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Wöchentliche Marktberichte

Okt 03, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Wirtschaft doch nicht so resistent?

USD

EUR USD (1,0955)
Positive Nachrichten über die derzeitige globale Wirtschaftslage scheinen immer seltener zu werden. Auch diese Woche nahm datenseitig keinen guten Beginn. Zuerst verzeichnen sowohl die deutsche als auch die europäische Inflationsrate eine deutliche Abkühlung und entfernen sich somit von dem Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbanken. Am Dienstag verschärft dann der US-amerikanische Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe die Rezessionsängste unter den Pessimisten der Marktteilnehmer und fällt mit einem Wert von 47,1 erneut in den negativen Bereich (unter 50). Insbesondere der Subindex des PMIs, welcher die Neuaufträge des Exportsektors abbildet und hohe Korrelation mit dem US-amerikanischen Aktienmarkt aufzeigt, verzeichnet den schwächsten Stand seit der Finanzkrise 2009. Diese kurzfristige Schwäche an der Datenfront gab dem Euro unmittelbaren Rückenwind, um sich leicht von dem neuen 28-monatigen Tief hoch zu kämpfen, wobei die mittelfristige Implikation der US-Datenschwäche einen Aufwärtstrend für den Euro schaffen könnte. Dabei fällt der Blick auf den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht, welcher als Höhepunkt der Woche gesehen wird. Sollten die Leitindikatoren wie der PMI Subindex für den Arbeitsmarkt und der gestern veröffentlichte ADP Arbeitsmarktbericht recht behalten, könnten die Non-Farm payrolls am Freitag deutlich abkühlen und könnten den US-Dollar belasten. Davor rücken jedoch die Werkaufträge und der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in den Vordergrund. Diesen beiden Veröffentlichungen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da der negative „Spill-over“ von der schwachen Industrie auf den US-Konsumenten weiterhin nicht bestätigt wurde und den größten negativen Faktoren für den Dollar darstellt. Eine zweite Implikation der neuerlich negativen Datenentwicklung bildet sich in den Markterwartungen bezüglich der nächsten Zinsentscheidung der Fed ab. Marktteilnehmer gehen nun von einer mehr als 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank gegen Ende des Monats aus, was die dritte Lockerung in diesem Jahr darstellen würde.

Im Falle einer Fortsetzung der US-Datenschwäche bleibt eine Bewegung bis 1,1020 nicht auszuschließen. Ein durchstoßen dieser Barriere birgt Potenzial bis 1,1195, wobei Erholung jenseits dieses Niveaus deutlich mehr aufweisen müssten, als nur eine Schwäche des Dollars. Da dem Euro derzeit jegliche positiven Katalysatoren fehlen, könnte die bereichsgebundene Bewegung zwischen 1,09 und 1,12 für das restliche Jahr bestehen bleiben. Die Tendenz nach unten ist aufgrund der möglichen US-Zölle auf europäische Exporte weiterhin gegeben und wird ohne eine endgültige Lösung einen limitierenden Faktor darstellen.

GBP

EUR GBP (0,8910)
„Zwei Grenzen für vier Jahre“. Mit diesem gestern vorgestellten Plan will Premierminister, Boris Johnson, die Gesetzgeber in Brüssel zu einem Austrittsabkommen verleiten. Dabei soll Nordirland laut dem Vorschlag die europäische Zollunion gleichzeitig mit Großbritannien verlassen, den Regulationen der EU jedoch weiterhin folgen.  Unter den Politikern in Brüssel erweckte der Austrittsvorschlag gemischte Reaktionen, wobei sich irische Offizielle deutlich gegen den Plan ausgesprochen haben. Dem Pfund scheinen die gestrigen Ereignisse alles andere als geholfen zu haben und so führt der EURGBP den Vormarsch weiter fort. Die gestrige Stärkung des Euro oberhalb der Barriere 0,8900 hätte das Potenzial, Bewegungen bis 0,9000 zu entfalten, wobei an der Unterseite 0,8840 weiterhin mögliche Verluste der Gemeinschaftswährung verhindert.

CHF

EUR CHF (1,0930)
Die schweizerische Zentralbank (SNB) scheint dem Euro nicht nur mit den wöchentlichen Währungsinterventionen unter die Arme zu greifen. Gestern reichte sogar die erneute Bekenntnis des SNB- Direktoriumsmitglieds Andrea Maechler zu den Negativzinsen, um die Gemeinschaftswährung nach oben zu befördern. Dabei betont die Zentralbankerin erneut die Relevanz der expansiven Geldpolitik als Gegenmaßnahme zur Aufwertung des Schweizer Franken, welcher aufgrund der momentanen Handelsunsicherheiten und dem Brexit erhöhte Nachfrage genießt. Da dem Euro selbst keine positiven Katalysatoren zuzusprechen sind, bleibt die Frage offen, wie weit sich die Erholung ziehen kann. Die erste Barriere nachhaltiger Aufwärtsbewegungen stellt 1,0960 dar, wobei ein Durchstoßen dieses Niveaus Potenzial bis 1,1000 entfalten könnte. Aufwertungen im höheren Maße bleiben aufgrund des Schwächeanfalls der europäischen Wirtschaft limitiert, was dazu führen könnte, dass der EURCHF das volle Erholungspotenzial bis 1,1150 nicht ausschöpfen kann.

PLN

EUR PLN (4,3615)
Der polnische Zloty konnte am gestrigen Handelstag leichte Gewinne verzeichnen, bleibt aufgrund des heutigen Urteils des europäischen Gerichtshofs bezüglich potenziell strafwidriger Hypothekenvergaben polnischer Banken unter Druck. Die mögliche Geldstrafe im Wert von bis zu 16 Milliarden Euro würde das Bankenwesen in Polen erschüttern und könnte sich in negativen Bewegungen des Zloty am Devisenmarkt bemerkbar machen. Somit könnte mittelfristig auch ein Bruch der Unterstützung 4,3500 nur zu Potenzial bis 4,3200 führen, wobei an der Oberseite das Jahreshoch bei 4,4000 die Barriere weiterer Aufwertungen des Euro darstellt. Das Szenario einer bereichsgebunden Bewegung zwischen 3,3200 und 3,4000 bleibt auch nach der heutigen Zinsentscheidung wahrscheinlich, in welcher sich die Währungshüter zu ihrer neutralen Haltung positiv geäußert haben und den Zinssatz konstant halten.

HUF

EUR HUF  (333,80)
Der Forint konnte von der gestrigen Dollar-Schwäche profitieren und durchbricht mit der größten Aufwertung seit zwei Monaten den seit August anhaltenden Abwärtstrend. In Kombination mit der momentanen Ruhe an der Handelsfront könnte die Aufwärtsbewegung an Fahrt gewinnen und das Potenzial bis 331,28 ausschöpfen. Ein Unterlaufen dieser Unterstützung wird sich jedoch deutlich schwieriger gestalten und stark von dem am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht abhängen, welcher das Marktsentiment für die nächste Woche festlegen wird.

CZK

EUR CZK  (25,781)
Die derzeit fehlende Bereitschaft der tschechischen Währungshüter den Zinssatz zu senken scheint der Krone eine leicht positive Tendenz mit auf den Weg gegeben zu haben und so testet die EURCZK wiederholt den dreimonatigen Aufwärtstrend an der Unterseite. Sollte im Verlauf der kurzfristigen Erholung der Krone die Unterstützung 25,760 fallen, bleibt von einer Bewegung bis 25,70 auszugehen. Aufgrund der positiven Überraschung des tschechischen Bruttoinlandsprodukts, welches im zweiten Quartal auf Jahresbasis um  2,6 Prozent wachsen konnte, bleibt das allgemeine Risikosentiment rund um die mögliche deutsche Rezession der einzige negative Treiber der Krone.


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