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Wöchentliche Marktberichte

Okt 11, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zwei Abkommen in Sicht?

USD

EUR USD (1,1015)
Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen chinesischen und US-amerikanischen Handelsrepräsentanten und positive Neuigkeiten bezüglich eines möglichen Austrittsabkommens Großbritanniens führen den Euro auf ein dreiwöchiges Hoch. Donald Trump äußerte sich gestern relativ optimistisch über die Fortschritte in den Diskussionen und öffnete die Tür für ein Treffen mit den chinesischen Handelsvertretern. Marktteilnehmer scheinen die Möglichkeit eines teilweisen Abkommens zwischen den beiden Nationen für möglich zu halten, da beide Seiten langsam aber sicher die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Handelsdisputs zu spüren bekommen. Laut eigenen Aussagen bevorzugt der US-amerikanische Präsident einen breit angesetzten Vertrag, dessen vorankommen derzeit von der chinesischen Seite verhindert wird. Und obwohl der momentane Optimismus an den Märkten jegliche Unsicherheiten und Sorgen überschattet, bleibt die Gefahr eines Gesprächsabbruchs und einer konsequenten Zollerhöhung am Dienstag auf Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar weiterhin bestehen.

Aufseiten der Geldpolitik sorgten die dieswöchigen Protokolle der US-amerikanischen und europäischen Zinsentscheidungen für marginale Erkenntnisse. Die Meinungsverschiedenheit innerhalb der EZB erhält mit der Veröffentlichung der Protokolle eine klare Bestätigung und macht eine weitere Zinssenkung nicht mehr ganz so wahrscheinlich wie vorher angenommen. Ganz ausgeschlossen kann diese jedoch Option nicht werden, da Geldmärkte eine Lockerung im nächsten Jahr einpreisen und sich einige Zentralbanker im September dafür eingesetzt hatten. Blickt man auf die nächste Zinsentscheidung der US-amerikanischen Währungshüter, scheint sich nicht allzu viel an den Erwartungen einer Zinssenkung im Oktober getan zu haben. Die Datenlage suggeriert derzeit ein geringeres Zinsniveau, dies könnte jedoch bei einem positiven Durchbruch in den US-China Handelsgesprächen verhindert, oder zumindest in die Länge gezögert werden.

Der Euro konnte von dem deutlich verbesserten Risikosentiment profitieren und entfernt sich weiter von dem im Oktober gesetzten 28-monatigen Tief. Sollte im Verlauf der Aufwärtsbewegung auch die Barriere 1,1050 (50-1D Moving Average) fallen, könnte Potenzial bis 1,1100 entfaltet werden. Negative Schlagzeilen an der Handels- oder Brexitfront würden die neu gefundene Stärke der Gemeinschaftswährung gefährden.

CHF

EUR CHF (1,0990)
Wachsende Hoffnungen bezüglich der Möglichkeit eines teilweisen US-China Abkommens beflügeln die Märkte und lassen den Franken zumindest kurzfristig schwächer zurück. Der wöchentliche Schlusskurs des zentraleuropäischen Währungspaares wird davon abhängen, ob sich die Vorfreunde als falscher Optimismus herausstellt, oder ob es zu einer tatsächlichen Lockerung der Handelsanspannungen kommt. Ein Abkommen bezüglich der chinesischen Käufe von US-amerikanischen Agrarprodukten und das angekündigte Währungsabkommen hätten das Potenzial, Bewegungen in Richtung 1,1050 zu entfalten. Auf der anderen Seite bleibt die Gefahr eines Gesprächsabbruchs der derzeit limitierende Faktor möglicher Bewegungen oberhalb 1,10.

GBP

EUR GBP (0,8850)
Aufgrund der momentan verzwickten Lage in den Austrittsgesprächen hatten sich Marktteilnehmer keine großen Hoffnungen bezüglich des Treffens zwischen Boris Johnson und dem irischen Premierminister gemacht. Umso erstaunlicher war es dann, als Leo Varadkar die Möglichkeit eines Abkommens und eines ordentlichen Brexits bis Ende des Monats proklamiert und das Pfund im Alleingang in die Höhe schießen lässt. Was genau Boris Johnson dem irischen Premierminister versprochen hat, bleibt weiterhin ungewiss. Die kurzfristige Erholung vor dem Wochenende und dem europäischen Gipfel nächste Woche, an dem der Brexit das Gesprächszentrum darstellen wird,  lässt mögliche Aufwertungen des Pfunds wieder offen.

Mit der größten täglichen Aufwertung der britischen Währung seit 2017 beseitigt das Pfund jegliche Verluste der letzten zwei Wochen. Die Unterstützung 0,8820 (200-1D Moving Average) wurde jedoch nicht durchbrochen und so verweilt das Währungspaar ohne richtungsweisende Tendenz in der Mitte der momentanen Bewegungsspanne.

PLN

EUR PLN (4,3090)
Das zentraleuropäische Währungspaar unterläuft die Unterstützung 4,32 nach dem fünften täglichen Versuch und verzeichnet ein neues zweimonatiges Tief. Gestärkt durch ein leicht verbessertes Marktsentiment und das milde ausgefallene europäische Gerichtsurteil bezüglich der Strafwidrigkeit polnischer Banken, wertet der Zloty knapp 1,6 Prozent in den letzten zwei Wochen auf. Im Rahmen dieser Aufwärtsbewegung könnte die polnische Währung 4,30 ins Visier nehmen, wobei Aufwertungen jenseits dieses Niveaus aufgrund ungelöster Probleme an der US-China Handelsfront derzeit nicht gerechtfertigt wären.

HUF

EUR HUF  (332,00)
Positive Entwicklungen an der Handelsfront  stärken den Forint vor dem Hintergrund eines verbesserten Risikosentiments, welcher die erste Aufwertung der Woche verzeichnen kann. Die anfängliche Schwäche wurde durch den Fall der Teuerungsrate unter das Inflationsziel  der ungarischen Zentralbank ausgelöst. Mit dem gestrigen Tag annulliert der Forint die wöchentlichen Verluste fast komplett und befindet sich nun an der unteren Grenze der Bewegungsspanne zwischen 331,90 und 336,00.

CZK

EUR CZK  (25,830)
Das tschechische Inflationsniveau scheint im September genau wie in Ungarn einen deutlichen Rücksetzer erlitten zu haben und verzeichnet den größten monatlichen Fall (-0,6%) in mehr als 10 Jahren. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsstraffung in diesem Jahr erheblich und lässt die Krone den fünften Tag infolge schwächer notieren. Nachhaltige Abwertungen sind aufgrund des geringeren Inflationsdrucks jedoch nicht zu erwarten, da die US-China Handelsgespräche nun wieder die Rolle des Impulsgebers für das Währungspaar übernehmen.


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