Wöchentliche Marktberichte

Okt 28, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-amerikanische Abkühlung?

USD

EUR USD (1,1087)
Im Grundsatz scheinen sich die USA und China relativ einig zu sein. Dies geht zumindest aus den positiven Kommentaren des chinesischen Handelsministeriums und des US-amerikanischen Handelsrepräsentanten Robert Lightizer hervor. Und obwohl sich Marktteilnehmer aufgrund der bestehenden Gefahr eines fehlenden Zustandekommens des von Donald Trump proklamierten Teilabkommens weiterhin skeptisch zeigen, scheint der Euro einen positiven Wochenbeginn gefunden zu haben. Laut dem US-Präsidenten könnte das Abkommen bei dem Apec-Gipfel in Santiago, Chile, unterzeichnet werden. Ein erfolgreiches Zustandekommen würde die für den Dezember angesetzte Zollerhöhung auf chinesische Waren wohl überflüssig machen und das Risikosentiment noch mal deutlich stärken.

Obwohl für heute keine relevanten Wirtschaftsveröffentlichungen zu identifizieren sind, bleibt die Woche bezogen auf die Datenlage eine der wichtigsten für das vierte Quartal 2019. Nicht nur werden sowohl das europäische als auch das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht. Auch die Zinsentscheidung der Fed (Mittwoch) könnte zu erhöhter Volatilität im Währungspaar führen, sollte die Zentralbank nach der dritten Zinssenkung infolge nun eine Pause der Lockerungsperiode signalisieren. Am Freitag findet die Woche mit dem US-Arbeitsmarktbericht, welcher voraussichtlich ein schwächeres Jobwachstum aufzeigen wird ein Ende. Die Frage, wie es um die größte europäische Volkswirtschaft steht, findet in dieser Woche ebenfalls eine Enthüllung. An der Tagesordnung stehen die deutsche Arbeitslosenquote und Inflation am Mittwoch und die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze am Donnerstag.

Bewegungen des EURUSD bis zur unteren Grenzschwelle 1,1060/30 könnten zu erwarten sein, wobei ein Unterlaufen dieses Niveaus negative Tendenzen aufweisen würde. An der Oberseite verhindern 1,1180 und 1,1210 weiterhin allzu große Aufwertungen der Gemeinschaftswährung.

CHF

EUR CHF (1,1036)
Die Erwartungen einer Neuwahl in Großbritannien und die Zinsentscheidung der Fed treiben die erwartete Volatilität für diese Woche nach oben. Neben den politischen Ereignissen bleibt die Datenfront ein möglicher Treiber weiterer Schwankungen im EURCHF. Dabei stehen die Veröffentlichung der europäischen und amerikanischen Bruttoinlandsprodukte im Vordergrund, wobei gegen Ende der Woche der US-amerikanische Arbeitsmarktbericht für richtungsweisende Bewegungen außerhalb der zweiwöchigen Bewegungsspanne zwischen 1,0980 und 1,1050 sorgen könnte. Aufseiten neuer Veröffentlichungen für die Schweiz stehen der KOF Indikator am Mittwoch und die Inflation, Einkaufsmanagerindizes und die Einzelhandelsumsätze am Freitag auf der Tagesordnung.

GBP

EUR GBP (0,8645)
Die 27 EU-Mitgliedsstaaten möchten Großbritannien, wie zu erwarten war, eine Verlängerung gewähren, um ein No-Deal Brexit zu verhindern. Dabei ist weiterhin unklar, ob die neue Frist auf den 31. Januar 2020 gelegt werden wird, oder ob sich Frankreich mit dem Vorschlag einer nur dreiwöchigen Austrittsverlängerung durchsetzen wird. Der zweite Fokus der Woche wird auf der Frage liegen, ob Boris Johnson den Antrag auf die angekündigte Neuwahl im Dezember durch das Parlament bringen kann. Derzeit verhindert die Opposition (Labour) dieses Vorhaben und somit bleibt die Pattposition weiterhin ein limitierender Faktor für das Pfund. Solle es im Verlauf der Woche zu einem durchstoßen der Barriere 0,8670 kommen, bleiben Bewegungen bis 0,88 nicht auszuschließen. An der Unterseite verhindert 0,8570, dass sich Potenzial bis 0,8470 entfalten kann.

PLN

EUR PLN (4,2830)
Der nun einmonatigen Aufwärtsbewegung des polnischen Zloty scheint bei 4,27 die Kraft ausgegangen zu sein und so verweilt das Währungspaar mittig innerhalb des Bewegungskorridors zwischen 4,24 (Jahrestief) und 4,30 (200-1D Moving Average) positioniert. Die einzig relevante polnische Veröffentlichung stellen die Verbraucherpreise am Donnerstag dar, welche die Währungshüter bei einer weiteren Abkühlung in die expansive Haltung drängen könnten.

HUF

EUR HUF  (328,60)
Sollte sich die ökonomische Schwäche in der Eurozone nicht nachhaltig verbessern, sieht sich Ungarn zu fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen gezwungen. Dies geht aus einer am Freitag proklamierten Rede des ungarischen Präsidenten Viktor Orban hervor, welche ein Wirtschaftswachstum über fünf Prozent anstrebt. Der Forint konnte vor dem Wochenende leicht aufwerten, zeigt jedoch negative Tendenzen auf, solange sich das Währungspaar oberhalb der Unterstützung 327,90 befindet. Aufseiten heimischer Veröffentlichungen stehen die ungarischen Löhne am Mittwoch und die Handelsbilanz am Donnerstag im Fokus regionaler Investoren.

CZK

EUR CZK  (25,550)
Trotz der externen Unsicherheiten rund um den Handelskrieg und den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird die tschechische Zentralbank nicht in die expansiven Fußstapfen der EZB treten. Dies ist zumindest die Meinung des Notenbankers Tomas Holub, welcher sich bei dem letzten geldpolitischen Treffen sogar für eine Erhöhung eingesetzt hatte. Die Neueinschätzung ließ die Krone wieder deutlich vor dem Wochenende aufwerten und könnte der Währung nachhaltig einen Zinsvorteil gegenüber dem Euro verschaffen.


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