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Wöchentliche Marktberichte

Sep 19, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Optimistische Zinssenkung

USD

EUR USD (1,1040)
In einer im Vorfeld mit Anspannung erwarteten Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank, entscheiden sich die Währungshüter für die zweite Zinssenkung des Jahres, scheinen jedoch keine bestätigenden Signale für weitere Lockerungsmaßnahmen im verbleibenden Jahr aufkommen zu lassen. Trotz einer weiterhin positiven heimischen Wirtschaftslage, sahen sich die Mitglieder der Notenbank aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der globalen Handelsbeziehungen und einer schwächeren weltweiten Nachfrage dazu gezwungen, den Leitzins auf 1,75 – 2,00 Prozent zu senken. Laut dem Fed-Präsidenten, Jerome Powell, sollte die einmalige Senkung der Leitzinsen genügen, um die Expansion der US-amerikanischen Wirtschaft auf Beinen zu halten. Dies sollte laut dem Zentralbanker jedoch nicht als eine Garantie für ein konstantes Zinsniveau für die kommenden Monate verstanden werden, da die Notenbank weiterhin Ihre flexible geldpolitische Haltung betont und auf mögliche externe Schocks mit weiteren Expansionsmaßnahmen reagieren könnte.

Ganz so einfach scheint es in der Praxis jedoch nicht zu werden, insbesondere da die steigenden Meinungsverschiedenheiten in den eigenen Reihen der Federal Reserve zum Problem werden könnten. Die gegen Ende des geldpolitischen Treffens veröffentlichten Prognosen scheinen die Divergenz der Notenbanker bestätigt zu haben. Dabei scheinen sieben der siebzehn Mitglieder der Fed eine dritte Zinssenkung im Jahr 2019 zu befürworten, wobei sich jeweils fünf der Zentralbanker für ein konstantes Zinsniveau aussprechen würden und fünf gegen die gestrige Zinsentscheidung standen.

Die neutrale Natur der Zinssenkung scheint sich in keiner ersichtlichen Schwächung des US-Dollars manifestiert zu haben, insbesondere da die Erwartungen einer nachhaltigen Lockerungsperiode vorerst nicht erfüllt wurden.  Beide Zentralbanken, sowohl die Fed als auch die EZB, koppelt Ihre nächsten Zinsentscheidungen an die Datenlage der beiden Ökonomien, was die  wirtschaftlichen Veröffentlichungen und neue Entwicklungen an der Handels-Front wieder in den Fokus rücken lässt. Zu dem Zeitpunkt scheinen die Notenbanken unter der Annahme einer positiven globalen Entwicklung, keine weiteren Zinssenkungen zu berücksichtigen. Die datenabhängige Haltung der beiden Währungshüter schließt nachhaltige Lockerungen bei einer Re-eskalation der Wirtschafts- oder Handelssorgen auf keinen fall aus. Ohne wirklich signifikante Wirtschaftsdaten könnten die für heute und morgen angesetzten Handelsgespräche zwischen China und den USA für neue Impulse im EURUSD sorgen. Das Währungspaar verweilt derzeit ungestört in der dreiwöchigen Bewegungsspanne zwischen 1,0925 und 1,1110, wobei ein Ausbruch aus diesem Bereich nur bei größeren Entwicklungen zu erwarten ist.

GBP

EUR GBP (0,8850)
In den letzten Wochen scheinen sich positive und negative Schlagzeilen bezüglich des Brexits im Tagestakt miteinander abgewechselt zu haben. Diese Unstimmigkeit in der Nachrichtenlage lässt auch die neuerliche Entwicklung des britischen Pfunds erklären, welches im August ein zweijähriges Tief finden, um dann innerhalb eines Monats wieder auf ein dreimonatiges Hoch zu steigen. Wirklich sicher sind sich die Investoren bezüglich ihrer Position in der Währung jedoch nicht, insbesondere mit dem Näherrücken der Austrittsfrist am 31. Oktober steigt die Unsicherheit der Anleger weiter an. Für den heutigen Tag werden Brexit-bezogene Nachrichten eine geringere Aufmerksamkeit genießen, da die Zinsentscheidung der Bank of England an der Tagesordnung steht. Obwohl von keiner Änderung der Leitzinsen ausgegangen wird, erwarten sich Marktteilnehmer neue Informationen bezüglich der Situationsbeurteilung und der Wahrscheinlichkeiten als auch Konsequenzen eines No-deal Brexits. Der gestern veröffentlichte Inflationsbericht verwies auf eine leichte Abkühlung der Teuerungsrate, welche einen Fall von 2,1 Prozent auf 1,7 Prozent verzeichnen mussten. Der Druck, die Zinsen als Präventivmaßnahme gegen die Inflation anzuheben, bleibt somit deutlich abgeschwächt, wird eine Zinssenkung jedoch nicht rechtfertigen.

CHF

EUR CHF (1,0999)
Im Zentrum der heutigen Zinsentscheidung der schweizerischen Zentralbank wird die Frage stehen, ob die Währungsintervention der Notenbank genug sein wird, um die weiterhin erhöhte Nachfrage nach dem Franken zu dämpfen. Und obwohl der EURCHF gegen Anfang des Monats ein mehr als zweijähriges Tief findet, scheinen die neuesten Wechselkursentwicklungen des Währungspaares auf die Effektivität der Interventionen hinzudeuten. Trotz weiterhin anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und einem geldpolitischen Expansionspaket der EZB, scheint sich die Gemeinschaftswährung wieder leicht gefestigt zu haben. Somit wird sich die SNB voraussichtlich fürs Erste mit einem konstanten Zinsniveau begnügen, um zu sehen, wie sich die globalen Geschehnisse weiter entwickeln werden. Von Reuters  befragte Ökonomen weiten diese „neutrale“ Haltung der Zentralbank sogar bis ins Jahr 2021 aus. Dieses Szenario scheint jedoch auf der Annahme einer Lockerung der Anspannungen an der Handels-Front und einer Verbesserung der globalen Wirtschaft auszugehen, wobei jegliche Zeichen einer Re-eskalation an der politischen Bühne zu erhöhter Nachfrage nach dem Franken führen würde.

Vorerst führt der Euro jedoch seine dreiwöchige Aufwärtsbewegung weiter fort und durchbricht sogar die Barriere bei 1,0970, an welcher die Gemeinschaftswährung sechs Tage infolge gescheitert war. An der Oberseite stellt das Niveau 1,1050 den derzeit wichtigsten Widerstand weiterer Aufwertungsversuche dar. 

PLN

EUR PLN (4,3400)
Die dritte tägliche Abwertung infolge könnte ein kurzfristiges Ende der einmonatigen Aufwärtsbewegung des polnischen Zloty bedeuten. Ein Eintreffen dieses Szenarios bleibt jedoch nur durch ein Unterlaufen der Unterstützung 4,3470 erhalten, wobei ein fehlgeschlagener Durchbruch, Potenzial bis 4,3150 entfalten würde. Die US-amerikanische Zinsentscheidung scheint dabei keinen unmittelbaren Einfluss auf das Währungspaar gehabt zu haben, wobei die heutige Bewegung vom globalen Marktsentiment und der Veröffentlichung der polnischen Industrieproduktion abhängen wird. Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einer deutlichen Verlangsamung der Industrieproduktion aus, welche sich im August von zuvor 5,8 Prozent auf 1,7 Prozent abgeschwächt haben könnte.

HUF

EUR HUF  (332,80)
Obwohl die zentraleuropäischen Volkswirtschaften, inmitten der Verlangsamung in der Eurozone, solide Wachstumsraten an den Tag legen, scheinen sich die externen Risiken nicht zu verringern. Am stärksten scheint die Nachfrage nach dem Forint durch die Möglichkeit eines unordentlichen Brexits, der weiterhin ungelösten Handelsprobleme und neuerlicher geopolitischer Anspannungen im Nahen Osten betroffen zu sein. Dabei bieten die heimischen geldpolitischen Bedingungen ebenfalls keine große Stütze für die zentraleuropäische Währung. Die ungarische Nationalbank ging einen Schritt weiter als die Währungshüter in der Eurozone und fing am Montag an, Unternehmensschulden im Rahmen einer expansiven Geldpolitik zu kaufen, um die Liquidität am Schuldenmarkt zu erhöhen. Ökonomen sehen in dem Programm die Gefahr einer Verstärkung des ohnehin erhöhten Inflationsdrucks, welcher die ungarische Wirtschaft trotz zuletzt gesehener Abschwächung plagt.

CZK

EUR CZK  (25,885)
Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der tschechischen Leitzinssituation blieb die Krone trotz der gestrigen Zinssenkung der Fed ohne nachhaltige Veränderung der bestehenden Dynamik. Zwar konnte sich die tschechische Währung geringfügig festigen, blieb jedoch weiterhin in dem seit Juli anhaltenden Abwärtstrend gefangen, welcher erst bei einem Unterlaufen der Unterstützung 25,850 als durchbrochen gekennzeichnet werden könnte. Und obwohl die Nachrichten bezüglich der Teilnahme aller sieben Zentralbankmitglieder bei der kommenden geldpolitischen Entscheidung am 25. Oktober keine Bestätigung einer Zinsveränderung darstellt, hat es zumindest die Signifikanz dieses Ereignisses um einiges erhöht.


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