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Wöchentliche Marktberichte

Okt 07, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wöchentlicher Überblick

USD

EUR USD (1,0980)
Die feiertagsbedingte Ruhe an der Handelsfront und erste Anzeichen einer US-amerikanischen Verlangsamung halfen dem Euro in der letzten Woche auf die Beine. Obwohl die Inflationszahlen für die Eurozone und Deutschland alles andere als überzeugen konnten und das Argument weiterer geldpolitischer Stimuluspakete nochmals kräftigen konnten, wurden diese fast zur Gänze von der Datenschwäche in den USA überschattet. Im Fokus standen dabei die schwachen Einkaufsmanagerindizes, welche die negativen Folgen des Handelskriegs und der somit einhergehenden Unsicherheiten deutlich aufzeigen konnten. Laut der Umfrage der US-amerikanischen Manager fallen die Neuaufträge des Exportsektors auf ein 10-jähriges Tief, zuletzt in der Finanzkrise zu sehen. Auch der Dienstleistungssektor kommt nicht unverschont davon und fällt auf ein 3-jähriges Tief, bleibt jedoch weiterhin im expansiven Bereich. Den absoluten Höhepunkt der Woche stellte mit Abstand die Veröffentlichung des US-amerikanischen Arbeitsmarktberichts dar, welcher aufgrund des doppelten Mandats der Fed besondere Aufmerksamkeit genießt. Mit einem Jobwachstum von 136 Tausend im September waren sich Analysten anfänglich nicht sicher, wie die Märkte reagieren würden. Obwohl die Zahl deutlich unter den 190k Tausend liegt, welche Schätzungen zufolge benötigt wird, um die Arbeitslosenquote gering zu halten, schien die Lesung kein allzu großes Rezessionssignal darzustellen. Somit bleibt die Resistenz des US-Arbeitsmarkts zum gewissen Maße aufrechterhalten, wobei der Fokus nun auf den Handelskrieg wechselt.
 
Am Donnerstag beginnen die mit Anspannung erwarteten Handelsgespräche zwischen China und den USA. Dabei werden sich chinesische Handelsbeauftragte in Begleitung des Vizepremierministers Liu He auf den Weg nach Washington machen, um US-Offizielle rund um Robert Lightizer zu treffen. Es steht viel auf dem Spiel, denn sollte es zu keinen Fortschritten in den Gesprächen kommen, stehen neue Zollerhöhungen am 12. Oktober vor der Tür. Davor fällt der Fokus jedoch auf deutsche Industriezahlen, welche heute und morgen veröffentlicht werden. Die Werkaufträge und die Industrieproduktion hätten bei einem schlechten Ergebnis das Potenzial, den Druck auf den Euro deutlich zu erhöhen und die Gemeinschaftswährung nach unten zu ziehen. Aufseiten der Geldpolitik wird die Veröffentlichung der Protokolle der letzten Zinsentscheidung der Fed (Mittwoch) und EZB (Donnerstag) im Zentrum stehen.

Trotz der viertägigen Aufwertung des EURUSD bleibt der seit Juni anhaltende Abwärtstrend aufrechterhalten, solange sich das Paar unterhalb 1,1010 befindet. Ein durchstoßen dieses Niveaus könnte zu Potenzial bis 1,1110 führen, bleibt aufgrund der erwartet negativen deutschen Zahlen derzeit nicht zu erwarten.

CHF

EUR CHF (1,0940)
Die US-China Handelsgespräche gehen in die nächste Runde und könnten mit einem deutlichen Anstieg der Volatilität begleitet werden. Die Gefahr eines Gesprächsabbruchs und der Ankündigung neuer Zölle bleibt somit weiterhin hoch und könnte den Euro in seinen Erholungsversuchen limitieren. Die ebenfalls schwachen erwarteten deutschen Industriezahlen bergen das Potenzial, Bewegungen in Richtung des Jahrestiefs auszulösen. Da sich der EURCHF derzeit an der oberen Grenze seiner kurzfristigen Bewegungsspanne zwischen 1,0840 und 1,1000 befindet, könnte die erhöhte Risikoaversion zu einer Talfahrt zum unteren Niveau führen.

GBP

EUR GBP (0,8910)
Weniger als vier ganze Wochen verbleiben bis zu dem vermeintlichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Obwohl Boris Johnson letzte Woche seinen Vorschlag eines Abkommens präsentiere, konnte der Plan keine große Freude bei den europäischen Offiziellen wecken. Laut dem französischen Präsidenten Emanuel Macron hätte der britische Premierminister Boris Johnson bis Freitag Zeit, das Abkommen abzuändern, um die Wahrscheinlichkeit eines Zustandekommens zu erhöhen. Ob sich diese erhöhte Unsicherheit bezüglich des Austritts auch in einem verlangsamten Wirtschaftswachstum ausgewirkt hat, wird mit der Veröffentlichung der Schätzung des Bruttoinlandsprodukts am Donnerstag ersichtlich werden.

PLN

EUR PLN (4,3190)
Der Zloty konnte sich am Freitag noch mal deutlich gegenüber dem Euro festigen, nachdem das Urteil des Obersten europäischen Gerichtshofs milder für die polnischen Banken ausfiel, als in die Märkte eingepreist war. Die kurzfristige heimische Unsicherheit scheint somit deutlich gesunken zu sein, bleibt aufgrund der Rückzahlungen der Banken an die polnischen Haushalte erhalten. Dies verringert den unmittelbar negativen Einfluss auf den Finanz- und Devisenmarkt. Der EURPLN befindet sich derzeit in dem Unterstützungsbereich 4,3150-4,3230, wobei ein Unterlaufen zu Bewegungen bis 4,3000 führen könnte. Kommt es im Laufe der Woche zu einer erhöhten Risikoaversion, könnte sich der Euro in Richtung 3,4500 stärken.

HUF

EUR HUF  (332,90)
Nach einer zweimonatigen Talfahrt, welche in einem Allzeittief für den Forint resultierte, zeigt die ungarische Währung gegen Ende der letzten Woche erste Erholungserscheinungen. Dabei unterläuft der EURHUF das Niveau 334,00 und sieht sich nun der Unterstützung 331,20 entgegen. Neben der Veröffentlichung der ungarischen Industrieerträge (heute) und des Verbraucherpreisindex könnte die Entwicklung der US-China Handelsgespräche und die deutschen Industriedaten (heute und morgen) einen signifikanten Einfluss auf das Währungspaar nehmen. Die Bewegungsspanne für diese Woche ist zwischen 329,70 (200-1d Moving Average) und 335,00 angesetzt.

CZK

EUR CZK  (25,730)
Die feiertagsbedingte fehlende Entwicklung an der Handelsfront gab die Möglichkeit, sich zumindest kurzfristig auf die tschechischen Fundamentaldaten zu fokussieren. Dass die heimischen Bedingungen in der zentraleuropäischen Volkswirtschaft trotz externer Unsicherheiten weiterhin souverän erscheinen, fand auch die Ratingagentur Moodys, welche den Status des Landes um eine Stufe erhöht. Gekoppelt mit einer Zentralbank, welcher sich dem globalen Lockerungszyklus nicht anschließen möchte, schien es nicht erstaunlich, dass sich die Krone in der letzten Woche festigen konnte. Bezüglich neuer Veröffentlichungen stehen die Einzelhandelsumsätze (Dienstag) und das Inflationsniveau am Donnerstag im Fokus, wobei genau wie bei dem Forint der US-China Handelskrieg das größte Potenzial unerwarteter Wechselkursbewegungen innehält.


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