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Wöchentliche Marktberichte

Sep 24, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro unter $1,10

USD

EUR USD (1,0990)
Der europäischen Volkswirtschaft geht es zunehmend schlechter. Die anfangs als vorübergehend betrachteten Probleme scheinen immer mehr einen nachhaltigen Charakter zu erhalten, welcher die Währungshüter zunehmend an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bringt. In einem Versuch, das neuerlich umstrittene Expansionspaket der Europäischen Zentralbank zu rechtfertigen, verweist EZB-Präsident Mario Draghi auf genau diese ökonomischen Probleme, welche sich laut dem Zentralbanker als stärker als zuvor erwartet herausgestellt haben. Wenige Stunden zuvor ließ die Veröffentlichung der deutschen und europäischen Einkaufsmanagerindizes den Euro aus seinem kurzfristigen Aufwärtstrend fallen, welcher sich seit Anfang September abgezeichnet hatte. In einer weiteren Bestätigung der anhaltenden Rezessionsängste fällt der Indikator für das europäische verarbeitende Gewerbe auf ein 75-monatiges Tief (45,6), wobei der deutsche Industrieindex sogar an das geringste Niveau seit der Finanzkrise im Jahr 2009 fällt (41,4). Die gestrigen Zahlen weisen somit auf erste nachhaltige Konsequenzen, hervorgerufen durch die Unsicherheiten bezüglich des Brexits, der Handelsprobleme und der Verlangsamung in China. Positive Entwicklungen in einem dieser Problembereiche könnte Optimismus bei Investoren und Unternehmen wecken und das Sentiment leicht verbessern, wobei eine nachhaltige Erholung voraussichtlich nur langsam geschehen könnte. Insbesondere die zum Kontrast mit den europäischen Daten stabilen US-Einkaufsmanagerindizes scheinen die Wirtschaftsdivergenz zwischen den beiden Volkswirtschaften zu verbildlichen, was neben dem erhöhten Zinsdifferenzial den zweiten Faktor darstellt, welcher dem US-Dollar Rückenwind verschafft.

Neben der unmittelbaren Abwertung der Gemeinschaftswährung hatten die gestrigen Datenveröffentlichungen eine Erhöhung der impliziten Wahrscheinlichkeiten einer EZB-Zinssenkung mit sich gebracht. Marktteilnehmer (Geldmärkte) preisen nun eine weitere Lockerung der Zinsen im Wert von 10 Basispunkten bis zum März 2020 ein. Ebenfalls scheint die erhöhte Nachfrage nach dem US-Dollar die Long-Positionierung (Marktteilnehmer, welche auf einen Anstieg des Dollars setzen) den größten Wert seit zwei Jahren erreicht zu haben. Somit blicken Investoren gespannt auf den heutigen Tag, welcher von der Veröffentlichung des IFO Geschäftsklimas und dem US-Verbrauchersentiment auf der Datenseite dominiert werden wird. Schwache Zahlen könnten den Euro in Richtung 1,0925 drücken, wobei eine Verbesserung des Geschäftsklimas das Potenzial hätte, die Gemeinschaftswährung oberhalb 1,1000 zu halten.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Rezessionsängste in Deutschland und fehlende positive Entwicklungen an der Handels-Front lassen die Stärke des Schweizer Franken wieder aufblühen. Die Erholungsversuche der europäischen Gemeinschaftswährung finden somit bei 1,1000 eine derzeit unüberwindbare Barriere, welche aufgrund der schwachen deutschen Zahlen womöglich eine Weile bestehen bleiben wird. An der Unterseite verhindert derzeit das Niveau 1,0840, dass sich Potenzial bis 1,0810 entwickelt.

GBP

EUR GBP (0,8840)
Fehlende Wirtschaftsdaten und Neuigkeiten bezüglich der Entwicklungen in den Austrittsgesprächen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union spiegeln sich in geringen Handelsspanne des Währungspaares wider. Da Boris Johnson bei dem UN-Gipfel in New York eigenen Aussagen zufolge keinen Durchbruch in den Gesprächen erwartet, bleibt die gerichtliche Entscheidung bezüglich Suspension des Gerichts der größte mögliche Wechselkurstreiber. Sollte das Währungspaar die Barriere 0,8870 durchstoßen, könnten weitere Aufwärtsbewegungen in Richtung 0,9000 folgen.

PLN

EUR PLN (4,3877)
Polnischen Banken steht das Wasser bis zum Hals. Abgesehen von den derzeit ungünstigen geopolitischen Anspannungen scheint nun ein mögliches europäisches Gerichtsurteil das Bankensystem in Polen auf den Kopf zu stellen. Dabei geht es konkret um in Schweizer Franken denominierte Hypotheken, welche Geschäftsbanken den polnischen Haushalten vor knapp zehn Jahren angeboten haben. Mit der in den letzten Jahren deutlichen Stärkung des Franken gegenüber dem polnischen Zloty stehen nun mehr als 450 Tausend Haushalte in Polen mit in Franken denominierten Schulde dar, welche stetig steigen. Nun steht der Disput zwischen den Banken und Haushalten vor dem höchsten europäischen Gericht, welches die Banken zu einer Strafe im Wert von 16 Milliarden US-Dollar verdonnern könnte (Entscheidung wird am 03. Oktober verkündet). Die Unsicherheit der Investoren bildet sich in der sechsten täglichen Abwertung des Zloty infolge ab. In Verbindung mit der global angespannten politischen Lage könnte die Unterstützung bei 4,4000 brechen und weiteres Abwärtspotenzial entfalten.

HUF

EUR HUF  (335,10)
Als wäre es ein täglich wiederkehrendes Ereignis durchbricht der ungarische Forint erneut die lokale Unterstützung und verzeichnet ein neues Allzeittief. Der anfängliche Abverkauf wurde angesichts der schwachen deutschen Industriezahlen ausgelöst und durch die Veröffentlichung des ungarischen Geschäftsklimas, welches auf ein dreijähriges Tief fällt, verstärkt. Das nächste Schlüsselereignis bildet die heutige ungarische Zinsentscheidung, wobei Marktteilnehmer weitgehend von keiner Veränderung der Zinsen ausgehen.

CZK

EUR CZK  (25,885)
Als Ausreißer in der Region verzeichnet die tschechische Krone eine unerwartete Aufwertung inmitten des von Unsicherheit geprägten geopolitischen Umfelds. Ob die von Ökonomen erwartete Erhöhung des Zinsdifferenzials zugunsten der Krone ausreichen wird, um die deutsche Industrieschwäche zu kompensieren, bleibt weiterhin offen. Wird die unmittelbare Unterstützung bei 25,860 unterlaufen, könnte sich Potenzial bis 25,740 entfalte, wobei an der Oberseite 25,950 die erste EURCZK-Barriere darstellt.


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