Wöchentliche Marktberichte

Nov 05, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Risk-on Sentiment überwiegt

USD

EUR USD (1,1130)
Das verbesserte Risikosentiment führt zu einem positiven Start in die Handelswoche und treibt die Finanzmärkte nach oben. Die gestrigen Datenveröffentlichungen konnten dabei nur teilweise dazu beitragen. Denn obwohl die europäische Volkswirtschaft die Schätzungen leicht übertreffen konnte, bleibt die US-amerikanische Datenlage nach einem starken Arbeitsmarktbericht am Freitag enttäuschend. Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Rezession des verarbeitenden Gewerbes in den USA, genossen die neuen Werkaufträge eine hohe Relevanz. Diese sorgen jedoch für wenig Freude unter den Marktteilnehmern, nachdem die Neuaufträge im September um 0,6 Prozent fallen und somit die stärkste Kontraktion in vier Monaten verzeichnen.

Dass sich der US-Dollar trotz der gestrigen Schwäche wieder leicht gegenüber dem Euro fangen konnte, lag an den positiven Entwicklungen an der Handelsfront und der Hoffnung auf ein Zustandekommen des Teilabkommens. Der US-Handelsminister Wilbur Ross äußerte sich dabei positiv über den Gesprächsverlauf mit China und scheint die derzeitigen Hindernisse für überwindbar zu halten. Dies führte in Verbindung mit den zuletzt angenehmen Worten des US-amerikanischen Präsidenten und des chinesischen Vize-Präsidenten zu einer neuen Lagebeurteilung im Handelskrieg. Der Nachrichtenagentur Thomson Reuters zufolge, gehen Analysten der Investmentbank Goldman Sachs nun nicht mehr von einer Zollerhöhung in dem nächsten Jahr aus. Ob einige Importzölle jedoch wieder rückgängig gemacht werden, bleibt weiterhin offen. Das weiße Haus soll berichten zufolge an einer möglichen Zollreduktion tüfteln, bei der chinesische Waren im Wert von 112 Milliarden US-Dollar befreit werden würden.

Das Währungspaar durchbricht zwar den fünfwöchigen Aufwärtstrend mit dem Unterlaufen der Unterstützung bei 1,1130. Positive Tendenzen bleiben jedoch weiterhin bestehen, solange das Paar oberhalb des Niveaus 1,1070 notiert. Ein konsequenter Fall könnte Potenzial bis 1,1040 (50-1D Moving Average) und 1,10 entfalten. Aufseiten neuer Datenveröffentlichungen bleibt nur der US-Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor von Bedeutung, welcher zeigen wird, ob die neuerliche Industrieschwäche auf den Konsumenten übergegangen ist.

CHF

EUR CHF (1,1005)
Die besser als erwarteten europäischen Datenveröffentlichungen scheinen den Euro vor keiner Abwertung verschont zu haben. Die Verluste am gestrigen Handelstag bleiben jedoch überschaubar und werden sofort wieder rückgängig gemacht, nachdem sich der US-Handelsminister, Wilbur Ross, über die positiven Entwicklungen mit seinen Gesprächspartnern aus China und der Europäischen Union äußerte. Die derzeitige Bewegungsspanne mit der Untergrenze 1,0975 bleibt durch die gestrigen Geschehnisse jedoch unverändert.

GBP

EUR GBP (0,8640)
Mit der deutlich reduzierten Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits und den Neuwahlen noch fünf Wochen entfernt, fängt die Woche für das Pfund etwas ruhiger an. Und obwohl das Baugewerbe laut den gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes den sechsten Monat infolge sinkt, bleibt die Volatilität im Pfund aus. Allzu hohe Schwankungen bleiben derzeit für politische Entwicklungen bestimmt und können aufgrund der momentan fehlenden Datenrelevanz nicht von neuen Wirtschaftsveröffentlichungen induziert werden.  Marktteilnehmer warten weiterhin auf einen Ausbruch des Währungspaares aus der Bewegungsspanne zwischen 0,8580 und 0,8660 um richtungsweisende Positionen einzunehmen.

PLN

EUR PLN (4,2685)
Nun sind die realwirtschaftlichen Folgen des US-China Handelskriegs auch in Polen angekommen. Laut dem gestern veröffentlichten IHS-Einkaufsmanagerindizes befindet sich das polnische verarbeitende Gewerbe auf einem 10-jährigen Tief. Die Sub-Indizes für die Neuaufträge, als auch die verzeichneten Exporte weisen dabei die schwächsten Wachstumsraten seit der globalen Finanzkrise auf und drücken den Gesamtindikator nach unten. Der Vormarsch des Zloty wurde vorerst gestoppt und so verweilt das Währungspaar, nach der größten Aufwertung seit Ende September, wieder im Bereich zwischen 4,26 und 4,27.

HUF

EUR HUF  (329,25)
Auch bei dem sechsten Versuch, gelingt es dem Forint nicht, das psychologische Niveau bei 328,00 signifikant zu durchstoßen. Dass sich das ungarische verarbeitende Gewerbe als eines der weltweit wenigen in keiner Rezession befindet, scheint dem Forint somit noch keinen Rückenwind verschafft zu haben. Zwar befindet sich der Einkaufsmanagerindex mit einem Wert von 51,9 weiterhin unterhalb des langfristigen monatlichen Durchschnitts von 52,4. Dennoch bleibt das ungarische Gewerbe als einziges in der Region oberhalb der 50-Marke, welche die Expansion von der Kontraktion trennt.

CZK

EUR CZK  (25,525)
Die am Donnerstag stattfindende tschechische Zinsentscheidung könnte neue Einblicke in die Geldpolitik der Währungshüter verschaffen. Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einem konstanten Zinsniveau bis Ende 2020 aus. Von den vierzehn Analysten scheinen fünf jedoch von einer Zinssenkung im dritten Quartal des nächsten Jahres auszugehen. Dies wird stark von den externen Gegebenheiten, insbesondere der volkswirtschaftlichen Erholung Deutschlands abhängen. Derzeit könnte eine weiterhin erhöhte Inflation eine Lockerung der Zinsen verhindern.


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