Wöchentliche Marktberichte

Okt 30, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Neuwahlen am 12. Dezember

USD

EUR USD (1,1111)
Das zweitägige geldpolitische Treffen der US-amerikanischen Notenbank findet mit der heutigen Zinsentscheidung einen Höhepunkt. Dabei haben zuletzt schwache Datenveröffentlichungen für die größte Volkswirtschaft der Welt und erste Zeichen einer Verlangsamung beim Konsumenten die Erwartungen einer Zinssenkung in die Höhe schießen lassen. Geldmärkte gehen weiterhin von einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit der dritten Lockerung infolge aus, scheinen jedoch im unklaren über den weiteren Verlauf der Geldpolitik zu sein. Sollte die Fed ein kurzfristiges Ende der Lockerungsperiode signalisieren, bleibt eine erhöhte Volatilität zu erwarten, welche dem US-Dollar sogar zugutekommen könnte. Einige Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich die Währungshüter die Tür für weitere Senkungen nicht schließen werden und so könnte Fed-Präsident Jerome Powell die „datenabhängige“ Haltung betonen und sich auf keine voreiligen Versprechen einlassen.

Bevor die Zinsentscheidung den Höhepunkt des heutigen Tages markiert, könnten Datenveröffentlichungen für die beiden Volkswirtschaften für neue ökonomische Erkenntnisse sorgen. Den Anfang machen dabei die deutschen Veröffentlichungen rund um die Arbeitslosenquote und die Inflation. Dies wird von dem US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt gefolgt, welches ein jährliches Wachstum von unter zwei Prozent bestätigen könnte.

Nach einem intra-day Rücksetzer übernehmen die Bullen in der US-amerikanischen Session (ab 14:00h) wieder das Ruder und treiben den EURUSD über die 1,11 Marke. Dabei konnte die Gemeinschaftswährung deutlich von der nun gelösten Pattsituation im britischen Parlament und dem abgeschwächten US-amerikanischen Verbrauchervertrauen profitieren. Somit festigt sich das Niveau 1,1070 als kurzfristige Unterstützung, wobei ein Unterlaufen zu Potenzial bis 1,1030 führen könnte. An der Oberseite verhindert die Barriere 1,1120 weitere Bewegungen bis 1,1180.

CHF

EUR CHF (1,1040)
Trotz der lautstarken heimischen Kritik scheint die schweizerische Nationalbank eine weitere Zinssenkung nicht auszuschließen. Dies geht aus den jüngsten Kommentaren des Direktoriumsmitglieds Martin Schlegel hervor, welcher sich am Dienstag über die geldpolitische Haltung der Währungshüter äußerte. Im Falle weiterer Lockerungsversuche seitens der Fed und EZB, scheint die Bereitschaft einer erneuten Zinssenkung der schweizerischen Notenbank somit gegeben. Die Attraktivität des Franken hält sich derzeit in Grenzen, da Marktteilnehmer die jüngsten positiven Entwicklungen abwiegen und allzu hohe Positionierungen meiden. Der EURCHF bleibt somit trotz dritter täglichen Aufwertung infolge unterhalb der dreimonatigen Barriere von 1,1050.

GBP

EUR GBP (0,8630)
Im zweiten Antritt gelingt es dem Premierminister dann doch, seinen Wunsch einer Neuwahl im britischen Parlament durchzusetzen. Mit einer absoluten Mehrheit entscheidet sich das Unterhaus für einen weiteren Wahlgang, welcher für den 12. Dezember angesetzt ist. Zwar muss das Gesetz noch von dem Oberhaus abgesegnet werden. Dies bleibt jedoch eine reine Formalität und sollte den Gesetzesbeschluss nicht in Gefahr bringen. Umfragen sehen die Konservative Partei rund um Boris Johnson klar an erster Stelle. Laut einigen politischen Analysten bleibt die Gefahr eines wiederholt gespaltenen Parlaments jedoch nicht auszuschließen. Das Pfund sah sich davon unbeeindruckt und verweilt weiterhin in ohne Dynamik in dem zweiwöchigen Bereich zwischen 0,8570 und 0,8660.

PLN

EUR PLN (4,2680)
Der Zloty profitiert von den gestrigen Entwicklungen an der Brexit-Front und wertet wiederholt auf. Dies stellt nun die siebzehnte Aufwertung innerhalb der letzten zwanzig Tage dar und spiegelt die Kaufnachfrage nach der polnischen Währung wider. Da die am Donnerstag veröffentlichte Inflation den alleinigen heimischen Datenpunkt darstellt, bleibt das Währungspaar von den globalen Geschehnissen rund um den EURUSD dominiert.

HUF

EUR HUF  (330,10)
Auch im dritten Antritt gelingt es dem Forint nicht, die Unterstützung bei 327,90 signifikant zu durchbrechen. Genau an der Grenzschwelle angekommen, erleidet die ungarische Währung einen Rücksetzer und prallt von dem Niveau wieder ab. Dass die Arbeitslosenquote in Ungarn auf 3,4 Prozent sinken konnte, ist nachhaltig ein positives Signal des heimischen Arbeitsmarkts, bleibt kurzfristig jedoch ohne signifikante Bedeutung.

CZK

EUR CZK  (25,530)
Die gestrige Abwertung der Krone bleibt für den übergeordneten Aufwärtstrend noch ohne Bedeutung, solange das Währungspaar unterhalb der Grenze 25,55 notiert. Ob das derzeit bestehende Potenzial bis 25,41 jedoch ausgeschöpft wird, hängt von den Datenveröffentlichungen für die Eurozone und USA und der Zinsentscheidung der Fed ab. Dabei könnte sich eine besser als erwartete US-amerikanische Datenlage in einer Dollar-Stärke manifestieren und der Krone einige Verluste bringen.


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