Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Okt 16, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Weltwirtschaft auf 10-Jahres-Tief

USD

EUR USD (1,1030)
Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2019 das geringste Wachstum seit der Finanzkrise 2009 verzeichnen. Dies geht aus den gestern veröffentlichten Prognosen des Internationalen Währungsfonds hervor. Laut der wirtschaftspolitischen Organisation scheinen sich die anhaltenden Unsicherheiten rund um den US-China Handelskrieg und die zyklische Verlangsamung Chinas in einem Vertrauensverlust und schwächeren Unternehmensinvestitionen bemerkbar zu machen. Diese Anspannungen verschaffen sich mit einem „nur“ dreiprozentigen jährlichen Wachstum der globalen Volkswirtschaft Ausdruck, die langsamste Expansion seit zehn Jahren. Die direkte Implikation des Ganzen war ein Neubeginn der globalen geldpolitischen Lockerung seitens der Zentralbanken um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Von den rund 95 Zinsveränderungen im Jahr 2019, waren mehr als 85 Prozent Zinssenkungen, was nochmals deutlich macht, wie synchron die Notenbanken derzeit agieren. Auch die Eurozone scheint von den Unsicherheiten an der Handelsfront aufgrund Ihrer exportorientierten Volkswirtschaft nicht verschont zu bleiben. Das prognostizierte Wachstum für dieses Jahr beläuft sich dabei auf 1,2 Prozent, wobei die Rate im Jahr 2020 leicht auf 1,4 Prozent steigen sollte.

Mit dem heutigen Tag rückt das europäische Inflationsniveau in den Vordergrund und wird die letzte Information bezüglich der Teuerungsrate vor der Zinsentscheidung der EZB liefern. Aufseiten der US-amerikanischen Datenlage bleibt die Konjunkturbeurteilung der Fed (Beige Book) von Bedeutung und könnte neue Einsichten über die geldpolitischen Haltung der Währungshüter liefern. Beide Veröffentlichungen könnten den EURUSD leicht in seiner Bewegung beeinflussen, wobei größere Volatilitässprünge einen politischen Katalysator benötigen würden, um die derzeitige Spanne zwischen 1,1000 und 1,1050 zu durchbrechen.

CHF

EUR CHF (1,1005)
Das Währungspaar scheint sich den dritten Tag infolge in dem Bereich zwischen 1,0970 und 1,1050 stabilisiert zu haben. Anspannungen vor dem EU-Gipfel und offene Fragen bezüglich des Teilabkommens zwischen China und den USA limitieren jedoch zu hohe Marktpositionierungen und somit auch eine allzu rasante Bewegung des EURCHF. Die Gemeinschaftswährung zeigt sich relativ resistent bezüglich der relativ schwachen Datenveröffentlichungen der Eurozone und könnte die dritte Woche infolge gegenüber dem Euro aufwerten. Die Abwärtstendenz kann jedoch nicht über Bord geworfen werden, da ein möglicher negativer Nachrichtenschock für Abwertungspotenzial sorgen könnte.

GBP

EUR GBP (0,8645)
Zwei Tage vor dem mit Anspannung erwarteten Gipfel der Europäischen Union, an dem weitere Brexit-Gespräche an der Agenda stehen, wertet das Pfund auf ein 22-wöchiges Hoch auf. Marktteilnehmer scheinen das mögliche Zustandekommen eines Austrittsabkommens noch nicht ganz aufgegeben zu haben und stützen sich auf die Worte des europäischen Verhandlungsabgeordneten, Michel Barier, welcher ein Abkommen für möglich hält. Inmitten der zugespitzten politischen Lage schenken Pfund-Investoren den gestrigen Datenveröffentlichungen kaum eine besondere Aufmerksamkeit. Unerwartet fällt die britische Beschäftigung in den drei Monaten bis zum August um 56.000 und lässt erste Schwächeanzeichen des sonst so souveränen britischen Arbeitsmarktes aufkommen. Die Unsicherheiten und zunehmenden Hürden scheinen Unternehmen in Großbritannien zu belasten und so verzeichnet auch die Arbeitslosenquote einen Anstieg auf 3,9 Prozent. Das Pfund nimmt mit der gestrigen Aufwertung das Niveau 0,85 ins Visier. Ein weiterer Vorstoß könnte jedoch von unangenehmen Überraschungen bei dem EU-Gipfel verhindert werden.

PLN

EUR PLN (4,2940)
Die Nachfrage nach dem polnischen Zloty macht trotz breit angelegter Skepsis der Investoren keinen Halt. Das Urteil des Obersten Europäischen Gerichtshofs scheint somit weiterhin an den Märkten zu räsonieren und führt zu der neunten täglichen Aufwertung des Zloty innerhalb der letzten zehn Tage (+1.92 Prozent). Marktteilnehmer hatten in den Wochen zuvor einen Abverkauf der polnischen Währung gestartet. Grund dafür war das Gerichtsverfahren bezüglich der strafwidrigen Vergabe von Hypotheken an private Personen. Ein strenges Urteil hätte dem polnischen Bankenwesen eine geschätzte Summe von 16 Milliarden US-Dollar kosten können. Der europäische Gerichtshof stimmt zwar mit den klagenden Konsumenten überein, hält sich jedoch stärker zurück als gedacht und entfacht somit wieder einen regionalen Kaufrausch, welcher das Unterlaufen der Unterstützung 4,30 ermöglichte. Die Ausschöpfung des gesamten Potenzials bis 4,2450 (dreimonatiges Tief) könnte von einer nachhaltigen Risikoaversion jedoch verhindert werden.

HUF

EUR HUF  (332,10)
Das Währungspaar (EURHUF) testete zu Wochenbeginn den seit August bestehenden Aufwärtstrend und schwenkt an der unteren Grenze bei 331,20 wieder nach oben. Ohne wirklich signifikante Datenveröffentlichungen für die ungarische Wirtschaft wird der weitere Bewegungsverlauf von den globalen Geschehnissen an der politischen Bühne gesteuert werden. Nachhaltige Risikoscheu würde die Tür für Abwertungen des Forints in Richtung 336,00 öffnen, wobei an der Unterseite ein Unterlaufen der Unterstützung 330,00 zu Initiativen in Richtung 327,90 (zweimonatiges Tief) führen würde. An dem übergeordneten Chartbild, welches weiterhin zugunsten des Euro geneigt ist, wird sich nichts ändern, solange keine nachhaltigen Verbesserungen an der Handelsfront zu erkennen sind.

CZK

EUR CZK  (25,790)
Die Krone zeigt sich von den gestrigen Geschehnissen relativ unbeeindruckt und verweilt wie auch zu Anfang der Woche mittig im kurzfristigen Korridor zwischen 25,700 und 25,850. Die Kommentare zweier tschechischer Zentralbanker bleiben von den Märkten unbeachtet, da sich die externen Unsicherheiten und das weiterhin erhöhte Inflationsniveau ausgleichen und ein konstantes Zinsniveau bei dem nächsten Zentralbanktreffen erwarten lassen.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.