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Wöchentliche Marktberichte

Okt 04, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fällt nun auch der US-Konsument

USD

EUR USD (1,0970)
Dass sich das globale verarbeitende Gewerbe seit Anfang des Jahres in einer Rezession befindet, stellt keine Neuigkeit dar. Dass nun jedoch auch der Dienstleistungssektor erste Zeichen einer Verlangsamung aufzeigt, ausgelöst durch die nun nachhaltige Periode wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit, stellt eine Seltenheit dar. So selten, dass die einzigen zwei Male, bei denen der US-Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungssektor in den negativen Bereich gefallen war (nach dem Jahr 2000) eine sofortige Rezession mit sich brachten. Noch befindet sich der Dienstleistungssektor in den wichtigen Volkswirtschaften der Welt wie Deutschland und den USA in der Expansion, jedoch in einer deutlich geringeren als in den Vormonaten. Diese kurzfristig unerwartete Schwäche an der Datenfront gab dem Euro unmittelbaren Rückenwind, um sich leicht von dem 28-monatigen Tief hoch zu kämpfen, wobei die mittelfristige Implikation der US-Datenschwäche einen Aufwärtstrend für den Euro schaffen könnte. Dabei fällt der Blick auf den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht, welcher als Höhepunkt der Woche gesehen wird. Sollten die Leitindikatoren wie der PMI Subindex für den Arbeitsmarkt und der am Mittwoch veröffentlichte ADP Arbeitsmarktbericht recht behalten, könnten die heutigen Non-Farm payrolls deutlich abkühlen und den US-Dollar somit belasten. Reale Implikationen der dieswöchigen Veröffentlichung für die amerikanische Wirtschaft spiegeln sich auch in den Erwartungen einer Zinssenkung wider. Geldmärkte gehen nun von einer 88-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer Lockerung der Fed um 25-Basispunkte bei dem Treffen am 30. Oktober aus. Vor einer Woche waren es noch 50 Prozent.

Da dem Euro derzeit jegliche eigenständige Katalysatoren fehlen, bleibt das Ausmaß der Erholung von der Dollar-Schwäche abhängig. Aufgrund der nachhaltigen Datenschwäche der Eurozone seit Anfang des Jahres, besteht die Möglichkeit, dass die Märkte eine Rezession Deutschlands im dritten Quartal eingepreist haben. Da sowohl die wirtschaftliche als auch die geldpolitische Lage in den USA viel mehr Raum nach unten birgt, könnte sich dies positiv für den Euro erweisen. Erholungen des EURUSD sehen sich derzeit den wichtigen Barrieren bei 1,1050 und 1,1100 entgegen.

CHF

EUR CHF (1,0970)
Die Bereitschaft zur Intervention scheint in manchen Situationen die gleiche Wirkung wie ein tatsächliches Einschreiten der Zentralbank zu haben. So sieht es nämlich seit einigen Tagen bei dem zentraleuropäischen Währungspaar aus, welches sich in den letzten zwei Tagen deutliche stärken konnte, nachdem die schweizerischen Währungshüter ihre Bereitschaft zur Schwächung des Franken untermauern. Auch die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich eines konstanten Zinsniveaus bei der europäischen Zinsentscheidung gegen Ende des Monats wirkt sich positiv auf den Euro aus. Ohne wirkliche Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivität in der Eurozone könnte die Erholung der Gemeinschaftswährung jedoch eine kurz gelebte sein, welche bei 1,1000/50 ein Ende finden könnte.

GBP

EUR GBP (0,8880)
Obwohl der am Mittwoch vorgeschlagene Austrittsplan Boris Johnsons die europäischen Offiziellen nicht ganz überzeugen könnte, scheinen sich immer mehr britische Gesetzgeber hinter den Premierminister zu stellen. In einem letzten Versuch, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu vollenden, scheint Boris Johnson auch außerparteiliche Unterstützung erhalten zu haben. Da sich das britische Pfund fast parallel mit den Neuigkeiten an der Brexitfront bewegt, scheint die gestrige Aufwertung der britischen Währung nicht unerwartet. Fehlendes Momentum lässt den EURGBP jedoch oberhalb der Unterstützung 0,8850 wieder die Dominanz gewinnen und somit bleibt das Potenzial bis 0,9000 aufrechterhalten.

PLN

EUR PLN (4,3315)
Die mit Anspannung erwartete Entscheidung des europäischen Gerichtshofs bezüglich der möglichen Strafwidrigkeit polnischer Banken bei der Vergabe von Hypotheken hat gestern ein Urteil gefunden. Laut dem Befund können polnische Konsumenten, welche in den letzten 10 Jahren einen in Franken denominierten Kredit aufgenommen haben, heimische Gerichte dazu bitten, diese zu annullieren. Der gestrige Anstieg des Zloty und einzelner polnischer Bankaktien zeigt jedoch, dass sich Investoren ein deutlich schlimmeres Urteil erwartet hatten. Denn obwohl die Banken dazu gezwungen werden, eine hohe Summe der unfairen Kredite zurückzahlen, bleibt es den heimischen Gerichten bestimmt, diese rechtswidrigen Verträge und die entsprechende Strafe zu bestimmen. Somit erwarten sich Ökonomen und Analysten einen geringeren Einfluss auf den Devisenmarkt, da sich die Rückzahlungen über eine lange Periode strecken werden und die polnische Zentralbank genug Munition, in Form von Fremdwährungsreserven hätte, um einer deutlichen Abwertung des Zloty entgegenzuwirken. Sollte der gestrige Aufschwung der polnischen Währung an Fahrt aufnehmen, stellt der Bereich 4,3200-4,3165 den ersten Potenzialpunkt dar. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte konsequenterweise eine Aufwertung des Zloty bis 4,3000 entfalten.

HUF

EUR HUF  (332,50)
Da es für die ungarische Wirtschaft keine relevanten Veröffentlichungen zu vermelden gab, bildet der Forint seit zwei Tagen die positiven Bewegungen des polnischen Zlotys synchron nach und bricht souverän den seit Anfang August anhaltenden Abwärtstrend. Sollte im weiteren Verlauf auch die Unterstützung 331,20 fallen, bleibt eine Bewegung bis 329,800 (200-1D Moving Average) und 327,90 (Hoch 30. Juli 2019) nicht auszuschließen.

CZK

EUR CZK  (25,721)
Die nun dreitägige Dollar-Schwäche scheint der Krone inmitten der Unterstützung seitens der tschechischen Zentralbank einen Aufschwung mit auf den Weg gegeben zu haben und so bricht der EURCZK den kurzfristigen Aufwärtstrend. Derzeit befindet sich das zentraleuropäische Währungspaar an der signifikanten Unterstützung 25,700, wobei ein Unterlaufen dieses Niveaus zu Potenzial bis 25,600 führen könnte. Neben dem US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht dient die Veröffentlichung der Protokolle der letzten tschechischen Zinsentscheidung als möglicher Impulsgeber für das Währungspaar.


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