Wöchentliche Marktberichte

Okt 22, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Politischer Fokus

USD

EUR USD (1,1150)
Die Politik bleibt aufgrund einer fehlenden wirtschaftlichen Datenlage auch diese Woche die treibende Kraft an den Devisenmärkten. Und obwohl dem britischen Premierminister eine frühzeitige Neuabstimmung über das am Samstag missglückte Austrittsabkommen verweigert wurde, überschatten positive Entwicklungen an der Handelsfront die Brexit-Unsicherheiten. Dabei meldete sich der US-Präsident am Montag zu Wort und bestätigte den Fortschritt der US-China Handelsgespräche. Laut Donald Trump könnte eine Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen den beiden Volkswirtschaften schon im November folgen, was laut dem Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, sogar zu einem Rückzug der für den Dezember angesetzten US-Zollerhöhung führen könnte. Dieser Optimismus scheint sich jedoch nicht in den Taten der beiden Parteien widerzuspiegeln. So hatte die chinesische Volksrepublik am Montag einen Antrag bei der Welthandelsorganisation gestellt, welcher in neuen Zöllen auf US-Exporte im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar münden könnte.

In Verbindung mit den für diese Woche angesetzten Diskussionen des Austrittsabkommens im britischen Parlament bleiben die Entwicklungen an der Handels-Front die wichtigsten Wechselkurstreiber. Derzeit trotzt der Euro weitgehend den negativen Schlagzeilen und verweilt in dem seit 01. Oktober anhaltenden Aufwärtstrend (+2,51 Prozent). Sollte es im Laufe der Woche zu Verlusten der Gemeinschaftswährung kommen, könnten die Unterstützungen bei 1,10 und 1,1030 allzu große Abwertungen verhindern, wobei an der Oberseite 1,1210 die größte Barriere nach oben definiert.

CHF

EUR CHF (1,1005)
Marktteilnehmer und Investoren wissen nicht ganz recht mit der gestrigen britischen Informationswelle umzugehen. Somit kommt es am ersten Handelstag der Woche erneut zu keiner signifikanten Bewegung des Schweizer Franken. Zum einen bleibt die gesunkene Wahrscheinlichkeit eines Austritts Großbritanniens ohne Abkommen eine positive Nachricht für die globalen Finanzmärkte. Ohne wirklichen Plan, wie es den nun weiter gehen wird, dominiert jedoch weiterhin die Unsicherheit. Charttechnisch bleiben die bullischen Versuche der europäischen Gemeinschaftswährung aufrechterhalten, solange das Niveau 1,0960 nicht unterschritten wurde. 

GBP

EUR GBP (0,8590)
Erneut verhindert eine jahrhundertelange Tradition des britischen Parlaments eine schlüssige Entscheidung im Brexit-Drama. Dabei verweigerte der Parlamentspräsident John Bercow aufgrund einer Regelung, welche eine zweite Wahl des gleichen Antrags ausschließt, eine wiederholte Abstimmung über den von Boris Johnson mit der Europäischen Union ausgehandelten Austrittsvertrag. Die direkte Konsequenz des Ganzen zeigte sich in einer offiziellen Verlängerungsbitte der Austrittsfrist, welche der EU von der britischen Regierung zugesandt wurde. Somit geht es heute im Parlament mit Debatten über die Natur des Austritts weiter, wobei ein abgeänderter Vertrag frühestens am Donnerstag wieder zum Votum freigegeben werden könnte.

PLN

EUR PLN (4,2780)
Die derzeitige Resistent gegenüber den globalen Geschehnissen und ein leicht positiver heimischer Nachrichtenfluss verhelfen dem Zloty zu der zehnten Aufwertung infolge. Dabei wurden die gestrigen Einzelhandelsumsätze, welche auf Jahresbasis zwar um 5,3 Prozent wachsen konnten, zum Vormonat jedoch einen vierprozentigen Verlust erlitten hatten weitgehend ignoriert. Somit bleibt die für diese Woche bestehende Bewegungsspanne zwischen 4,2600 und 4,3000 intakt, wobei die weiteren Brexit-Entwicklungen relevant für das Währungspaar sein werden.

HUF

EUR HUF  (329,90)
Auch wenn der Brexit mit dem gestrigen Rücksetzer kein „frühzeitiges“ positives Ende findet, kann der Forint von der gestrigen Anfrage der Austrittsverlängerung seitens der britischen Regierung profitieren. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit eins No-Deal Brexits drastisch und verschafft den regionalen Währungen einen positiven Start in die Woche. Und ungeachtet der heutigen Zinsentscheidung der ungarischen Zentralbank bleiben diese Woche auch weiterhin die Brexit-Entwicklungen im Fokus, da von keiner Veränderung des Zinsniveaus ausgegangen wird. Somit besteht auch weiterhin die Möglichkeit eines Testens des Unterstützungsbereichs 327-328 welcher den siebenmonatigen Aufwärtstrend definiert.

CZK

EUR CZK  (25,580)
Obwohl die für heute angesetzte Rede des tschechischen Zentralbankpräsidenten Tomáš Holub neue Einblicke in die Lagebeurteilung der Währungshüter geben könnte, bleiben Entwicklungen an der Brexit-Front die größten Wechselkurstreiber. Positive Neuigkeiten hätten sogar das Potenzial inne, Bewegungen in Richtung 25,50 und 25,41 auszulösen. An der Oberseite verhindert die Barriere 25,70 (200-1D Moving Average) allzu schnelle Vorstoße des Euro.


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