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Wöchentliche Marktberichte

Okt 23, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ja zum Austritt, nein zur Frist

USD

EUR USD (1,1120)
Die jüngsten positiven Entwicklungen in dem Handelsdisput zwischen China und den USA und Hoffnungen auf einen baldigen geordneten Austritt Großbritanniens führten die Gemeinschaftswährung auf ein zweimonatiges Hoch (1,1185). Nach der fünften täglichen Aufwertung infolge und der gestrigen Abstimmung des britischen Parlaments, welches die Chancen eines Austritts aus der Europäischen Union bis zum 31. Oktober fast komplett zunichtegemacht hatte, pausiert der Euro die neuerliche Aufwärtsbewegung.

Waren es aufgrund einer fehlenden Datenlage bislang politische Katalysatoren wie der Brexit und die Entwicklungen im Handelskrieg, welche den größten Wechselkurstreiber darstellten, wechselt der Fokus nun auf neue Datenveröffentlichungen. Neben der heutigen Veröffentlichung der deutschen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe, welches eine leichte Erholung vom 10-jährigen Tief verzeichnen könnte, bleibt das europäische Konsumentenvertrauen ebenfalls relevant. Mit dem morgigen Tag übernimmt die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank die Funktion des Wechselkurstreibers. Und obwohl von keiner überraschenden Zinsveränderung ausgegangen wird, scheint die symbolische Relevanz des geldpolitischen Treffens gegeben, da es das letzte EZB-Treffen mit Mario Draghi an der Spitze der europäischen Währungshüter sein wird. Den datenseitigen Abschluss findet die Woche mit dem deutschen Ifo-Geschäftsklima, welches den Euro kurz vor dem Wochenende unter Druck setzen könnte.

Auch wenn der Euro am gestrigen Tag einen leichten Rücksetzer verzeichnen musste, bleibt der kurzfristige (seit dem 01. Oktober) Aufwärtstrend intakt. Dies gilt, solange sich das Währungspaar oberhalb 1,1060/30 befindet. An der Oberseite bleiben die Niveaus 1,1207 (200-1D Moving Average) und 1,1240 (50-1W Moving Average) die größten Barrieren einer nachhaltigen Aufwärtskorrektur des Euro.

CHF

EUR CHF (1,1005)
Die gestern mit Anspannung erwarteten Abstimmungen im britischen Parlaments konnten den EURCHF nicht aus seinem zweiwöchigen Korridor zwischen 1,0960 und 1,1050 drängen. Ob es zu einer Überwindung dieser Grenzschwellen und zu eindeutigen Auf- oder Abwärtsimpulsen kommen wird, bleibt somit weiterhin von dem Verlauf der Brexit-Entwicklungen abhängig. Sollte es zu einer Genehmigung der britischen Bitte einer kurzen Verlängerung der Austrittsfrist kommen, könnte sich der Euro leicht stärken. Ein Vorstoß jenseits 1,1050 bräuchte jedoch stärkere Katalysatoren.

GBP

EUR GBP (0,8640)
Obwohl sich das britische Parlament doch noch für das von Boris Johnson ausgehandelte Austrittsabkommen entscheidet, lehnen die Gesetzgeber den straffen Zeitplan des Premierministers ab und machen somit die Pläne eines Austritts bis zum 31. Oktober zunichte. Der gestrige Tag kann als Meilenstein in den Brexit-Gesprächen gesehen werden. Denn auch wenn sich das Parlament dagegen entschied, den mehr als 115-seitigen Gesetzesvorschlag innerhalb dieser Woche komplett zu bestätigen, ist es das von Boris Johnson ausgehandelte Abkommen, welches die erste Mehrheit im Parlament seit dem Referendum 2016 erhält. Die Unsicherheit an den Märkten konnten die gestrigen Entwicklungen jedoch nicht dämpfen. Nun muss die Europäische Union den Antrag auf die Verlängerung gewähren, um ein No-Deal Brexit zu vermeiden. Boris Johnson kündigte aufgrund der parlamentarisch abgelehnten Austrittsfrist ebenfalls Neuwahlen an, sollte die EU die erwartete neue Frist auf den 31. Januar 2020 setzen. Die fünftägige Aufwärtsbewegung des britischen Pfunds wurde somit zumindest kurzfristig pausiert. An der Oberseite bleibt 0,88 die größte Barriere einer Erholung des Euro, wobei ein Unterlaufen von 0,8560 zu Bewegungen bis 0,8490 (Tief 06. Mai) führen könnte. 

PLN

EUR PLN (4,2720)
Mit der elften täglichen Aufwertung infolge verzeichnet der polnische Zloty den am längsten anhaltenden Aufwärtstrend seit knapp 10 Jahren. Der Unterstützungsbereich bei 4,2650-4,2700 scheint dabei noch gehalten zu haben. Ein Unterlaufen dieses Niveaus dürfte jedoch zu Bewegungen bis 4,2460 (Tief 25. Juli) führen. Aufgrund einer beidseitig fehlenden Datenlage bleibt das Währungspaar somit weiterhin an das Ergebnis der parlamentarischen Brexit-Abstimmungen gebunden, wobei eine mögliche Euro-Erholung bei 4,30 an eine Barriere stoßen könnte.

HUF

EUR HUF  (329,10)
In einer allgemein erwarteten Entscheidung belassen die ungarischen Währungshüter den Zinssatz konstant und untermauern ihre expansive Geldpolitik. An der „forward-guidance“ der Notenbank scheint sich dabei nichts geändert zu haben und so bleiben die Erwartungen eines konstanten Leitzinssatzes für das nächste Jahr weiterhin aufrechterhalten. Charttechnisch führt der Forint seine kurzfristige Erholung fort, welche bei einem Unterlaufen der Unterstützung 327,90 in einen nachhaltigen Aufwärtstrend für die ungarische Währung mit Potenzial bis 323,90 münden könnte.

CZK

EUR CZK  (25,560)
Die Hoffnung auf eine parlamentarische Bestätigung des von Boris Johnson ausgehandelten Abkommens treibt die Krone auf ein 12-wöchiges Hoch. Dabei fällt auch die Unterstützung 25,60 der Aufwärtsbewegung der tschechischen Währung zum Opfer und lässt nun Möglichkeiten für Bewegungen bis 25,50 und 24,10 offen. Dass sich die Gesetzgeber jedoch gegen den straffen vorgeschlagenen Zeitplan entscheiden lässt die Krone kurzzeitig bei 25,550 pausieren und könnte aufgrund der momentanen Unsicherheit zu leichten Verlusten der neuerlichen Aufwertungen führen.


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