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Wöchentliche Marktberichte

Okt 29, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Allzeithoch

USD

EUR USD (1,1088)
Die Zinsentscheidung der Federal Reserve wird noch einen Tag auf sich warten lassen und trotzdem scheinen sich die Marktteilnehmer über den Ausgang im Klaren zu sein. Geldmärkte, in Form von Termingeschäften auf die federal funds rate, preisen die dritte Zinssenkung infolge mit einer 93-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein. Die damit normalerweise induzierte Schwäche im US-Dollar könnte aufgrund dieser seit langem antizipierten Entscheidung ausbleiben. Vielmehr rückt die allgemeine „forward-guidance“ (zukünftige geldpolitische Absichten) der Notenbanker in den Vordergrund, da sich einige Marktteilnehmer ein vorzeitiges Ende der Zinssenkungsperiode erwarten. Die positiven Entwicklungen an der Handelsfront würden die Fed ebenfalls dabei stützen, den Zinssatz nach dem Oktober-Treffen vorerst konstant zu halten. Bei seinen gestrigen Kommentaren bestätigte der US-amerikanische Präsident Donald Trump die Fortschritte in den Handelsgesprächen. Obwohl er dabei kein voraussichtliches Datum einer Unterzeichnung des Teilabkommens angibt, bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Suspension der für den Dezember angesetzten Zollerhöhung weiterhin eine Möglichkeit. Der leichte Optimismus an der Handelsfront und die erwartete Zinssenkung der Fed treiben am gestrigen Tag nicht nur die risikoreichen Währungen nach oben. Auch die Aktienanleger scheinen davon profitiert zu haben und führen den S&P500 auf ein Allzeithoch. Den zweijährigen Handelskrieg zwischen China und den USA und die Rezession des globalen verarbeitenden Gewerbes scheint der Aktienmarkt gänzlich ignoriert zu haben.

Abgesehen von dem US-amerikanischen Verbrauchervertrauen bleibt das Währungspaar am heutigen Handelstag von den Entwicklungen an der Brexit-Front bestimmt. Morgen rücken dann die Zinsentscheidung der Fed und die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Vordergrund, bevor am Donnerstag die Eurozone mit der Inflation und dem BIP die Rolle des Wechselkurstreibers übernimmt. Trotz der gestrigen Gewinne fängt der Euro den heutigen Tag mit leichten Verlusten an und verweilt weiterhin unterhalb des Niveaus 1,11. Rücksetzer bis 1,1030 können somit nicht ausgeschlossen werden, wobei allzu große Bewegungen vor den wichtigen Datenveröffentlichungen zwischen dem Mittwoch und Freitag nicht erwartet werden. An der Oberseite verhindert 1,11 weiterhin, dass sich Potenzial bis 1,1180 entfalten kann.

CHF

EUR CHF (1,1034)
Eine anstehende volatile Woche findet vorerst einen für risikoreiche Währungen positiven Beginn. Der Euro konnte sogar leicht zulegen und berührt kurzfristig die obere Schwellgrenze 1,1058. Noch trauen die Marktteilnehmer dem Euro keine signifikante Aufwärtsbewegung zu. Insbesondere das am Mittwoch veröffentlichte US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt und die Zinsentscheidung der Fed limitieren eine zu hohe Positionierung an den Märkten. Bis dahin könnte die bereichsgebundene Bewegung des Währungspaares fortgeführt werden.

GBP

EUR GBP (0,8626)
Die Pattsituation hält in Großbritannien weiter an und limitiert jegliche unmittelbaren Aufwertungen des Pfunds. Mit der gestrigen Genehmigung der britischen Austrittsbitte verhindern die 27 EU-Mitgliedsstaaten zwar das „worst-case“ Szenario eines Austritts ohne Handelsabkommen. Allzu große Zukunftspläne scheinen die Briten jedoch nicht zu haben. Denn infolge der Genehmigung war für gestern Abend eine parlamentarische Abstimmung über die mögliche Neuwahl im Dezember angesetzt, welche der Premierminister deutlich verloren hatte. Nun startet Boris Johnson einen erneuten Versuch, seinen Wunsch einer neuen Parlamentsaufteilung zu verwirklichen. Ob ihm dies mit der Hilfe der schottischen Nationalisten und Linksdemokraten gelingen wird, bleibt weiterhin offen und wird die Volatilität im Pfund antreiben.

PLN

EUR PLN (4,2710)
Obwohl der erneute, nun dritte Brexit-Aufschub keine baldige Reduktion der Marktunsicherheiten verspricht, scheinen regionale Investoren fürs Erste glücklich gestimmt worden zu sein. Somit wertet der Zloty vor diesem Hintergrund auf, schafft es jedoch nicht, die Unterstützung bei 4,27 signifikant zu durchbrechen. Für den Verbleib der Woche wird das Währungspaar stark von den Bewegungen im EURUSD abhängig sein, wobei aufseiten heimischer Veröffentlichungen die polnische Inflation am Donnerstag an der Tagesordnung steht.

HUF

EUR HUF  (328,10)
Der Forint konnte am gestrigen Handelstag ebenfalls von dem Optimismus rund um die dreimonatige Brexit-Verlängerung profitieren und wertet auf ein zweimonatiges Hoch auf. Die Unterstützung bei 327,90 bleibt jedoch weiterhin intakt, obwohl sich die ungarische Währung von dem seit März anhaltenden Abwärtstrend befreien konnte.

CZK

EUR CZK  (25,530)
Die geldpolitisch straffen Worte des tschechischen Zentralbankers Tomas Holub scheinen weiterhin an den Märkten zu räsonieren und treiben die Krone in Kombination mit dem positiven Marktsentiment nach oben. Dabei unterläuft das Währungspaar die Unterstützung 25,55 und eröffnet somit Potenzial bis 25,41 (14-monatiges Tief). Möglichkeiten einer Euro-Erholung können dabei jedoch nicht ausgeschlossen werden, insbesondere da sich die Pattsituation im britischen Parlament auf die Risikofreude der Marktteilnehmer auswirken könnte.


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