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Wöchentliche Marktberichte

Feb 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Abverkauf trotz Liquiditätsspritze

USD

Datenlage bleibt im Schatten der Virus-Schlagzeilen

Zumindest an einem ökonomischen Indikator scheint sich seit dem Ausbruch des Coronavirus nichts geändert zu haben. Das am Freitag von der Universität Michigan veröffentlichte Konsumenten-Sentiment zeigt auf eine ersichtliche Resistenz des US-amerikanischen Verbrauchers, nachdem der Index auf ein achtmonatiges Hoch angestiegen ist. Für heute erwarten sich Marktteilnehmer neue Erkenntnisse über den Stand der größten Volkswirtschaft der Welt. Die dieswöchige Datenwelle wird die Folgen und jüngsten Sorgen bezüglich der Lungenkrankheit noch nicht widerspiegelt, da diese vor dem Ausbruch erhoben worden sind. Nichtsdestotrotz bleiben die Werkaufträge (Dienstag), der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (Mittwoch) und der so wichtige US-Arbeitsmarktbericht am Freitag von Bedeutung, auch wenn die Aufmerksamkeit stärker bei neuen Krankheitsschlagzeilen liegen wird.

EUR

Schwaches Wachstum ohne Folgen

Vor dem Wochenende veröffentlichte Wachstumszahlen bestätigen die europäische Datenschwäche des vergangenen Quartals, nachdem das Bruttoinlandsprodukt in den letzten drei Monaten 2019 um nur 0,1% gewachsen war. Das schwächste Wachstum der Eurozone seit 2013 bleibt jedoch ohne signifikante Auswirkungen für die Gemeinschaftswährung. Marktteilnehmer scheinen 2019 hinter sich gelassen zu haben und blicken nun nach vorne. Eine für den Euro positive Tatsache, da die ersten Datenveröffentlichungen des Januars leicht besser ausfielen als erwartet. Das allgemeine Risikosentiment und die Schlagzeilen rund um das Coronavirus werden wohl die treibenden Kräfte an den Märkten darstellen. Datenseitig bleiben die finale Veröffentlichung der europäischen Einkaufsmanagerindizes (heute), der Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) und der deutschen Werkaufträge am Donnerstag im Fokus.

EZB

Drei Zinsentscheidungen auf der Agenda

Gleich drei zentral- und osteuropäische Notenbanken melden sich in der ersten Woche im Februar zu Wort. Neben einer allgemeinen Lagebeurteilung der russischen, tschechischen und polnischen Währungshüter wird die Debatte um das erhöhte Inflationsniveau im Zentrum der geldpolitischen Treffen stehen. Verbraucherpreise befinden sich sowohl in Tschechischen als auch in Polen auf einem siebenjährigen Hoch, was die Notenbanken dazu gezwungen hat, mögliche Zinserhöhungen in die jüngsten Diskussionen einzubinden. Diese Möglichkeit erachten Marktteilnehmer derzeit nur in Tschechien als wahrscheinlich und schützen die Krone somit vor zu großen Abwertungen. Sollte das jüngst aufgekommene Coronavirus die tschechischen Notenbanker in ihrem Ausblick negativ beeinflusst haben, könnten diese von einer geldpolitischen Straffung absehen. Bei den russischen Zentralbankern sind sich Marktteilnehmer ebenfalls unsicher, obwohl die meisten Ökonomen von keiner weiteren Zinssenkung ausgehen, nachdem die Notenbank im vergangenen Halbjahr Lockerungen im Wert von 150 Basispunkten durchgeführt hatte.

RMB

Auswirkungen des Corona-Virus

Den Märkten fehlt es derzeit an Stabilität, trotz niedriger impliziter Volatilitäten. Insbesondere die zuletzt negativen Schlagzeilen über das Coronavirus scheinen eine dämpfende Wirkung gehabt zu haben und führen am Devisenmarkt zu Aufwertungen der Safe-Havens und Abwertungen der risikobehafteten und rohstoffabhängigen Währungen. Globale Investoren scheinen zumindest die Verkündung des internationalen Gesundheitsnotstand der Weltgesundheitsorganisation und die Liquiditätsspritze Chinas im Wert von knapp 150 Milliarden Euro positiv aufgefasst zu haben. Innerhalb der derzeit schwachen Währungen in aufstrebenden Ländern sind es jedoch die asiatischen Märkte, welche aufgrund der geografischen Nähe zu China am stärksten betroffen sind. Seit dem Ausbruch am 20. Januar mussten Währungen wie der koreanische Won (-3,12%), der thailändische Baht (-2,8%), und der australische Dollar (-2,75%) erhebliche Verluste einstecken. Diese Schwäche könnte sich eine Weile ziehen, insbesondere wenn die Wirtschaftsveröffentlichungen des ersten Quartals bestätigen, dass die chinesische Wirtschaft durch das Virus betroffen ist.


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