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Wöchentliche Marktberichte

Jan 29, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ungerechtfertigte Zuversicht?

USD

Virus ohne Implikationen für die Fed?


Die US-amerikanische Notenbank ist bekannt dafür, kurzfristige Ereignisse und Unsicherheiten beiseite zu legen, um ihre Zinsentscheidungen auf Basis längerfristiger Trends und Inflationstendenzen zu treffen. Und auch wenn bei dem heutigen Treffen der Währungshüter von keiner Veränderung der geldpolitischen Haltung ausgegangen wird, bleibt die Relevanz der Zinsentscheidung aufgrund der Beurteilung der ökonomischen Folgen des Coronovirus sicherlich gegeben. Noch scheinen sich Märkte uneinig über das tatsächliche Ausmaß der Lungenkrankheit und der realwirtschaftlichen Konsequenzen zu sein. Implikationen hätte das Ganze für die Federal Reserve jedoch nur, wenn der US-amerikanische Konsument anfängt, seine Ausgaben signifikant zu reduzieren. Diesem Szenario kann zu diesem Zeitpunkt noch keine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen werden, insbesondere, da das Verbrauchervertrauen im Januar ein fünfmonatiges Hoch verzeichnen konnte.


• Der EUR/USD konnte sich aufgrund der leichten Entspannung der Investoren marginal festigen, weist jedoch weiterhin negative Tendenzen auf, solange das Währungspaar unterhalb der Barriere 1,1030 notiert.
• Sollte sich der Fed-Präsident Jerome Powell bei der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung unerwartet pessimistisch zeigen, könnte sich das Währungspaar leicht aufwerten.

EUR

Wie lange toleriert die SNB noch die Franken-Höhenflüge?


Nach dem Erreichen eines neuen 32-monatigen Tiefstands scheint sich der EUR/CHF wieder auf die Beine gekämpft zu haben und verzeichnet die größte tägliche Aufwertung der vergangenen zwei Monate. An den allgemein schwachen Tendenzen scheint sich jedoch weiterhin nichts geändert zu haben. Insbesondere die fehlende Bereitschaft zur Währungsintervention seitens der schweizerischen Notenbank verblüfft die Marktteilnehmer. Da die ersten Abkühlungserscheinungen bei den Schweizer Exporten an die Oberfläche geraten, stellt sich nun jedoch die Frage, wie weit der Franken noch aufwerten kann, bis die Zentralbank wieder das Ruder übernimmt. Eine nachhaltige Lockerung der Stimmungslage an den Märkten könnte der SNB gelegen kommen. Sollte die Ausbreitung des Coronavirus jedoch keine Verlangsamung aufweisen, bleibt eine Intervention in Form neuer Franken-Ankäufe oder gar einer Zinssenkung der Notenbank nicht auszuschließen.

EZB

Wie wahrscheinlich ist eine geldpolitische Wende?


Auch ohne eine substanzielle Veränderung der eigenen Geldpolitik scheint die gestrige Zinsentscheidung der ungarischen Währungshüter Aufmerksamkeit erregt zu haben. Zum ersten Mal seit Juni 2019 scheint die Zentralbank die jüngsten Inflationsentwicklungen als kritisch bewerten zu haben, nachdem die Teuerungsrate im Dezember ein siebenjähriges Hoch gefunden hatte. Sollte sich der inflationäre Druck in den nächsten Monaten nicht stabilisieren, könnte sich die Zentralbank trotz der anhaltenden externen Risiken zu einer Zinsstraffung gezwungen sehen. Eine Erhöhung der Leitzinsen wird von Geldmärkten (Termingeschäften) bis zum Ende des Jahres indiziert. Die gestrige Abwertung des Forints auf ein neues Allzeittief jenseits der 338,00 verrät jedoch, dass nicht alle Marktteilnehmer diese Erwartungen teilen.


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