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Wöchentliche Marktberichte

Dez 03, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Handelskrieg weitet sich aus

USD

EUR USD (1,1075)
Nach einer rekordtiefen Volatilität in der letzten Woche scheint der Devisenmarkt am gestrigen Handelstag wieder an Fahrt aufgenommen zu haben. Sowohl die Datenveröffentlichungen, als auch die Entwicklungen an der globalen politischen Bühne können dafür verantwortlich gemacht werden. Insbesondere die enttäuschenden Daten aus den Vereinigten Staaten und neue US-Zollankündigungen gegen Brasilien und Argentinien schwächen den Dollar und hauchen der europäischen Gemeinschaftswährung  wieder Leben ein. Dabei verzeichnet das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe einen wiederholten Rücksetzer und befindet sich laut den gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes weiterhin in der Kontraktion. Die Neuaufträge hat es besonders mitgenommen, welche sich mit einem Wert von 47,2 erneut auf dem geringsten Niveau seit 2009 befinden. Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf den gleichen Indikator für den Dienstleistungssektor, welcher am Mittwoch veröffentlicht wird.

Die gestrige Bestätigung der weiterhin negativen US-Geschäftsentwicklung überschattet jegliche negativen Einflüsse der Groko-Krise in Deutschland. Marktteilnehmer scheinen die Debatte um die Führung an der deutschen politischen Spitze noch als keine unmittelbare Last für die Gemeinschaftswährung zu betrachten und lassen die gestrige Aufwertung zu. Dass das deutsche verarbeitende Gewerbe trotz leichter Verbesserung weiterhin im negativen Bereich verweilt, scheint kaum einen Einfluss auf das Währungspaar ausgeübt zu haben. Somit verzeichnet der Euro die größte tägliche Aufwertung seit mehr als drei Monaten und steht nun vor der Barriere bei 1,11. Die Aufwärtsbewegung wird aufgrund einer fehlenden heutigen Datenlage mit den Veröffentlichungen der USA am Mittwoch und Freitag stehen oder fallen. An der Unterseite bleibt 1,1045 nun die erste Verteidigung des Niveaus 1,10.

CHF

EUR CHF (1,0990)
Die Gemütslage an den Finanzmärkten bleibt weiterhin wechselhaft. Marktteilnehmer hinterfragen weiterhin die Fortschritte bei den Handelsgesprächen und die Gesundheit der globalen Volkswirtschaft. Zwar gibt es an beiden Fronten zunehmend positive Entwicklungen, welche eine Verlagerung in risikoreiche Währungen rechtfertigen würden. Diese Annahme bleibt aufgrund der gemischten Datenlage weiterhin unbestätigt und von den anstehenden Veröffentlichungen abhängig. Der Euro muss nach einer zweiwöchigen Rally leichte Verluste einstecken, hält sich jedoch über dem Niveau bei 1,0970. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte zu Bewegungen bis 1,09 führen, wobei an der Oberseite 1,1050 die mittelfristige Barriere darstellt.

GBP

EUR GBP (0,8555)
Wie wahrscheinlich ist eine mehrheitlich konservative Führung im Parlament? Diese Frage bestimmt seit zwei Wochen die Bewegungen des britischen Pfunds. Gestern veröffentlichte Umfragen scheinen die Führung der Partei um Boris Johnson leicht nach unten geschraubt zu haben, was in einer Abwertung des Pfunds resultierte. Ein Parlament in der Schwebe – eine Situation in der keine Partei die absolute Mehrheit besitzt – wäre das schlechteste Szenario für Investoren und könnte die britische Währung in Richtung 0,88 abwerten lassen.

PLN

EUR PLN (4,2870)
Die weiterhin anhaltende Kontraktion des polnischen verarbeitenden Gewerbes scheint keinen wirklichen Einfluss auf den Wechselkurs gehabt zu haben. Die über das Wochenende veröffentlichten Wirtschaftsdaten für die chinesische Volkswirtschaft fielen nämlich deutlich besser aus als erwartet und überschatten fürs Erste jegliche Sorgen einer regionalen Verlangsamung. Der polnische Zloty kann von dem Risikosentiment profitieren und durchbricht aufgrund der größten täglichen Aufwertung seit August die Unterstützung bei 4,30.

HUF

EUR HUF  (332,00)
Der ungarische Forint stellt in diesem Jahr die schwächste Währung der Region dar und hält somit das größte Potenzial inne, von positiven globalen Nachrichten zu profitieren. Die deutliche Datenverbesserung in China beschert dem Forint die dritte tägliche Aufwertung infolge und führt zu einer kurzfristigen Pause des Abwärtstrends. Nachhaltig bleibt das Niveau um 327,90 eine mittelfristige Unterstützung für den Euro, solange die ungarischen Währungshüter ihre expansive Geldpolitik nicht überdenken.

CZK

EUR CZK  (25,550)
Das zentraleuropäische Währungspaar bleibt weiterhin ohne ein wirkliches Momentum in der Bewegungsspanne zwischen 25,47 und 25,61 gefangen. Obwohl sich das verarbeitende Gewerbe mit einem PMI von 43,5 weiterhin in Nähe des 10-jährigen Tiefs (43,1) befindet, bleibt die straffe Haltung der Zentralbank eine Stütze für die Krone.


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