Wöchentliche Marktberichte

Okt 01, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EZB fühlt sich bestätigt

USD

EUR USD (1,0890)
Handelspolitisch verspricht die Woche aufgrund des chinesischen Feiertags und fehlender Veröffentlichungen aus China keine allzu großen Überraschungen. Das der Mangel an Neuentwicklungen an der Handelsfront jedoch die Wirtschaftsdaten für die Eurozone und Deutschland in den Fokus rücken lässt, scheint dem Euro alles andere als geholfen zu haben. Neben dem höheren Zinsniveau in den USA und der breit angelegten Risikoaversion in den Märkten, stellt die derzeitige Wirtschaftsdivergenz zwischen den Vereinigten Staaten und dem Euroraum den größten Treiber des EURUSD dar. Die Auswirkung schwacher Wirtschaftsveröffentlichungen auf den Wechselkurs wurde gestern mit der Herausgabe der deutschen Inflation wieder deutlich aufgezeigt. Diese sinkt nämlich auf ein dreijähriges Tief und lässt das in letzter Zeit kritisierte geldpolitische Stimuluspaket der Europäischen Zentralbank wieder in ein besseres Licht rücken. Wie sehr monetäre Maßnahmen der Wirtschaft ohne fiskalische Unterstützung helfen können, bleibt jedoch fraglich.

Die unmittelbare Folge der schwachen Inflationszahlen und der allgemein pessimistischen Haltung gegenüber der Eurozone manifestiert sich in dem Fall des Euro auf das geringste Niveau seit Mai 2017. Dabei wurde die wichtige Unterstützung bei 1,0930 durchbrochen, welche die Möglichkeit weiterer Abwärtsbewegungen eröffnet hat. Kurzfristig könnten die heutigen Veröffentlichungen der europäischen Inflation und des deutschen Einkaufsmanagerindizes neue Impulse liefern, wobei der ISM Einkaufsmanagerindex für die USA einen weitaus größeren Stellenwert als Wechselkurstreiber erhalten wird. Sollte sich der Index für das verarbeitende Gewerbe wieder über die 50er-Marke kämpfen, welche die Expansion von der Kontraktion trennt, könnte sich das negativ für den Euro auswirken. Mittelfristig bleibt der Druck auf der Gemeinschaftswährung auch aufgrund der hohen saisonbedingten Dollar-Nachfrage im vierten Quartal bestehen.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Die symbolische Unterstützung des EURCHF bei 1,0840 hat fürs Erste gehalten. Obwohl es feiertagsbedingt zu keinen neuen Entwicklungen an der Handelsfront kam und die deutsche Inflation Markterwartungen enttäuscht hatte, kompensiert die Gemeinschaftswährung mit der gestrigen Aufwertung die letzten vier Verlusttage. Ob die schweizerische Zentralbank für die kurzfristige Erholungs-Rally verantwortlich gemacht werden kann, wird sich erst bei der Veröffentlichung der Sichtguthaben der SNB nächsten Montag zeigen. Allzu große Aufwertungen werden jedoch nicht erwartet, da die wirtschaftliche Schwäche der Eurozone den Vorstoß jenseits 1,1000 nicht rechtfertigen würde. Insbesondere da die heute veröffentliche Inflation für die Eurozone und der deutsche Einkaufsmanagerindizes das Potenzial hätten, den Druck auf den Euro weiter zu erhöhen.

GBP

EUR GBP (0,8860)
Der Optimismus bezüglich eines geordneten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union und der damit einhergehenden Stärke des britischen Pfunds scheint langsam zu verblasen. So verzeichnet der EURGBP die erste wöchentliche Aufwertung seit mehr als einem Monat, getrieben durch die fehlenden Pläne Boris Johnsons, seine Austrittswünsche durchzusetzen. Die derzeitige Bewegungsspanne ist zwischen 0,8830 und 0,8910 definiert, wobei ein schlechtes Ergebnis bei den heutigen Einkaufsmanagerindizes Druck auf das Pfund aufbauen könnte.

PLN

EUR PLN (4,3700)
Fehlende Nachrichten an der Handelsfront verhelfen dem Zloty trotz der momentanen Anspannungen bei polnischen Investoren zu einem positiven Start in die Woche. Die gestrige Aufwärtsbewegung steht in deutlichem Kontrast zu der derzeit negativen Tendenz der polnischen Währung. Am Donnerstag entscheidet der europäische Gerichtshof (ECJ) über den möglichen verstoß polnischer Banken bei der in Schweizer Franken denominierten Kreditvergabe. Im schlimmsten Fall könnten die Banken zu einer Geldstrafe von 16 Milliarden US-Dollar verdonnert werden, was deutlich negative Effekte auf den Zloty haben würde, welcher die Barriere 4,4000 testen könnte. Vor dem Gerichtsurteil wird die heute veröffentlichte Inflation letzte Impulse für die polnische Zinsentscheidung am Mittwoch liefern, bei der Marktteilnehmer von keiner Zinsveränderung ausgehen.

HUF

EUR HUF  (335,00)
Der Forint konnte von dem positiven Wochenstart in der Region profitieren und wertet inmitten der Veröffentlichung der ungarischen Löhne auf. Diese verzeichnen in den ersten sieben Monaten einen durchschnittlichen Anstieg von 10,6 Prozent (ggü. Vorjahr) und bestätigen die anhaltende Expansion am ungarischen Arbeitsmarkt.  Sollte es im Verlauf der nächsten Tage zum Durchbruch der Unterstützung 334,00 kommen, könnten kurzfristige Erholungsversuche das Niveau 331,00 ins Visier nehmen. Dies bleibt jedoch von einem positiven Ergebnis bei den heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes abhängig.

CZK

EUR CZK  (25,850)
Die derzeitige Bewegungsspanne des Währungspaares zwischen 25,750 und 25,870 könnte mit der heutigen Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes und des tschechischen Bruttoinlandsprodukts ernsthaft unter die Probe gestellt werden. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob sich das verarbeitende Gewerbe von dem im Juli gesetzten 10-jährigen Tief erholen konnte und wie stark sich der Verfall der Industrie auf das allgemeine Wirtschaftswachstum ausgewirkt hat.


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