Wöchentliche Marktberichte

Sep 27, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro am 28-monatigen Tief

USD

EUR USD (1,0918)
Die internen politischen Probleme rund um den Amtsenthebungsprozess des US-amerikanischen Präsidenten, Donald Trump, scheinen sich kaum in einer schwächeren Nachfrage des Dollars  bemerkbar zu machen. Ganz im Gegenteil fügt sich die dadurch entstandene Unsicherheit an den Märkten in ein Bild globaler politischer Anspannungen, welches die Stärke der US-amerikanischen Währung untermauert. Aufgrund der derzeitigen Zusammenstellung der beiden parlamentarischen Häuser in den Staaten und den marginalen Reaktionen an den Finanzmärkten bleibt eine tatsächliche Amtsenthebung weiterhin unwahrscheinlich. Somit könnte Donald Trump im von den Demokraten geführten Unterhaus zwar angeklagt werden, jedoch bleibt die Chance auf eine Verurteilung im oberen Parlamentshaus (Senat) aufgrund der republikanischen Mehrheit noch keine ernst zu nehmende Möglichkeit.

Neben den Diskussionen rund um den vermutlichen Machtmissbrauch Donald Trumps, scheinen Anzeichen einer politischen Divergenz innerhalb der Europäischen Union die Runden zu machen. Inmitten des Wiederbeginns der kontroversen Anleihenkäufe haben sich in den letzten zwei Wochen die Präsidenten der deutschen, französischen, niederländischen und österreichischen Zentralbanken zu Wort gemeldet und sich öffentlich gegen die QE-Maßnahme ausgesprochen. Dass diese Meinungsspaltung in den eigenen Reihen der Notenbank keine so ganz normale Tatsache darstellt, wie EZB-Chefökonom Philip Lane das vor einigen Wochen noch lamentiert, zeigte der Rücktritt der deutschen Vertreterin im EZB-Vorstand, Sabine Lautenschläger. Zwei Jahre vor Mandatsschluss scheinen die Differenzen zwischen der lautstärksten Gegnerin des Expansionspakets und der offiziellen Stellung der Zentralbank zu groß geworden zu sein, was den Rücktritt voraussichtlich in die Wege geleitet hat.
 
Erwartungen eines wiederholten Haltens des doppelten Bodens bei 1,0925 wurden nicht erfüllt und so bricht der Euro auf ein neues 28-monatiges Tief. Neben dem nun potenziell ausgelösten stärkeren Verkaufsdruck, scheint die ökonomische Datenlage ebenfalls zugunsten des US-Dollars zu arbeiten. Sowohl die niedrigen Zinssätze, als auch die derzeit beobachtete Wirtschaftsstagnation in der Eurozone schwächt die Attraktivität der Gemeinschaftswährung. Sollte es im Abwärtstrend zu  weiteren Verlusten des EURUSD kommen, scheint das Niveau 1,0820 die nächste signifikante Unterstützung darzustellen. An der Oberseite verhindert 1,0925, dass sich Potenzial bis 1,1000 entfalten kann.

GBP

EUR GBP (0,8850)
Die Rückkehr des suspendierten britischen Parlaments scheint die Schwäche des Pfunds aufgrund fehlender richtungsweisender Antworten bezüglich des weiteren Verlaufs des Austritts mit sich gebracht zu haben. Neue Wechselkursimpulse im Pfund korrelieren derzeit stark mit den impliziten Wahrscheinlichkeiten eines No-Deal Szenarios, welches in den letzten Wochen wieder leicht gestiegen ist. Boris Johnson bestätigte am Mittwochabend wiederholt seine Bereitschaft, Großbritannien auch ohne ein Abkommen aus der Europäischen Union zu führen. Die Verlängerung der Austrittsfrist wird der Premierminister laut eigenen Aussagen nicht anstreben. Der EURGBP durchbricht getrieben von den Entwicklungen der letzten paar Tage den negativ geneigten Trend, welcher seit August anhält und weist nun Potenzial für leichte Erholungen auf. Die erste Barriere des neuen Aufwärtspotenzials bildet 0,8920, wobei ein durchstoßen dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 0,9000 führen könnte.

CHF

EUR CHF (1,0860)
Ohne wirkliche Erkenntnisse bezüglich neuer Entwicklungen im US-China Handelsdisput oder signifikanter Datenveröffentlichung für die beiden Volkswirtschaften bleiben allzu große Wechselkursbewegungen aus. Und auch wenn sich der Franken noch mal marginal zum Euro stärken konnte, scheint das ganze Potenzial gestern nicht ausgeschöpft worden zu sein, um die Barriere 1,0840 nachhaltig zu durchbrechen. Sollte der EURCHF dieses Niveau unterlaufen, bleibt eine Bewegung in Richtung des Jahrestiefs bei 1,0810 das wahrscheinlichste Szenario. An der Oberseite bildet das Niveau 1,0920 den ersten Potenzialpunkt einer Aufwärtsbewegung des Euro.

PLN

EUR PLN (4,3850)
Die Veröffentlichung der Protokolle der letzten polnischen Zinsentscheidung bestätigte wiederholt die neutrale Haltung der Notenbank. Obwohl ein offizieller Antrag auf eine Zinssenkung bei dem Treffen eingereicht wurde, konnte der Vorschlag kaum einen der Zentralbanker überzeugen, wobei die Diskussion gegen Ende hin sogar eine mögliche Zinsstraffung in den Raum warf. Der Zloty bleibt auch gestern erneut ohne wirklich überzeugende Dynamik und verweilt in Nähe des 13-monatigen Tiefs. Sollte sich im Laufe der nächsten Woche ein Risk-on Sentiment entwickeln, kann die Möglichkeit einer Erholung in Richtung 4,3500 nicht ausgeschlossen werden. Zu starke Aufwertungen könnten bis zum 03. Oktober deutlich von der anstehenden europäischen Gerichtsentscheidung bezüglich der Strafwidrigkeit polnischer Banken bei der Hypothekenvergabe gehemmt werden.

HUF

EUR HUF  (335,60)
Der gestern veröffentlichte ungarische Inflationsbericht scheint die steuerbereinigte Kerninflation für das verbleibende Jahr auf 3,4 Prozent zu setzten. Diese Prognose liegt somit deutlich unter dem im ersten Quartal gefundenen mehrjährigen Hoch der Teuerungsrate (3,9 Prozent) und lässt die letzte Hoffnung einer Zinsstraffung verblasen. Somit wertet der Forint wiederholt ab und verzeichnet ein neues Allzeittief gegenüber dem Euro, das nun Vierte, innerhalb der letzten acht Tage.

CZK

EUR CZK  (25,840)
Marktteilnehmer sahen sich von den geldpolitischen Falken in den Reihen der tschechischen Zentralbank überrascht und ließen die zentraleuropäische Währungspaar für kurze Zeit auf ein 3 ½ -wöchiges Tief fallen. Die neu gefundene Stärke der Krone hat sich einen Tag nach der Zinsentscheidung jedoch in Luft aufgelöst und so schafft es die europäische Gemeinschaftswährung, die Verluste des Vortages komplett zu negieren. Die heutige Bewegungspanne zwischen 25,750 und 25,860 bleibt somit weiterhin bestehen.


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