Wöchentliche Marktberichte

Jan 08, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Dollar-Käufer übernehmen das Ruder

USD

US-Konsument kompensiert die Schwäche in der Industrie

Der Konsument trägt derzeit die Last der gesamten US-amerikanischen Volkswirtschaft, insbesondere angesichts der anhaltenden Rezession des verarbeitenden Gewerbes. Der gestern von dem Institute of Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor verzeichnet im Dezember einen Anstieg von 53,9 auf 55,0. Der Sub-Index, welcher die Gesundheit des Arbeitsmarktes widerspiegelt, sinkt jedoch marginal. Dies sollte das am Freitag veröffentlichte US-Jobwachstum jedoch nicht in Gefahr bringen.

EUR

Europäische Inflation auf fünfmonatigen Hoch

Obwohl der marginale Inflationsanstieg im Dezember keinen wirklichen Grund zum Jubeln geben sollte, scheint zumindest die Talfahrt der europäischen Teuerungsrate ein Ende genommen zu haben. Mit einem jährlichen Wachstum von 1,3 Prozent findet die Inflation sogar ein fünfmonatiges Hoch. Signifikante Implikationen kommen für die europäischen Währungshüter dabei nicht heraus.

• Angesichts des angeschlagenen Marktsentiments erleidet der EUR/USD einen Rücksetzer und unterläuft die Unterstützung bei 1,1180. Der seit Oktober anhaltende Aufwärtstrend bleibt jedoch intakt, solange das Währungspaar oberhalb der 1,11 notiert.

• Die jüngsten Marktunsicherheiten treiben den EUR/CHF nach einer sechstägigen Talfahrt auf ein neues 23-monatiges Tief, nachdem die Unterstützung bei 1,0820 unterlaufen worden war.

• Als datenseitige Impulsgeber könnten sich am heutigen Handelstag die deutschen Werkaufträge herausstellen, welche von dem privaten US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht gefolgt werden.

PLN

Polnische Inflation reißt sich los, Fokus nun auf der Zentralbank

Ein straffer Arbeitsmarkt und jahrelang konstant zunehmende Löhne lassen die polnische Inflation auf ein siebenjähriges Hoch ansteigen. Die gestern veröffentlichten Verbraucherpreise steigen im Dezember auf Jahresbasis um 3,4 Prozent an, nachdem die Teuerungsrate im Januar 2019 noch bei 0,9 Prozent gelegen war. Marktteilnehmer gehen jedoch weiterhin von keiner Zinssenkung bei dem heutigen Treffen der polnischen Währungshüter aus.

• Die polnische Währung kann von dieser Implikation nicht profitieren, da der erhöhte inflationäre Druck die Attraktivität der Währung reduziert und die Dollar-Stärke des gestrigen Handelstages jegliche Aufwertungsversuche verhinderte.

• Der Zloty bleibt trotz der gestrigen Abwertung in Nähe des 14-monatigen Hochs (4,2320) und weist positive Tendenzen auf, solange sich EUR/PLN unterhalb der Grenzschwelle 4,27 befindet.

AUD

Australisches Buschfeuer und die realwirtschaftliche Implikation

Bei dem seit Oktober wütenden Buschfeuer in Australien könnten Schätzungen zufolge mehr als 480 Millionen Tiere und 25 Menschen ums Leben gekommen sein. Nun zeigen sich auch erste realwirtschaftliche Folgen, nachdem das Konsumentenvertrauen im Dezember auf den geringen Wert in mehr als vier Jahren fällt. Auch die fehlenden positiven Ergebnisse der drei Zinssenkungen des letzten Jahres und diverse Steuerermäßigungen konnten die schwachen Einzelhandelsumsätze bislang nicht wiederbeleben. Dies könnte die Währungshüter zu weiteren Lockerungsversuchen verleiten.

• Inmitten der ebenso angespannten geopolitischen Lage wertet der australische Dollar gegenüber dem Euro den dritten Tag infolge ab, nachdem der EUR/AUD von der psychologischen Unterstützung bei 1,60 abgeprallt war.


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