An ökonomischen Daten gab es gestern ebenfalls Positives zu vermelden. Dazu gehörten etwa die Einkaufsmanager-Indices der Dienstleister aus der Eurozone (Markit), die sich noch etwas besser – als in der ersten Schätzung publiziert – entwickelt haben. Der aus Industrie und Dienstleistern zusammengesetzte Einkaufsmanager-Index für die Eurozone hatte sich dabei von 50,9 auf 51,3 befestigt. Diese Zahlen waren allerdings genauso wenig eine Stütze für den Euro wie die schlechter als von den Ökonomen erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze der Eurozone im Dezember. Eigentlich dürften diese „hinterherhinkenden“ Daten nicht wirklich negativ überrascht haben, da die Wachstumszahlen zur Eurozone für das vierte Quartal 2019 bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht worden waren.

ADP

Bestätigung für Donald Trump?

Auch für die USA gab es Einkaufsmanager-Indices sowohl von Markit als auch vom ISM zu begutachten. In beiden Fällen gab es eine leichte positive Überraschung. Aber den richtigen „Knaller“ vermeldete die private Arbeitsmarktagentur ADP, wonach im Januar 291 Tsd. neu geschaffene Stellen in den USA entstanden sind. Tatsächlich lagen die Erwartungen der Analysten deutlich niedriger, nämlich lediglich zwischen 137 und 230 Tsd. Damit dürften die positiven Vorgaben für den Arbeitsmarktbericht, der für Freitag erwartet wird, noch einmal steigen. Gleichzeitig bleibt die viel beachtete Prognose der Fed von Atlanta für das erste Quartal 2020 bei einem stabilen Wachstumsplus – sofern man das in dieser frühen Phase des Quartals bereits sagen kann – von annualisiert 2,9 Prozent.

  • EUR/USD hatte gestern große Mühe, sich oberhalb von 1,10 zu halten. Dessen Lage bleibt jedenfalls – innerhalb der mittelfristigen „Komfortzone“ zwischen 1,0980 und 1,1180 – angeschlagen, solange 1,1075 nicht mehr überwunden wird
  • Die abermals gestiegene Risikofreude hat sich allerdings nicht negativ auf den Schweizerfranken ausgewirkt, der gegenüber dem Euro gestern nur geringfügig nachgab

PMI

UK: PMI-Dienstleister-Index überzeugt


Dass die Wirtschaft Großbritanniens nach den Unterhauswahlen im vergangenen Dezember offenbar einen Schub erhalten hat, zeigt zumindest die Entwicklung des Einkaufsmanager-Index der Dienstleister, der gestern von Markit/CIPS gegenüber der ersten Schätzung noch einmal verbessert publiziert wurde (53,9 gegenüber 52,9). Damit dürfte nach Berechnung von Markit das britische Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2020 um etwa 0,2 Prozent steigen – die verringerten politischen Risiken haben sich anscheinend positiv auf die Geschäftstätigkeit und den privaten Verbrauch ausgewirkt. Gleichzeitig hat Sterling noch einmal zugelegt und mehr als die Hälfte des anfänglichen Wochenverlusts gegenüber dem Euro wieder wettgemacht.

PLN

Zloty und Krone profitieren von Risikofreude

Zloty und Tschechische Krone haben angesichts der abermals gestiegenen Risikofreude an den Finanzmärkten gestern noch einmal zugelegt. Das gilt insbesondere für den Zloty, der gegenüber dem Euro seit Wochenbeginn deutlich um bis zu 1,6 Prozent anziehen konnte. Daran hat auch die Sitzung des Geldpolitischen Rates der Polnischen Zentralbank nichts geändert, die den Leitzins auf seinem Allzeittief von 1,5 Prozent – wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet – beließ. Und wenn es nach Zentralbankchef Adam Glapinski geht, bekräftigte diese Entscheidung noch einmal seine Ansicht, dass die Zinsen bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahre 2022 auf diesem niedrigen Niveau bleiben werden. So äußerte Glapinski in der Pressekonferenz, er sehe die Wahrscheinlichkeit für noch niedrigere Zinsen höher als für deren Anstieg.

  • EUR/PLN bleibt unter Druck, solange unterhalb von 4,2800.


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