Wöchentliche Marktberichte

Sep 30, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kapitalkontrollen nach den Feiertagen?

USD

EUR USD (1,0935)
Neben dem derzeit anhaltenden Handelskrieg zwischen China und den USA und Aussichten auf einen möglichen Währungskrieg zwischen den entwickelten Nationen sorgen am Freitag veröffentlichte Berichte für Ängste über einen möglichen Kapitalkrieg. Dabei teilen Quellen der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass die Trump-Regierung die Möglichkeit in Erwägung zieht, radikale finanzielle Druckmaßnahmen gegen Peking einzusetzen, um die wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs zu verschärfen und somit ein Abkommen zu erzwingen. Dabei soll es konkret um eine Begrenzung von US-Investitionen in chinesische Unternehmen gehen, wobei die Regierung den Unternehmen aus China sogar die Börsennotierung in den Staaten verbieten würde. Heute wird sich zeigen, wie die Finanzmärkte auf die mögliche Verschärfung an der Handelsfront reagieren werden und ob Donald Trump die Nachrichten bestätigen wird. Da angesichts des chinesischen Feiertages nun eine fünftägige Ruhepause in China stattfindet und neue Handelsgespräche erst für den 10-11. Oktober angesetzt sind, könnten nun wieder die Wirtschaftsdaten in den Fokus des Geschehens rücken.

Dabei konnten die letzte Woche veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für Deutschland jegliche Zweifel über die Verlangsamung im Industriegewerbe aufheben. Nun rückt jedoch die Frage in den Fokus, ob sich die Schwäche des verarbeitenden Gewerbes auf den Konsumenten und den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. Jegliche Zeichen einer Verlangsamung des Verbrauchers wird sich in einer größeren Rezessionsangst bemerkbar machen und den Euro nach unten ziehen.

Der Euro bricht letzte Woche nach Unterlaufen der Unterstützung 1,0920 auf ein neues 28-monatiges Tief. Derzeit kann eine weitere Abwärtsbewegung nicht ausgeschlossen werden, da die Skepsis bezüglich des Euroraums aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin anhält. Impulsgeber für den heutigen Tag könnten die Veröffentlichungen der deutschen Einzelhandelsumsätze, der Inflationsdaten und Arbeitslosenquote sein, wobei der Fokus gegen Ende der Woche wieder auf den US-Arbeitsmarktbericht wechseln wird.

CHF

EUR CHF (1,0840)
Die europäische Gemeinschaftswährung geht aufgrund einer siebentägigen Abwertung geschwächt in die neue Woche. Neben den Unsicherheiten rund um den Enthebungsprozess des US-amerikanischen Präsidenten bleiben fehlende Entwicklungen im US-China Handelskrieg ein limitierender Faktor für den Euro. Auch die derzeitig schwache Wirtschaftslage der Union scheint nicht zugunsten der Gemeinschaftswährung zu arbeiten und lässt das Währungspaar in Nähe des Jahrestiefs verweilen. Ein nachhaltiger Bruch unter 1,0840 könnte zu Bewegungen in Richtung 1,0810 führen, wobei ein Unterlaufen dieser Unterstützung Potenzial bis 1,0750 schaffen würde. An der Oberseite verhindert die Barriere 1,0960 jegliche Erholungsversuche.

GBP

EUR GBP (0,8890)
Der aufgekommene Optimismus nach der Verkündung der Entscheidung des Obersten britischen Gerichtshofs, welcher die Suspension des Parlaments als rechtswidrig erklärt hatte, scheint nun wieder abgekühlt zu sein. In den ersten Stunden nach der Entscheidung konnte sich das Pfund leicht stärken. Die Parlamentssitzung am Folgetag (Mittwoch) machte jedoch deutlich, dass sich die politische Blockade bezüglich des Brexits kein Stück verbessert hatte. Mit weniger als fünf Wochen bis zum möglichen Austritt Großbritanniens genießen Nachrichten bezüglich des Brexits hohe Aufmerksamkeit, wobei an der Datenfront die Veröffentlichung des britischen Bruttoinlandsprodukts (heute) und des Einkaufsmanagerindizes (morgen) den Höhepunkt darstellen werden. Der Euro scheint sich leicht von dem bei 0,8800 gesetzten lokalen Tief erholt zu haben und führt seine Aufwärtsbewegung weiter fort. Sollte es im Laufe der Erholung zu einem Durchbruch der Barriere 0,8920 kommen, sind Bewegungen bis 0,9000 nicht auszuschließen.

PLN

EUR PLN (4,3800)
Die endgültige Gerichtsentscheidung am 03. Oktober bezüglich eines vor zehn Jahren angefangenen Hypothekenprogramms polnischer Banken hemmt trotz der Aufwertung am Freitag weiterhin die Erholung des Zloty. Die mögliche Geldstrafe, welche mit 16 Milliarden US-Dollar mehr als den vierfachen Jahresprofit des polnischen Bankensektors darstellen würde, scheint regionale Investoren derzeit vom Zloty fernzuhalten. Vor der am Mittwoch angesetzten polnischen Zinsentscheidung rücken nochmals die Veröffentlichung der Inflation und des Einkaufsmanagerindizes ins Zentrum des Geschehens, welche die letzten wirtschaftlichen Erkenntnisse für die Währungshüter vor dem geldpolitischen Treffen darstellen würden. Die symbolische Barriere bei 4,4000 limitiert derzeit weitere Verluste des Zloty, wobei ein Durchbruch des Niveaus 4,3750 zu Bewegungen bis 4,3200 führen könnte.

HUF

EUR HUF  (335,40)
Nach einer fünfwöchigen Talfahrt erreicht der Forint ein neues Allzeittief bei 336,30, was die Frage in den Raum geworfen hat, wie lange die Schwäche der ungarische noch andauern könnte. Der derzeit einzige Potenzialpunkt scheint neben dem Allzeittief, unter welchem sich der Forint momentan befindet, das 138-prozentige Fibonacci-Retracement bei 339,20 zu sein. Eine nachhaltige Aversion gegenüber der Währung könnte somit zu weiteren Verlusten in Richtung der Zielzone 339,00-340,00 sorgen. Dies bleibt von dem allgemeinen Risikosentiment gegenüber Schwellenländern und der dieswöchigen Datenlage abhängig. Neben den am Dienstag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes könnten die Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) neue Impulse liefern.

CZK

EUR CZK  (25,850)
Die deutsche Industrieschwäche hat sich in den letzten Monaten deutlich in dem tschechischen verarbeitenden Gewerbe abgezeichnet, welches sich derzeit auf einem 10-jährigen Tief befindet. Ein relevanter Impulsgeber bleibt somit die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes und des tschechischen Bruttoinlandsprodukts am Dienstag, welche zeigen werden, wie belastet sich die zentraleuropäische Volkswirtschaft inmitten der externen Turbulenzen sieht. An der politischen Front wird die dieswöchige Entscheidung Moodys über das Rating Tschechiens von Interesse sein, wobei ein Einfluss auf den Wechselkurs weiterhin eher unwahrscheinlich bleibt.


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