Wöchentliche Marktberichte

Nov 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Steht uns eine Einigung bevor?

USD

EUR USD (1,1050)
Die mit Anspannung beobachteten US-China Handelsgespräche kommen voran und scheinen auf täglicher Basis neue Fortschritte zu verzeichnen. Dabei könnten im Rahmen des derzeit verhandelten Teilabkommens die im September auferlegten US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von 125 Milliarden US-Dollar zurückgefahren werden. Die anfänglichen Äußerungen eines Sprechers des chinesischen Handelsministeriums bezüglich der Einigung über die prinzipielle Rücknahme von Importzöllen wurde von der US-amerikanischen Seite bestätigt. Und obwohl es für den schrittweisen Zollabbau noch keinen bekannten Zeitplan gibt, scheint sich der Nato-Gipfel am 04. Dezember in London als perfekte Gelegenheit für die Unterzeichnung des Teilabkommens herauskristallisiert zu haben.

Der durch die Handelsfortschritte entfachte Optimismus scheint dabei noch keine unmittelbaren realwirtschaftlichen Erholungen mit sich gebracht zu haben. Diese Annahme stützt zumindest die deutsche Industrieproduktion, welche jegliche Hoffnungen auf eine vorzeitige Stabilisierung der Industriebranche im Keim erstickt. Die Produktion sinkt im September wiederholt auf ein mehr als zweijähriges Tief und verzeichnet einen 0,6-prozentigen monatlichen Fall. Auf einer Jahresbasis ergibt sich ein Verlust von knappen 4,3 Prozent, was die derzeitige Rezession in der deutschen Industrie untermauert.

Die Gemeinschaftswährung wird derzeit von der Dollar-Stärke überwältigt und verzeichnet die vierte tägliche Abwertung infolge. Der seit Anfang Oktober anhaltende Aufwärtstrend des Paares wurde im Rahmen des Rücksetzers gebrochen und lässt den Euro verwundbar zurück. Kurzfristig scheint der Weg des geringsten Widerstandes nun nach unten zu führen, wobei erst ein Unterlaufen der Unterstützungen 1,1030 und 1,10 zu Potenzial bis 1,0920 führen könnten.

CHF

EUR CHF (1,0995)
Die gestrigen Nachrichten einer möglichen Einigung über die Rücknahme bestehender Zölle im US-China Handelskrieg retten den Euro vor dem Unterlaufen der Unterstützung 1,0970. Denn obwohl die Gemeinschaftswährung nochmals einen deutlichen Rücksetzer gegen den US-Dollar verzeichnen musste, scheint das momentane Marktsentiment gegen den Schweizer Franken zu arbeiten. Eine beidseitig fehlende Datenlage belässt die Aufmerksamkeit an den US-China Handelsentwicklungen und neuen Kommentaren hochrangiger Offizieller.

GBP

EUR GBP (0,8630)
Die britische Zentralbank signalisiert zum ersten Mal in diesem Jahr die klare Bereitschaft, das Zinsniveau bei einem weiteren wirtschaftlichen Schwächeanfall zu senken. Auch die im Rahmen des geldpolitischen Treffens veröffentlichten Prognosen zeigen ein deutlich abgeschwächtes Wirtschaftswachstum, hervorgerufen durch die externen Risiken und Brexit-Unsicherheiten. Signifikante Bewegungen des Währungspaares bleiben jedoch aus und untermauern die derzeitige Irrelevanz wirtschaftlichen Neuigkeiten, aufgrund der Dominanz politischer Entwicklungen.

PLN

EUR PLN (4,2600)
Die Risikoaversion scheint sich in den letzten Wochen temporär stabilisiert zu haben und treibt die Aufwärtsbewegung im polnischen Zloty an. Marktteilnehmer ignorieren dabei die gestern veröffentlichten Wirtschaftsprognosen der Europäischen Kommission, welche eine Abkühlung der polnischen Volkswirtschaft andeuten. Das Währungspaar scheint die Bewegungsspanne zwischen 4,2460 und 4,26 mit der gestrigen Abwertung untermauert zu haben und wartet nun auf externe Impulsgeber.

HUF

EUR HUF  (332,60)
Der Forint kann derzeit nicht von dem verbesserten Risikosentiment profitieren und wird von der Dollar-Stärke überwältigt. Die Veröffentlichungen der ungarischen Inflation, Industrieerträge und der Handelsbilanz werden zwar neue Einsichten in die zentraleuropäische Volkswirtschaft bringen, bleiben für die kurzfristige Bewegung des Paares voraussichtlich ohne größere Bedeutung. Ein weiterer Schwächeanfall des Forints könnte zu Potenzial bis zum Referenzpunkten 334,50 führen.

CZK

EUR CZK  (25,535)
Blickt man auf die Bewegung der Krone, könnte es so scheinen, als hätte die gestrige Zinsentscheidung nie stattgefunden. Dabei lassen die Währungshüter das Zinsniveau konstant, agieren jedoch gegen die Empfehlungen der eigenen Ökonomen, welche eine Zinsstraffung empfohlen hätten. Aus den hauseigenen Prognosen ist auch herauszulesen, dass die Volkswirte einen Anstieg der Inflation und eine marginale Aufwertung der Krone prognostizieren. Und obwohl die Zinsentscheidung nicht einstimmig war – zwei Zentralbanker befürworteten eine Erhöhung – gehen von Reuters befragte Ökonomen von einem konstanten Zinsniveau bis zum Ende des Jahres 2020 aus. Somit bleiben tschechische Zinsentscheidungen weiterhin ein mit Anspannung erwartetes Ereignis.


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