Wöchentliche Marktberichte

Sep 26, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zentralbanker melden sich zu Wort

USD

EUR USD (1,0955)
Wie auch in den letzten paar Wochen wird das derzeitige Geschehen am Devisenmarkt mehrheitlich von politischen, besonders handelspolitischen Themen dominiert. Dabei wechseln sich negative Nachrichten bezüglich einer fehlenden Entwicklung in den US-China Handelsgesprächen mit aufkommenden Hoffnungen eines Abkommens ab, je nachdem in welche Richtung die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump gerade tendieren. Gestern schien das Sentiment wieder einen leicht verbesserten Tag verspürt zu haben, nachdem sich Trump über die Möglichkeit eines baldigen Handelsabkommens geäußert hatte. In der Zwischenzeit wurde die Aufzeichnung des nun berühmten Gesprächs zwischen dem US-amerikanischen und ukrainischen Präsidenten veröffentlicht, welches eine vermeintliche Korruption zeigen sollte. Ein offensichtlicher  Machtmissbrauch scheint auf dem Transkript nicht erkennbar zu sein, was die US-amerikanischen Aktienmärkte wieder leicht steigen ließ.

Das gestrige Fehlen relevanter Wirtschaftsdaten scheint durch den heutigen Tag komplett kompensiert zu werden, an dem nicht nur das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt, sondern auch der wichtigste Inflationsindikator für die Staaten auf der Tagesordnung steht (PCE Inflation). Aufseiten europäischer geldpolitischer Entwicklungen bleibt die Rede des „noch“ EZB-Präsidenten Mario Draghi (14:30h) im Vordergrund, wobei die Veröffentlichung des Economic Bulletin der Notenbank ebenfalls von Relevanz sein wird. Auch die US-Notenbanker melden sich zu Wort, wobei vier Reden der Fed-Mitglieder angesetzt sind.

Dem Euro scheint die Unsicherheit an der internationalen Bühne trotz leichten Handelsoptimismus nicht gutgetan zu haben und so sinkt der EURUSD, inmitten der schwachen deutschen Industrie und einer Verlangsamung des globalen Handels auf den geringsten Schlusskurs seit mehr als zwei Jahren. Den größten Anteil an dem gestrigen Fall scheint die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer US-Zollfeinfuhr auf europäische Waren im Wert von acht Milliarden US-Dollar gehabt zu haben. Dabei scheint die Welthandelsorganisation den USA laut Berichten bald das grüne Licht für neue Zölle zu geben, als Konsequenz der europäischen Subvention der heimischen Flugzeugindustrie. Ob der Schwächeanfall zu einem Unterlaufen der Unterstützung 1,0920 ausreicht, bleibt derzeit von der Datenlage und den neuen politischen Entwicklungen abhängig. Sollte der US-Dollar zum dritten Mal daran scheitern, das Niveau 1,0920 zu durchbrechen, könnte sich der Euro in Richtung 1,1010 stärken.

CHF

EUR CHF (1,0860)
Vier Handelstage nach dem geldpolitischen Treffen der schweizerischen Zentralbank profitiert der Franken weiterhin von der Entscheidung, das Zinsniveaus trotz der EZB-Lockerung beizubehalten. Der dadurch unmittelbar ausgelöste Abverkauf des Euro nahm inmitten der Diskussionen um die Amtsenthebung des US-amerikanischen Präsidenten an Fahrt auf und manifestiert sich in einem Unterlaufen des Niveaus 1,0840. Sollte im weiteren Verlauf auch der Unterstützungsbereich 1,0810 fallen, scheint eine nachhaltige Abwärtsbewegung der Gemeinschaftswährung vorprogrammiert.

GBP

EUR GBP (0,8860)
Am Mittwoch kehrten die Parlamentsabgeordneten wieder aus der als rechtswidrig anerkannten Suspension zurück und werden weitere Versuche wagen, das Dilemma um den Brexit zum positiven Abschluss zu führen. Dabei scheinen sich die anfänglichen Amtsenthebungsversprechen (gegen Boris Johnsons) diverser oppositioneller Gesetzgeber in Luft aufgelöst zu haben, was den Reaktionen des Pfunds zufolge als negativ gewertet wurde. Aufseiten geldpolitischer Entwicklungen könnte die Rede des Bank of England Präsidenten Mark Carney in Frankfurt für neue Einblicke in die Zentralbank bieten, wobei das Pfund weiterhin von Brexit-Nachrichten gesteuert werden wird. Kommt es im Laufe der Woche zu einem Vorstoß des Euro oberhalb 0,8880, wäre der seit August anhaltende Aufwärtstrend der britischen Währung aufgehoben und würde für neue negative Impulse sorgen.

PLN

EUR PLN (4,3810)
Nach einer rasanten Abwertung in der letzten Woche, scheint sich der polnische Zloty im Bereich 4,3740 und 4,4000 stabilisiert zu haben und bleibt aufgrund einer fehlenden Datenlage aufseiten polnischer Veröffentlichungen von dem globalen Sentiment getrieben. Dieses könnte erheblich von der heutigen Herausgabe des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts beeinflusst werden und sich in neue Impulse für den Zloty ableiten.

HUF

EUR HUF  (334,19)
Ohne signifikante Wirtschaftsveröffentlichungen räsonieren die am Dienstag nach unten revidierten Wachstumszahlen der ungarischen Zentralbank weiterhin in den Märkten und führen den Forint tiefer. Die Tendenz zur Schwäche bleibt somit weiterhin aufrechterhalten, solange sich das Währungspaar oberhalb 333,50 befindet, wobei erst ein Durchbruch des Niveaus 331,20 wirkliche Erholungsversuche signalisieren würde.

CZK

EUR CZK  (25,755)
Die tschechischen Währungshüter (CNB) schwimmen in dem derzeitigen geldpolitischen Lockerungsumfeld gegen den Strom und lassen neben dem konstanten Zinsniveau die Möglichkeit einer Straffung im November offen. Bei der allgemein erwarteten Zinsentscheidung stimmen fünf der Wahlberechtigten für keine Veränderung der Leitzinsen, wobei sich zwei der Zentralbanker sogar für eine Erhöhung ausgesprochen hatten. Die Falken in den Reihen der CNB überraschen die Marktteilnehmer und führen zu einer Neupositionierung an den Märkten zugunsten der Krone. Diese verzeichnet die größte Aufwertung seit Ende Juni und durchbricht die Barriere des einmonatigen Abwärtstrends bei 25,860. Ein mögliches Voranschreiten jenseits 25,700 (200-1D Moving Average) könnte durch das allgemein schwache Risikosentiment verhindert werden und lässt die Veröffentlichung des tschechischen Bruttoinlandsprodukts am 01. Oktober in den Fokus der Marktteilnehmer rücken.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.