Wöchentliche Marktberichte

Okt 10, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

13. Gesprächsrunde

USD

EUR USD (1,0985)
Die mit Anspannungen erwarteten Handelsgespräche zwischen China und den USA gehen in die dreizehnte Runde und scheinen schon vor Beginn für Gesprächsstoff gesorgt zu haben. Noch Anfang dieser Woche verkündet Washington neue Visasanktionen gegen chinesische Staatsbürger aufgrund der Unterdrückung der Uiguren im Osten Chinas. Kurz davor hatte das US-amerikanische Wirtschaftsministerium 28 chinesische Firmen auf die sogenannte Blacklist gesetzt und den effektiven Handel mit den heimischen Unternehmen verboten. Diese Maßnahmen, kurz vor der Kontaktaufnahme der beiden Seiten, schien die Skepsis der Marktteilnehmer bezüglich möglicher Handelsabkommen geweckt zu haben. Ein vollständiges Abkommen, welches den Disput zwischen den beiden Großmächten ein für alle Mal beseitigen würde, steht somit außer Frage. Hoffnungen auf ein Zwischenabkommen bleiben jedoch bestehen, insbesondere da China gestern offiziell den jährlichen Kauf von Agrarprodukten aus den Staaten vorgeschlagen hatte. 

Und obwohl die Entwicklungen an der Handelsfront das größte Potenzial innehalten, den Wechselkurs richtungsweisend zu prägen, sollten die Daten für die verbleibende Woche nicht vergessen werden. Neben den heutigen Handelsdaten für Deutschland steht die US-amerikanische Inflation im Fokus. Diese wird im Oktober jedoch keine so große Aufmerksamkeit genießen, da die Geldmärkte von einer 85-prozentigen Zinssenkungswahrscheinlichkeit ausgehen. Dies würde auch ein marginaler Anstieg der Inflation nicht beeinflussen.

Der Euro nähert sich somit langsam aber sicher der 1,10-Barriere an, welche die letzten fünf Tage infolge halten konnte. Auch ein durchstoßen dieses Niveaus birgt keine unmittelbaren Aufwärtsimpulse, da die viermonatige Abwärtstrendlinie bei 1,1020 noch zu überwältigen wäre. An der Unterseite bleibt das Niveau 1,0880 als Referenzpunkt möglicher Verlustbewegungen bestehen.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Ohne wirklich signifikante Veröffentlichungen für die beiden Ökonomien bleibt die Bewegung des Währungspaares zwischen 1,0840 und 1,0960 limitiert. Natürlich rückt mit dem heutigen Wiederbeginn der US-China Handelsgespräche der Schweizer Franken in den Fokus, welcher in turbulenten Zeiten als sichere Anlage gesucht wird. Sollte es im Verlauf der Handelswoche noch zu einem Treffen zwischen Donald Trump und den chinesischen Handelsrepräsentanten kommen, könnte sich der Euro leicht in Richtung der oberen Korridorgrenze stärken. Ansonsten bleibt die Bewegung des Paares weiterhin bereichsgebunden.

GBP

EUR GBP (0,8980)
Die neuerliche Aufwärtsbewegung des Währungspaares spricht für die momentane Volatilität des EURGBP. Erreicht  das Paar Ende September noch ein viermonatiges Tief, scheinen die jüngsten Brexit-Unsicherheiten zu einem 2,5-prozentigen Verlust des Pfunds in drei Wochen geführt zu haben. Nun befindet sich der Wechselkurs an einer kritischen Barriere um 0,90 herum (200-1D Moving Average), wobei ein durchstoßen des Niveaus neues Aufwärtspotenzial wecken könnte. An der Unterseite bleibt Raum für Bewegungen bis 0,8840. Märkte scheinen weiterhin kein No-Deal Brexit einzupreisen. Mit dem heutigen Tag wechselt der Fokus zumindest kurzfristig wieder zu den Datenveröffentlichungen, wobei die Industrieproduktion und das Bruttoinlandsprodukt zeigen werden, wie groß der negtive „Spill-over“ Effekt der Brexit-Unsicherheiten auf die Realwirtschaft ist.

PLN

EUR PLN (4,3280)
Das zentraleuropäische Währungspaar verweilt aufgrund fehlender Dynamik weiterhin im Unterstützungsbereich um 4,32 herum. Auch für heute stehen datenseitig keine polnischen Veröffentlichungen an der Tagesordnung, wobei der Euro mit den Protokollen der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank für neue Impulse sorgen könnte. Risiken an der Unterseite könnten Potenzial bis 4,30 aufbauen, wobei an der Oberseite 4,35 als Referenzpunkt bestehen bleibt.

HUF

EUR HUF  (334,20)
Vor dem Hintergrund sinkender ungarischer Handelsdaten vermerkt der Forint die vierte tägliche Abwertung infolge. Dabei verzeichnen die Exporte einen Rückschlag und steigen im August um 2,6 Prozent an, deutlich von dem mehr als achtprozentigen Anstieg im Vormonat abgekühlt. An der dreiwöchigen Handelsspanne zwischen 331,20 und 336,00 konnten die Daten und die Neuigkeiten an der Handelsfront jedoch nicht rütteln.

CZK

EUR CZK  (25,800)
Die Krone konnte nicht von der gestrigen Risikofreude an den Märkten profitieren und erreicht zum ersten Mal im Oktober, wenn auch nur kurzfristig, die 25,86-Marke. Somit liegt die tschechische Währung signifikant unter den Prognosen der eigenen Währungshüter, welche die Handelsunsicherheiten deutlich unterschätzt hatten. Dementsprechend fiel auch die Prognose der tschechischen Zentralbank mit einem erwarteten Wechselkurs von 25,40 im dritten und 25,2 im vierten Quartal etwas optimistisch aus. Mögliche Aufwertungsgelegenheiten für die Krone bleiben aufgrund der straffen Zentralbank jedoch weiterhin bestehen. In dem Kontext erhalten die heutigen Inflationsdaten eine erhöhte Relevanz.


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