Wöchentliche Marktberichte

Sep 23, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Woche der Wirtschaftsdaten

USD

EUR USD (1,1020)
Marktteilnehmer sind sich weiterhin über die Substanz der ersten Annäherungsversuche zwischen den US-amerikanischen und chinesischen Handelsrepräsentanten unsicher. Donald Trump äußerte sich in einem über Twitter veröffentlichten Kommentar über die fehlende Bereitschaft ein Handelsabkommen vor der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr zu unterschreiben. Am selben Tag brechen chinesische Offizielle einen symbolischen Ausflug in die ländlichen Gebiete der USA ab und setzen den Rückflug früher als vereinbart an. Trotz dieser ersichtlichen anfänglichen Gesprächsprobleme, äußerten sich beide Parteien positiv über die neuesten Entwicklungen und bezeichnen die neuen Kompromissversuche als „konstruktiv“.

Da die offiziellen Handelsgespräche erst im Oktober wieder in die nächste Runde gehen, fällt nun die ganze Aufmerksamkeit erneut auf die wirtschaftliche Datenlage. Waren es in den letzten zwei Wochen noch die Zentralbanken, welche das Marktgeschehen dominieren konnten. Wechselt der Fokus nun auf die Frage, ob und wie stark die wirtschaftliche Divergenz zwischen den USA und Europa ausgeprägt ist. Eine erste Antwort könnte schon heute erlangt werden, da die Woche mit der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die USA an der Tagesordnung steht. Allgemein liegen diese Woche deutsche Daten im Fokus, welche zuletzt enttäuschte Lesungen aufwiesen und den Druck auf die Gemeinschaftswährung deutlich erhöht hatten. Dabei bleiben abgesehen von der heutigen Veröffentlichung das Ifo Geschäftsklima (Dienstag), das Gfk Verbrauchervertrauen (Mittwoch) und die Einzelhandelsumsätze (Freitag) im Fokus. Aufseiten amerikanischer Daten genießen die Herausgabe des Bruttoinlandsprodukts und der Inflation am Donnerstag die gesamte Aufmerksamkeit. Auch die für diese Woche angesetzten Interviews von mehr als neun Fed-Mitgliedern wird von Interesse sein, insbesondere eine Woche nach der Entscheidung, das Zinsniveaus um 25 Basispunkte zu reduzieren.

Der Euro befindet sich nach dem Erreichen des neuen Jahrestiefs bei 1,0920 in einem leichten Aufwärtstrend mit der Untergrenze 1,0990. An der Oberseite verhindern derzeit die Barrieren 1,1080 und 1,1110, dass sich weiteres Potenzial nach oben entfalten kann. Eine nachhaltige Aufwertung der Gemeinschaftswährung wird von der Verbesserung der europäischen Datenlage abhängig, wobei das Fehlen der Wirtschaftserholung den Druck auf die Gemeinschaftswährung noch mal erhöhen würde.

CHF

EUR CHF (1,0920)
Enttäuschende deutsche Inflationsdaten und die am Freitagabend aufgekommenen Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung im US-China Handelsdisput treiben den Schweizer Franken den zweiten Tag infolge nach oben. Die nach zwei Monaten wieder aufgenommenen Gespräche zwischen den beiden Großmächten scheinen nicht vom Platz zu kommen. Erst äußerte sich Donald Trump am Freitag über die fehlende Notwendigkeit eines Abkommens vor der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020. Dann sagen chinesische Offizielle den Besuch einiger US-amerikanischer Bauernhöfe ab und setzen die Rückreise vor der geplanten Abflug an. Der weitere Verlauf der neu aufgenommenen Gespräche wird der entscheidende Faktor für den EURCHF sein, wobei die heutige Veröffentlichung der deutschen Einkaufsmanagerindizes die Aufgabe des kurzfristigen Wechselkurstreibers übernehmen wird. Eine schlechte Lesung könnte die Rezessionsängste wieder hochkommen lassen und dem Paar einen Schlag in Richtung Jahrestief (1,0816) versetzen, wobei an der Oberseite 1,1000 verhindert, das sich Potenzial bis 1,1050 entfalten kann.

GBP

EUR GBP (0,8835)
Unsicherheiten bezüglich der Bereitschaft des Premierministers, Großbritannien mit einem Handelsabkommen aus der Europäischen Union zu führen, lassen das Pfund geschwächt zurück. Dabei soll sich Boris Johnson gegenüber Kollegen negativ über die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens bis zum 31. Oktober geäußert haben, was Spekulanten sofort zu einem Abverkauf des Pfunds am Freitag bewegt hatte. Auch die anstehende Woche bleibt nicht von Neuigkeiten bezüglich des Brexit-Dramas verschont. Im Fokus steht dabei die Entscheidung des höchsten Gerichts Großbritannien, welches entscheiden wird, ob die vom Premierminister angeordnete Suspension des Parlaments strafwidrig gewesen ist. Kurzfristige Aufwärtssprünge können aufgrund unerwarteter positiver Brexit-Nachrichten nicht ausgeschlossen werden. Nachhaltig bleibt die Erholung des britischen Pfunds jedoch an das Erreichen eines erfolgreichen Abkommens zwischen Großbritannien und der Europäischen Union gekoppelt. Und obwohl der Primärtrend des britischen Pfunds weiterhin nach unten geneigt ist, scheint die seit August bestehende kurzfristige Erholung intakt zu bleiben, solange  0,8830 und 0,8900 nicht durchbrochen worden sind.

PLN

EUR PLN (4,3715)
Die regierende Partei (PiS) scheint vor den anstehenden Wahlen im Oktober noch mal deutlich an der Ausgaben-Schraube gedreht zu haben und verkündet ein fiskalisches Programm im Wert von 250 Milliarden US-Dollar. Dies steht in deutlichem Kontrast mit dem Versprechen eines ausgewogenen Staatsbudgets und scheint Marktteilnehmer verunsichert zurückgelassen zu haben. Ob diese Verkündung angesichts der fehlenden wirtschaftlichen Datenlage für die erhebliche Abwertung des polnischen Zloty am Freitag verantwortlich gemacht werden kann bleibt fraglich. Mit dem nun fünften täglichen Verlust infolge bleibt die Möglichkeit einer Bewegung bis zum Jahrestief 4,4000 jedoch nicht mehr auszuschließen.

HUF

EUR HUF  (333,50)
Die anfänglich positive Entwicklung des Forints konnte am Freitag nicht an Fahrt gewinnen und so verzeichnet die ungarische Währung eine weitere Abwertung in Richtung des Allzeittiefs. Sollte die ungarische Zentralbank am Dienstag den Markterwartungen treu bleiben und den Leitzins beibehalten, könnte das Währungspaar weiterhin von der Entwicklung in den US-China Handelsgesprächen und einigen signifikanten europäischen Datenveröffentlichungen dominiert bleiben. Weitere Verluste des Forints werden derzeit vom Allzeittief 334,40 verhindert, wobei das Durchbrechen des Widerstandes 331,20, mögliche Erholungen mit sich bringen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,860)
Nach einer für die Krone relativ ruhigen Handelswoche könnte die Volatilität im Hinblick auf die anstehende Zinsentscheidung an Fahrt gewinnen. Obwohl von keiner Zinsveränderung ausgegangen wird, könnte der neu erlangte Einblick in den wirtschaftlichen und geldpolitischen Ausblick der Zentralbank für Neupositionierungen in dem Währungspaar führen. Sollte die Krone das am Freitag entwickelte Momentum in die neue Woche mitnehmen, könnten bei einem Durchbruch der derzeitigen Barriere bei 25,820 weitere Erholungsversuche folgen.


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