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Wöchentliche Marktberichte

Jan 31, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Notstand ausgerufen

EUR

Zinssenkungswahrscheinlichkeiten schießen nach oben

Die voranschreitende Ausbreitung des Coronavirus bringt die ersten geldpolitischen Implikationen in Form steigender Zinssenkungswahrscheinlichkeiten mit sich. War vor einer Woche noch kein geldpolitischer Zug der europäischen Zentralbank für 2020 eingepreist, scheint die erhöhte Nachfrage nach Absicherungen gegen eine Zinslockerung am Geldmarkt die impliziten Wahrscheinlichkeiten einer tatsächlichen Senkung auf knapp 50% gebracht zu haben. Erstaunlich ist dabei, dass die Nachfrage nach der Gemeinschaftswährung dadurch keine Delle erhalten hat. Vielmehr wertet die Währung zumindest gegenüber dem US-Dollar auf, nachdem die europäische Datenlage leicht positiv überraschen konnten. Obwohl weiterhin Vorsicht zu genießen ist, scheint das Momentum in Europa wieder leicht an Fahrt aufgenommen zu haben. Ein kompletter Trendwechsel im EUR/USD wird jedoch weiterhin von der geldpolitischen Divergenz und den möglichen realwirtschaftlichen Folgen der Lungenkrankheit limitiert.

  • Die deutsche harmonisierte Inflationsrate steigt auf Jahresbasis um 1,6% an und findet ein neunmonatiges Hoch.
  • Die Arbeitslosenquote in der Eurozone sinkt von 7,5% auf 7,4%, die niedrigste Rate seit Mai 2008.

GBP

Marktteilnehmer erwarten sich kein Aktivwerden der BoE in 2020

Die jüngste Datenverbesserung scheint den britischen Währungshütern gerade noch ausgereicht zu haben, um sich nicht zu einer Zinssenkung verleiten zu lassen. Das Pfund wertet infolgedessen erheblich gegenüber dem US-Dollar auf, kommt gegenüber dem Euro jedoch kaum vom Fleck. Und obwohl die britische Zentralbank ihre nächste Zinsentscheidung explizit an die zukünftige Wirtschaftslage bindet und sich somit eine datenabhängige Position einnimmt, lösen sich die Wahrscheinlichkeiten einer Zinssenkung für 2020 in Luft aus. Somit könnte es sein, das von nun an wieder die politischen und wirtschaftlichen Aspekte die Funktion der Wechselkurskatalysatoren übernehmen, da sich Marktteilnehmer kein Aktivwerden der Bank of England mehr versprechen.

CNH

Risikoaversion gefährdet die Erholung des Yuan

Seit genau einer Woche herrscht an den chinesischen Aktienmärkten Stille. Seit dem 23. Januar sind die Finanzmärkte in China als präventive Maßnahme weiterer Virusausbreitungen geschlossen. Nichtsdestotrotz bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin im Zentrum des Geschehens. Investoren und Analysten versuchen die Kosten und Implikationen des Krankheitsausbruchs auf die chinesische Makroökonomie und politische Lage im Land zu beurteilen. Insbesondere die erhöhte Integration Chinas in die globale Lieferkette und der weitaus größere Anteil an der Weltwirtschaft werfen Fragen auf, welche Konsequenzen die mögliche Verlangsamung Chinas auf die Eurozone haben wird. Vorerst verschafft sich die Marktunsicherheit Ausdruck in einer erneuten Abwertung des Yuan über die wichtige Grenze von USD/CNY 7,00. Im Gegensatz zu vor sechs Monaten, als die Währung zum ersten Mal die Schwellgrenze überschritten hatte, wird es dieses Mal keine diplomatischen Probleme mit Washington mit sich ziehen. Denn auch wenn sich China zu einer Währungsstabilität im Rahmen des US-China Teilabkommens verpflichtet hat, gilt diese Klausel laut Vertrag nur in Zeiten der Normalität und schließt marktbedingte Schocks aus.

TBH

Thailändischer Baht nimmt erhebliche Verluste in Kauf

Nach einer mehr als zehnprozentigen Aufwertung im vergangenen Jahr steht der thailändische Baht nun zunehmend unter Verkaufsdruck. Insbesondere vor dem Hintergrund der angeschlagenen Risikobereitschaft und der Verlangsamung Chinas geben immer mehr Investoren die thailändische Währung auf. Die Verluste seit Anfang des Jahres haben drei Prozent überschritten, wobei erst eine weitere achtprozentige Abwertung des Baht das Währungspaar EUR/THB in die Nähe des 200-tägigen gleitenden Durchschnitts bringen würde. Die Entwicklung des Wechselkurses wird in weiterer Folge stark von der Bewertung der wirtschaftlichen und tourismusbezogenen Konsequenzen des Coronavirus abhängen. Sollten diese mild ausfallen, könnte es sich für den Euro zunehmend schwieriger gestalten, an den jüngsten Gewinnen festzuhalten. Insbesondere aufgrund der touristenbedingten Nachfrage nach dem Baht und der hohen Leistungsbilanz Thailand.


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