Wöchentliche Marktberichte

Nov 04, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wochenausblick

USD

EUR USD (1,1170)
Der Fokus lag in der vergangenen Woche trotz der Veröffentlichung des europäischen Bruttoinlandsprodukts ganz bei der US-amerikanischen Volkswirtschaft. Und obwohl das datenseitige Fazit der Woche positiv für die größte Ökonomie der Welt ausfällt, bleibt die neuerliche Schwäche des US-Dollars aufrechterhalten. Dabei scheinen das besser als erwartete Wirtschaftswachstum im dritten Quartal (1,9 Prozent) und das positive Ergebnis des US-Arbeitsmarktberichts (125 Tausend neue Jobs hinzugefügt) keine wirkliche Nachfrage nach dem Dollar generiert zu haben. Vor dem Hintergrund eines positiven Risikosentiments an den Märkten, der dritten Zinssenkung der Fed infolge und den neuerlichen Interventionen der Zentralbank am Geldmarkt scheinen die Gegebenheiten nun dem Euro einen Rückenwind zu verschaffen. Dass sich das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe, wie bei der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes zu sehen, weiterhin im negativen Bereich befindet, bleibt natürlich ein limitierender Faktor für den Dollar.

Auch in dieser Woche bleiben ohne angesetzte Handelsgespräche zwischen China und den USA die Datenveröffentlichungen die Haupttreiber des EURUSD. Im Fokus stehen dabei für die Eurozone die heute und morgen veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMI), die deutschen Werkaufträge und Einzelhandelsumsätze am Mittwoch. Aufseiten der US-amerikanischen Volkswirtschaft stehen der ISM Index für den Dienstleistungssektor (Dienstag) und der Michigan Sentiment-Index (Freitag) an der Tagesordnung.

Die Gemeinschaftswährung hat es souverän geschafft, sich in die obere Hälfte der monatlichen Bewegungsspanne zurückzukämpfen. Diese Aufwärtsbewegung kann jedoch lediglich auf die Schwäche im US-Dollar zurückgeführt werden. Kurz- bis mittelfristig bleibt das Risiko einer europäischen Rezession trotz eines besser als erwarteten Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal aufrechterhalten und mindert eine zu hohe Aufwertung des Euro. Sollte im Verlauf der Erholungsversuche die Barriere 1,1180 durchbrochen werden, muss das Niveau 1,1210 überwunden werden, um eine bullische Fortsetzung der Bewegung zu signalisieren.

CHF

EUR CHF (1,1017)
Die Negativzinsen und Währungsinterventionen bleiben eine gerechtfertigte Maßnahme, um die Attraktivität des Schweizer Franken zu dämpfen. Dieser Meinung scheint nicht nur das Zentralbankmitglied Martin Schlegel zu sein. Auch der SNB-Präsident, Thomas Jordan, scheint diese Auffassung zu teilen und bestätigt in einem am Sonntag gehaltenen Interview die Bereitschaft, die Zinsen weiter in den negativen Bereich zu drängen. Das Währungspaar scheint jedoch genauso wie von den neuesten Veröffentlichungen und geopolitischen Entwicklungen von der Nachricht unberührt und verweilt seit vier Wochen in einem engen Korridor (0,65%) zwischen 1,0960 und 1,1050.

GBP

EUR GBP (0,8630)
Neue Umfragen scheinen die Führungsposition der konservativen Partei bei den im Dezember stattfindenden Wahlen erneut bestätigt zu haben. Trotzdem soll die Partei rund um Boris Johnson, Berichten zufolge, die Drohung eines No-Deal Brexits aus dem Parteimanifest streichen, um die mögliche Stimmenanzahl zu maximieren. An der Datenfront werden die Einkaufsmanagerindizes und Einzelhandelsumsätze am Dienstag die größte Aufmerksamkeit genießen. Abgesehen von den Datenveröffentlichungen bleiben die Zinsentscheidung der britischen Notenbank am Donnerstag und die Veröffentlichung des Herbstbudgets der Regierung am Mittwoch ein möglicher Volatilitätstreiber im Pfund. Ob die enge Bewegungsspanne zwischen 0,8570 und 0,8660 brechen wird, bleibt somit weiterhin offen.

PLN

EUR PLN (4,2510)
Die polnische Teuerungsrate sinkt den zweiten Monat infolge (2,6 Prozent) und kühlt so von dem im Juli gesetzten 10-jährigen Hoch bei 2,9 Prozent ab. Dies wird die geldpolitische Entscheidung der Zentralbank am Mittwoch um einiges vereinfachen, da die Inflationsabkühlung wohl zu einem konstanten Zinsniveau führten wird. Davor wird den Währungshütern der heute veröffentlichte Einkaufsmanagerindizes einen letzten Einblick in das heimische verarbeitende Gewerbe liefern, von dem eine leichte Erholung zu erwarten ist. Von genauso hoher Relevanz werden für den Zloty jedoch die Brexit-Entwicklungen sein, welche der polnischen Währung in Verbindung mit einem positiven Risikosentiment zu einem dreimonatigen Hoch verhelfen konnten. Somit bleibt das Niveau 4,2460 die letzte Zloty-Barriere, die Bewegungen bis 4,2310 verhindert.

HUF

EUR HUF  (327,90)
Auch wenn sich das Währungspaar weiterhin von globalen Geschehnissen leiten lässt, könnte die dieswöchige Reihe ungarischer Datenveröffentlichungen für eine Kapitalverlagerung sorgen. Im Fokus stehen dabei die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes, die Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) und die am Freitag veröffentlichte Inflation.

CZK

EUR CZK  (25,510)
Die Krone wertet die dritte Woche infolge auf, gestärkt durch eine Stabilisierung des heimischen verarbeitenden Gewerbes, welches sich leicht von dem 10-jährigen Tief im Vormonat erholen konnte. Datenseitig nimmt die anstehende Woche für tschechische Investoren erst am Mittwoch einen Anfang. Ab dann bieten die Industrieerträge, die Handelsbilanz (Mittwoch) und die Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) neue Einblicke in die zentraleuropäische Volkswirtschaft. Und auch wenn keine Zinsveränderung bei dem Treffen der Währungshüter am Donnerstag erwartet wird, könnte sich die Volatilität im Paar aufgrund neuer Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik leicht erhöhen.


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