Wöchentliche Marktberichte

Okt 25, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ein letzter Abschied

USD

EUR USD (1,1105)
Nun ist es so weit. Nach acht Jahren als Präsident der Europäischen Zentralbank tritt der italienische Ökonom, Mario Draghi, nach der gestrigen Ratssitzung ab. Da das geldpolitische Treffen der Währungshüter keine inhaltlichen Neuigkeiten mit sich bringen konnte, wechselte der Fokus der Marktteilnehmer auf die im Nachhinein stattgefundene Pressekonferenz, in welcher Draghi einen Schlussstrich unter seine Amtszeit zieht. Doch auch hier bleibt es bei einem nostalgischen Abschied und einer Zusammenfassung der achtjährigen Periode der ultralockeren Geldpolitik. Dabei erwähnt der Zentralbanker nochmals die zuletzt schwachen europäischen Daten und fühlt sich in der Entscheidung, den Zinssatz auf ein Rekordtief von Minus 0,5 Prozent zu senken bestätigt. Auch an den angekündigten Anleihenkäufen, welche mit 20 Milliarden Euro pro Monat geringer ausfallen als von Ökonomen erwartet, hat sich nichts geändert. Somit bleibt für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde ein geringer Interpretationsspielraum bei der Geldpolitik, welche wohl eine längere Zeit lang an den derzeit geringen Niveaus bleiben wird.

Wiederholt scheint die schwache europäische Datenlage eine zu starke Aufwärtskorrektur der Gemeinschaftswährung zu verhindern. Schwache Einkaufsmanagerindizes zeigen dabei auf eine fehlende Erholung der deutschen Industriebranche und machen deutlich, dass der Waffenstillstand zwischen China und den USA noch keine unmittelbaren positiven Effekte mit ich bringen konnte. Dabei profitierte der US-Dollar am gestrigen Handelstag ebenfalls von den aufgekommenen Unsicherheiten rund um die mögliche Neuwahl in Großbritannien. Dies wird den Euro nicht davon abhalten, die erste monatliche Aufwertung seit Juli zu verzeichnen. Die Gemeinschaftswährung bleibt jedoch in der Defensive und könnte bei einem schwachen Ifo-Ergebnis und einem Unterlaufen der Unterstützung 1,1100 und 1,1075 einen weiteren Schwächeanfall haben. Derzeit bleibt der seit Anfang Oktober anhaltende Aufwärtstrend noch intakt.

CHF

EUR CHF (1,1025)
Der Vize-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Mice Pence, schlägt bei seiner gestrigen Rede wieder einen härteren Ton bezüglich der Beziehung mit China an. Dies hat in Verbindung mit den potenziellen Neuwahlen in Großbritannien gereicht, um die Unsicherheit bei den Marktteilnehmern wieder zum Vorschein kommen zu lassen. Der Franken konnte von dem gestrigen Nachrichtenfluss profitieren, bleibt jedoch weiterhin in der vordefinierten Bewegungsspanne zwischen 1,0980 und 1,1050 gefangen.

GBP

EUR GBP (0,8645)
In einem letzten Versuch das mit der Europäischen Union ausgehandelte Austrittsabkommen von dem Parlament bestätigen zu lassen, will Boris Johnson im Dezember über Neuwahlen abstimmen lassen. Mit diesem Manöver erhofft sich der führende konservative Politiker die lang ersehnte Mehrheit im Parlament, welche ihm die Zustimmung seines Abkommens gewähren würde. Das Pfund notiert am gestrigen Handelstag wie auch die ganze Woche in einem engen Bewegungsbereich zwischen 0,8570 und 0,8660 und wertete vor dem Hintergrund der gestrigen Nachricht nur leicht ab.

PLN

EUR PLN (4,2780)
Nach einer dreiwöchigen Aufwärtsbewegung und zwei durchbrochenen Unterstützungsbereichen scheint auch der polnische Zloty an seine Grenzen gekommen zu sein und prallt an dem Niveau 4,27 wieder deutlich ab. Der Optimismus bezüglich der positiven Entwicklungen an der Brexit-Front verzeichnet aufgrund der möglichen Neuwahlen im Dezember einen Rücksetzer und könnte Bewegungen bis 4,30 (200-1D Moving Average) auslösen.

HUF

EUR HUF  (329,20)
Fast Punkt genau findet der kurzfristige Aufwärtstrend des ungarischen Forints bei der signifikanten Unterstützung 328,00 ein Ende. Fehlende Wirtschaftsdaten lassen das Währungspaar von den Veröffentlichungen für die Eurozone dominiert, welche gestern erneut Schwäche an den Tag legten und somit die Risikobereitschaft deutlich nach unten drücken konnten. Allzu große Verluste könnten dem Forint aufgrund der Barriere bei 331,40 erspart bleiben, unter der Bedingung, dass es zu keiner gröberen Verschlechterung an der Brexit-Front kommt.

CZK

EUR CZK  (25,600)
Die gestrige Schwäche in der Region lässt die Krone nicht unberührt und so verzeichnet die tschechische Währung die erste Abwertung seit mehr als einer Woche. Die Gemeinschaftswährung genießt bei dem Niveau um 25,55 eine deutliche Kaufnachfrage, welche das Währungspaar wieder leicht nach oben drücken konnte. Die Krone hätte durchaus noch das Potenzial, neue Aufwärtsimpulse zu starten. Mit der neuen Woche werden jedoch die Unsicherheiten rund um das noch nicht unterzeichneten US-China Teilabkommen, die möglichen Neuwahlen in Großbritannien und die fehlende Erholung in der deutschen Industriebranche in den Vordergrund rücken. Diese Aufmerksamkeit wird die Aufwertung erschweren.


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