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Wöchentliche Marktberichte

Sep 25, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Anklage gegen Trump

USD

EUR USD (1,0997)
Während bei dem Gipfel der Vereinten Nationen in New York alle Blicke auf Donald Trump gerichtet waren, scheint eine ganz andere Nachricht die Schlagzeilen und Finanzmärkte des gestrigen Tages dominiert zu haben. Aufgrund fehlerhaften Verhaltens und Vorwürfen des fahrlässigen Machtmissbrauchs startet die demokratische Partei den ersten Schritt zur Amtsenthebung des US-Präsidenten. Im Rampenlicht standen dabei der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden und US-Repräsentanten Vorsitzende Nancy Pelosi, welche die offiziellen Absichten ankündigten. Nun landet die Forderung bei dem US-Unterhaus, welches mehrheitlich für die Amtsenthebung stimmen müsste, um dem Senat die Entscheidung zu übergeben, welcher den Gesetzesvorschlag mit einer Zweidrittelmehrheit bestätigen müsste. Die gesamte Thematik und besonders die Wahrscheinlichkeiten eines tatsächlichen Sturzes des US-Präsidenten bleiben somit im Fokus der nächsten Tage und hätten das Potenzial, den Dollar erheblich in seiner breit angelegten Stärke zu limitieren.

Der Missbrauchsvorwurf gegen Donald Trump überschattete die gestrige Datenlage. Nach einem relativ durchwachsenen IFO Geschäftsklima, welches den Euro-Ausblick der Investoren nicht nachhaltig beeinflussen konnte, kommt der Gemeinschaftswährung die Abschwächung des US-Verbrauchervertrauens zur Hilfe. Natürlich wird der Fall des Indikators von 135,1 auf 125,1 keinen unmittelbaren Einfluss auf die längste Expansion der US-amerikanischen Wirtschaft haben, welche nun in das elfte Jahr hinein geht. Trotzdem lässt die Verlangsamung des Konsumenten ein erstes Warnsignal aufblicken, zumal die US-Wirtschaft eine fast rein dienstleistungsgetriebene Volkswirtschaft darstellt.

Der EURUSD führt seine Seitwärtsbewegung weiter fort und sieht sich von 1,1030 und 1,1070 in einer möglichen Aufwärtsbewegung limitiert. Mögliche Impulsgeber bleiben neben den Geschehnissen an der US-amerikanischen Bühne die heutige Veröffentlichung des deutschen Gfk Konsumentenvertrauens, welches zeigen wird, wie groß der „Spill-over“ Effekt der schwachen Industrie auf den Verbraucher ausgefallen ist. Ebenfalls werden Marktteilnehmer die Herausgabe des „World Trade Monitors“ abwarten, welcher neue Einblicke über den Stand des globalen Handels bieten könnte.

CHF

EUR CHF (1,0850)
Marktteilnehmer scheinen sich in ihren Rezessionsängsten bezüglich Deutschland durch die neuesten Datenveröffentlichungen bestätigt zu fühlen. Obwohl sich die aktuelle Wirtschaftslage in der größten Volkswirtschaft Europas laut der IFO Umfrage marginal verbessern konnte, schneidet der Subindex, welcher die zukünftigen Erwartungen widerspiegelt, deutlich schlechter ab. Vor dem Hintergrund der schon am Montag enttäuschenden deutschen Einkaufsmanagerindizes, erhöhen Investoren erneut die Kaufnachfrage nach dem Franken. Dieser verzeichnet die vierte tägliche Abwertung infolge kommt gefährlich nahe an das Niveau 1,0840. Ein Durchbruch der Franken-Barriere könnte Bewegungen in Richtung des Jahrestiefs 1,0810 entfalten.

GBP

EUR GBP (0,8820)
In der wahrscheinlich wichtigsten Gerichtsentscheidungen der letzten Jahre erklärt der britische Oberste Gerichtshof die Suspension des Parlaments als rechtswidrig und verpasst Boris Johnson erneut eine Niederlage. Die Gesetzgeber nehmen nun wieder Ihre Plätze im britischen Parlament ein, wobei die fünf verbleibenden Wochen bis zum geplanten Austritt Großbritanniens weiterhin durch Unsicherheit geprägt sein werden. Dies stellt auch den Grund für die marginal ausgefallene Aufwertung des Pfunds dar, insbesondere da die Short-Positionen der Spekulanten (Wetten gegen das Pfund) weiterhin einen limitierenden Faktor darstellen. Solange sich EURGBP unterhalb 0,8840 befindet (200-1D Moving Average) bleibt Abwärtspotenzial bis 0,8660 bestehen.

PLN

EUR PLN (4,3800)
Die endgültige Gerichtsentscheidung bezüglich eines vor zehn Jahren angefangenen Hypothekenprogramms polnischer Banken hemmt trotz der gestrigen Aufwertung weiterhin die Erholung des Zloty. Die mögliche Geldstrafe, welche mit 16 Milliarden US-Dollar mehr als den vierfachen Jahresprofit des polnischen Bankensektors darstellen würde, scheint regionale Investoren derzeit vom Zloty fernzuhalten. Bis zu der finalen Gerichtsentscheidung am 03. Oktober könnte die Tendenz zur Schwäche bestehen bleiben, wobei die Unterstützung bei 4,4000 fürs Erste gehalten hat.

HUF

EUR HUF  (333,70)
Die ungarische Notenbank belässt den Leitzins wie erwartet unverändert bei 0,9 Prozent und bestätigt die expansive geldpolitische Haltung. Noch scheinen sich die Währungshüter über die Schwäche des Forints keine Gedanken zu machen, welcher gestern ein neues Allzeittief oberhalb 336,00 verzeichnete. Eine nachhaltige Abwertung der ungarischen Währung könnte zu einer erhöhten Importinflation führen und die Währungshüter dazu zwingen, einen strafferen Ton anzuschlagen. Erholungsversuche werden derzeit von den Widerständen 333,00 und 331,20 erschwert.

CZK

EUR CZK  (25,875)
Eine fehlende Datenlage aufseiten neuer Wirtschaftsveröffentlichungen lässt die heutige Zinsentscheidung der tschechischen Zentralbank in den Fokus des Geschehens rücken. Obwohl Marktteilnehmer von keiner Veränderung der Leitzinsen (derzeit bei 2 Prozent) ausgehen, könnte das geldpolitische Treffen für neue Erkenntnisse und marginale Neupositionierungen regionaler Anleger führen. Ein Unterlaufen des Niveaus 25,820 würde dabei den seit August anhaltenden Abwärtstrend der Krone negieren, wobei an der Oberseite 25,920 als lokale Barriere definiert werden kann.


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