Wöchentliche Marktberichte

Feb 05, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Risikofreude ist zurück 

USD

Die Angst davor, etwas zu verpassen, ist größer als die Virus-Angst


Nun ist es bei weitem nicht so, dass es bei der Bekämpfung des Corona-Virus einen nennenswerten Durchbruch gegeben hätte. Aber bereits tags zuvor konnte man feststellen, dass es die Börsianer an die Aktienmärkte zurückdrängte. Und die Tatsache, dass die Zahl der Virusinfizierten in China womöglich nicht mehr überproportional, sondern eher linear anstieg, dürfte bei vielen Finanzmarktakteuren eine Art Gewöhnungsprozess an negative Virus-Nachrichten eingeläutet haben. Wir erinnern uns: Am 19. Januar trat das Corona-Virus zum ersten Mal in stärkerem Maße in den hiesigen Medien auf. Und seitdem gab es an den Finanzmärkten in Europa und den USA zwar deutliche Reaktionen, aber zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für einen Kontrollverlust oder gar eine Panik. Und nun scheint die Angst, die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends womöglich zu verpassen, größer zu sein als die vor einer sich ausweitenden Corona-Virus-Epidemie.


• EUR/USD bleibt in der unteren Hälfte seiner breitangelegten Konsolidierung zwischen 1,0980 und 1,1180 gefangen und dürfte unterhalb von 1,1030 in eine schwächere Position gedrängt werden.

USD

Rezessionsvorboten auf dem Rückzug


Ein genauerer Blick auf die US-Anleihemärkte zeigt sogar, dass der Renditeabstand der 10-jährigen Treasuries gegenüber T-Bills mit 3-monatiger Laufzeit gestern wieder leicht positiv notierte. Dies ist insofern von Bedeutung, als vielerorts ein negativer Renditeabstand als Vorbote einer Rezession in zwölf Monaten gesehen wird.
Unterdessen machte der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, deutlich, dass er aufgrund der Corona-Virus-Epidemie mit einer Verzögerung des erwarteten „Export-Booms“ nach China rechnet, der sich aufgrund des US-chinesischen Phase-Eins-Handelsabkommens eigentlich einstellen sollte. Allerdings rechne er nur mit einem minimalen negativen Einfluss auf die US-Wirtschaft.
Schließlich gab es auch noch einige ökonomische Daten zu begutachten, die jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf das Devisenkurs-Geschehen hatten. Die Rede ist zum einen vom Produzentenpreisindex des Monats Dezember für die Eurozone, der gegenüber dem Vorjahr um -0,7 Prozent wie erwartet nachgab. Zum anderen überraschte der US-Auftragseingang für die Industrie auf der positiven Seite. Allerdings wurde dieser Effekt für Dezember durch eine entsprechende November-Revision ins Negative wieder ausgelöscht.

GBP

Baugewerbe überzeugt


Während zuletzt die Meinungsverschiedenheiten zwischen Großbritannien und der EU im Handelsstreit Pfund Sterling unter Druck gesetzt hatten, gab es gestern immerhin eine Erholung gegenüber dem Euro von rund 0,4 Prozent. Grund: Die Händler schienen sich endlich auch wieder einmal mit britischen Fundamentaldaten zu befassen. Der Einkaufsmanager-Index des Baugewerbes notiert zwar immer noch unterhalb der Expansionsschwelle, war aber im Januar mit 48,6 besser als erwartet ausgefallen. Mehr noch, handelte es sich dabei doch um den stärksten monatlichen Anstieg seit fast zwei Jahren. Marktbeobachter sehen diese gestiegene Zuversicht im Zusammenhang mit der Wahl Boris Johnsons zum Premierminister im Dezember und die damit gesunkene politische Unsicherheit.

CEE

CEE-Valuten profitieren von Risikofreude


Trotz der heute anstehenden Sitzung der Polnischen Nationalbank hat sich gestern der Zloty gegenüber dem Euro markant befestigt und mit einem Tagesgewinn von 0,5 Prozent die Verluste der vergangenen Woche auf einen Schlag fast wieder vollständig wettgemacht. Nebenbei bemerkt: Von der Zentralbank wird weithin keine Veränderung des Leitzinses erwartet, zumal sich die polnische Konjunktur zuletzt verlangsamt hat. Die tschechische Krone hat im Vorfeld der am morgigen Donnerstag stattfindenden Zentralbanksitzung wie bereits an den beiden Handelstagen zuvor Boden gut gemacht. Zwar wird von der CNB keine Zinserhöhung erwartet, aber möglicherweise mit einer Verstärkung des zuletzt falkenhafteren Tenors gerechnet sowie mit vermehrten Diskussionen innerhalb des Rates der Zentralbank über eine Zinserhöhung.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.