Wöchentliche Marktberichte

Jan 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Neue Beurteilung der globalen Industrie

EZB

Randbemerkung sendet den Euro auf Talfahrt

Die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank endet wie zu erwarten war ohne signifikante Veränderung der eigenen Geldpolitik. Im Rahmen des Anleihenkaufprogramms (APP) wird die Europäische Zentralbank auch weiterhin monatliche Staatsanleihenkäufe im Wert von 20 Milliarden Euro tätigen. Ein für den Devisenmarkt relativ unspektakuläres Ereignis nimmt gegen Ende der Pressekonferenz eine unerwartete Wende, nachdem die EZB-Chefin Christine Lagarde angekündigt hatte, den Klimawandel in die geldpolitische Überlegung der Notenbank einzubeziehen. Marktteilnehmer interpretierten die Aussage als "dovish (expansiv)", da dies zu neuen Stimuluspaketen führen könnte und senden den Euro auf ein neues Jahrestief bei 1,1035.

USD

Globale Faktoren als USD-Treiber

Obwohl der US-Dollar diese Woche aufgrund der gesundheitlichen Sorgen in China und der Zinsentscheidungen in diversen Ländern nicht im Rampenlicht stand, schien die Attraktivität der Währung auch weiterhin bestehen zu bleiben. Daran konnte auch der gestern veröffentlichte Conference Board Leitindikator nicht rütteln, welcher aufgrund des anhaltend schwachen Industriesentiments in fünf der letzten sechs Monate gefallen war. Sollten die heute bevorstehenden Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone und die Vereinigten Staaten auf eine fehlende Erholung des verarbeitenden Gewerbes verweisen, könnte sich der US-Dollar aufgrund seiner Safe-Haven-Funktion erneut festigen.

EUR

Skepsis der Investoren sendet den Franken auf Höheflüge

Wenn sich der Präsident der Schweizerischen Notenbank (SNB) zu Wort meldet, verheißt das an normalen Tagen nichts Gutes für den Franken. Über das vergangene Jahr führten die wiederholten Bestätigungen der Notwendigkeit der Negativzinsen und die Interventionsbereitschaft Thomas Jordans meist zu positiven Bewegungen im EUR/CHF. Gestern war nicht so ein Tag. Denn obwohl der Zentralbanker die heimische Währung weiterhin als überbewertet und die Risiken tendenziell nach unten geneigt sieht, scheinen die Märkte der SNB die Bereitschaft zur weiteren Franken-Schwächung nicht mehr ganz abzunehmen. EUR/CHF bricht infolgedessen die Unterstützung bei 1,0730 und findet ein neues 33-monatiges Tief. Der Schweizer Franken nimmt nun das Tief vom Juni 2016 und Januar 2017 bei 1,0630 ins Visier, ein Szenario, welches durch ein schwaches Ergebnis bei den heutigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland Bestätigung erhalten könnte.

RMB

Expansiver Richtungswechsel zu erwarten?

Die anhaltende Sorge um die Eskalation des Coronovirus in China und die damit begleitete Risikoaversion an den Märkten macht auch den Ölpreisen zu schaffen. Insbesondere der kanadische Dollar bekommt den Preisabfall zu spüren, da die kanadische Ökonomie durch einen hohen Exportanteil an Öl signifikant von den Rohstoffpreisen abhängig bleibt. Und obwohl sich die kanadische Notenbank am Mittwoch für keine Veränderung des Zinsniveaus entschieden hat, wurde die mögliche Zinslockerung im Verlauf des Jahres nicht ausgeschlossen. Geldmärkte legen die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis April auf 50%. Ob diese Erwartungen an Fahrt aufnehmen können, wird ebenfalls von den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen abhängen.


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