Wöchentliche Marktberichte

Jan 27, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eskalationsgefahr

USD

Keine Zinsveränderung der Fed erwartet

Der jüngste Optimismus bezüglich der Entspannung an der geopolitischen Front und der Unterzeichnung des US-China Teilabkommens scheint sich noch nicht ganz in der Datenlage widerzuspiegeln. Insbesondere der angeschlagenen US-amerikanische Industriebranche fehlt es derzeit an positivem Momentum, wie die am Freitag veröffentlichten Markit Einkaufsmanagerindizes aufzeigen. Die breitere Konjunktur und insbesondere der genau beobachtete US-Konsument scheinen durch die jüngsten Lockerungen der Fed jedoch deutlich entlastet worden zu sein. Eine weitere Zinssenkung gilt laut Geldmärkten für praktisch ausgeschlossen. Somit könnte sich der Fokus von der eigentlichen Zinsentscheidung zu Fragen bezüglich der neuerlichen Bilanzexpansion verlagern.

EUR

Abwärtstrend hält weiter an

Die am vergangenen Donnerstag durch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank ausgelöste Abwärtsbewegung des Euro konnte auch am Freitag Fuß fassen. Die erwartete konjunkturelle Erholung der Eurozone brachte mit den am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes ebenfalls keine eindeutige Bestätigung. Der Index für das verarbeitete Gewerbe steigt zwar marginal an. Der Gesamtindikator, als auch das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungssektor müssen jedoch Verluste zum Vormonat einstecken. Die deutsche Industrie verzeichnet trotz leichter Verbesserung die zwölfte monatliche Kontraktion infolge. Der Rücksetzer der vergangenen Tage macht den EUR/USD anfällig für weitere Verluste, solange sich das Währungspaar unterhalb der 1,11 befindet. Ein Unterlaufen der 1,0980 könnte dabei Potenzial bis 1,0940 entfalten. Den datenseitigen Anfang macht die heutige Veröffentlichung des deutschen Ifo Geschäftsklimas, welches am Dienstag durch das Verbrauchervertrauen gefolgt wird.

CEE

Ansteckungsgefahr für CEE-Währungen?

Der deutlich reduzierte Appetite für risikobehaftete Währungen scheint auch in Zentraleuropa Fuß gefasst zu haben. Die erneute Kapitalverlagerung in Safe-Haven-Währungen kurz vor dem Wochenende führt sowohl den polnischen Zloty, als auch die tschechische Krone marginal nach unten. Auch die kurzfristig überbewertete Position der beiden Währungen bot Investoren einen weiteren Verkaufsgrund. Da der regionale Fokus in dieser Woche bei den Datenveröffentlichungen für die ungarische Volkswirtschaft liegen wird, bleiben der Zloty und die Krone von den globalen Gegebenheiten dominiert. Neben den Löhnen und der Arbeitslosenquote wird das geldpolitische Treffen der ungarischen Währungshüter Interesse auf sich ziehen. Denn obwohl sich Marktteilnehmer keinen Richtungswechsel der Zentralbank erwarten, wird darauf geachtet werden, ob die jüngste Talfahrt der eigenen Währung Aufmerksamkeit erregen und Konsequenzen mit sich ziehen wird.

GBP

Zinssenkungswahrscheinlichkeit bei 55%

Die konservative Mehrheit im britischen Parlament sorgte für eine rasche Bestätigung der Gesetzesvorlage, welche Großbritannien am 31. Januar nun offiziell aus der Europäischen Union führen wird. Aufgrund des unspektakulären Ereignisses war es somit erneut die britische Datenlage, auf welche sich Marktteilnehmer fokussieren konnten. Nicht nur scheint der heimische Arbeitsmarkt erneut positive Signale von sich zu geben. Auch das britische Geschäftsklima und die Stimmung unter den Top-Managern im Land scheint sich zunehmend optimistisch zu gestalten. Die Meinungen der Marktteilnehmer bezüglich der nächsten Zinsentscheidung bleiben weiterhin gespalten. Geldmärkte preisen eine 55-prozentige Zinssenkungswahrscheinlichkeit ein, nachdem es vor einer Woche noch 72% waren. Somit bleibt die Frage offen, ob die nun letzte Zinsentscheidung des noch amtierenden Zentralbankpräsidenten, Markt Carney, am Donnerstag mit der ersten Lockerung seit 2016 enden wird.


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