Wöchentliche Marktberichte

Sep 18, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie entscheidet sich die Fed?

USD

EUR USD (1,1065)
Waren es vor zwei Wochen noch die Streitigkeiten mit der chinesischen Volksrepublik, welche die internationalen Märkte verunsichert hatten. Scheint es nun der erneut entfachte Disput zwischen Donald Trump und dem Iran zu sein. Die alleinigen Aussichten einer US-amerikanischen militärischen Gegenreaktion auf den am Wochenende verübten Angriff auf zwei saudische Ölraffinerien lassen die Anspannung in den Märkten und die Risikoaversion der Anleger weiterhin auf erhöhten Niveaus verweilen. Neben den dadurch induzierten geopolitischen Problemen scheinen Unsicherheiten bezüglich der Dauer des Raffinerieausfalls zu bestehen, welche den Pessimismus anlässlich der Situation speisen. Von Reuters veröffentlichte Berichte weisen nun jedoch auf eine schneller als erwartete Wiederaufbereitung der Anlagen, welche in zwei- bis drei Wochen komplett einsatzfähig wären und den Angebotsausfall somit deutlich limitieren würden. Somit bleiben jegliche Nachrichten bezüglich der militärischen Pläne der USA als auch der Größte des angerichteten Schadens im Fokus des Geschehens, welche das globale Risikosentiment der Anleger entscheidend beeinflussen werden.

Dass sich die Gemeinschaftswährung nach einem schlechten Start in die Woche doch noch hochkämpfen konnte, lag an den überraschend positiven Ergebnissen der ZEW Konjunkturumfrage, welche die Rezessionsängste ein wenig dämpfen konnte. Erwartungen bezüglich der längerfristigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft konnten eine deutliche Verbesserung verzeichnen und lassen den ZEW Index von seinem achtjährigen Tief bei Minus 44,1 auf Minus 22,5 ansteigen. Obwohl sich der Indikator sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone weiterhin im negativen Bereich befindet, scheinen sich die Sorgen um den Handelskrieg und ein No-Deal Brexit deutlich gelegt zu haben, was sich in der positiven Lesung widerspiegelt und dem Euro leichten Rückenwind in seiner gestrigen Bewegung verschaffen konnte.

Mit dem heutigen Tag genießt die Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank jegliche Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer. Trotz der zuletzt leicht positiven Entwicklungen in der größten Volkswirtschaft der Welt, erwarten Analysten und Ökonomen eine Zinssenkung im Wert von 25 Basispunkten im Rahmen des heutigen Zentralbanktreffens. Der Fokus fällt dabei speziell auf die Forward-Guidance der Bank, also die längerfristige geldpolitische Erwartung der Währungshüter, welche die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen offen halten könnte. Ob der EURUSD dadurch aus seiner Bewegungsspanne zwischen 1,0920 und 1,1110 gebracht werden könnte, bleibt weiterhin offen.

GBP

EUR GBP (0,8860)
Geopolitische Anspannungen und weiterhin ungelöste Fragen bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union lasten auf dem britischen Pfund. Dabei scheint die Bereitschaft des Premierministers, Boris Johnson, das Königreich am 31. Oktober unter jeglichen Umständen aus der EU zu ziehen, die seit Mitte August anhaltende Erholung des britischen Pfunds kurzfristig pausiert zu haben. Die Barriere weiterer Aufwärtsbewegungen bleibt somit das Niveau 0,8840, wobei sowohl heimische Faktoren wie die Veröffentlichung des heutigen Inflationsberichts und die britische Zinsentscheidung am Donnerstag als auch globale Geschehnisse wie die heutige Entscheidung der Fed das kurzfristige Schicksal des Währungspaares bestimmen werden. Ein Unterlaufen des Niveaus 0,8840 könnte Potenzial bis 0,8660 entfalten, wobei an der Oberseite 0,8930 verhindert, dass sich Bewegungen in Richtung 0,9000 entwickeln.

CHF

EUR CHF (1,0995)
Die positive Überraschung bei der Veröffentlichung der ZEW Konjunkturumfrage ließ die Nachfrage nach dem Euro wieder erheblich ansteigen. Die aufgetretene Stärke der Gemeinschaftswährung führte sogar zu einem durchstoßen der umkämpfen Barriere bei 1,0960, was nun Bewegungen in Richtung 1,1050 mit sich bringen könnte. Dass der gestrige Anstieg des EURCHF die größte tägliche Aufwertung seit fast zwei Monaten darstellte, lag unter anderem auch an der Revision der Wachstumszahlen für die Schweizer Ökonomie. Somit wird für das Jahr 2019 nur noch ein wirtschaftliches Wachstum von 0,8 Prozent erwartet, von ursprünglichen 1,2 Prozent. Trotz der schwachen Prognosen scheinen Marktteilnehmer nun von keiner Zinssenkung der schweizerischen Notenbank auszugehen, welche voraussichtlich die Lage an den Finanzmärkten in den kommenden Monaten beurteilen wird, bevor es zu einer möglichen Lockerung der Zinsen gegen Ende des Jahres kommt. Dieses Szenario wird deutlich von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und dem globalen Marktsentiment geprägt sein, welches bei einer Lockerung der geopolitischen Anspannungen zu einer geringeren Nachfrage nach dem Franken führen könnte und somit keine Zinssenkung rechtfertigen würde.

PLN

EUR PLN (4,3440)
Die Meinungsspaltung innerhalb der eigenen Reihe der polnischen Währungshüter scheint weiterhin bestehen zu bleiben. Das Spektrum der geldpolitischen Meinungen reicht dabei von deutlichen Befürwortern einer schnellen Zinslockerung, über den Zentralbankpräsidenten, welcher sich für ein konstantes Zinsniveau bis 2020 ausgesprochen hatte. Ganz anders sieht Zentralbanker Eugeniusz Gatnar die momentane Lage, welche laut ihm, eine Zinsstraffung rechtfertigen würde. Somit könnte die nächste Zinsentscheidung im Oktober relativ ruhig verlaufen, da die Zinsneutralität zumindest bis zu dem nächsten Inflationsbericht, veröffentlicht im November, aufrechterhalten wird. Unbeeindruckt von den derzeit noch theoretischen Gesprächen bezüglich der nächsten geldpolitischen Entscheidung wertet der Zloty den zweiten Tag infolge ab. Der Aufwärtstrend der polnischen Währung bleibt jedoch weiterhin bestehen, solange die Unterstützung bei 4,3470 nicht durchbrochen wurde. An der Unterseite verhindert die Barriere 4,3220 Bewegungen in Richtung 4,3000.

HUF

EUR HUF  (333,70)
Nachrichten einer potenziell schnellen Wiederaufnahme der Ölverarbeitung in den angegriffenen Ölraffinerien in Saudi-Arabien konnten sich in keinem nachhaltig verbesserten Risikosentiment manifestieren. Somit untermauern die geopolitischen Anspannungen weiterhin die Schwäche des ungarischen Forints, welcher jenseits der Barriere 333,40 aufwertet und somit erneut ein Allzeittief gegenüber dem Euro findet. Fehlende Aussagen der Zentralbank bezüglich der intensivierten Schwäche der Währung lassen eine nachhaltige Lagebeurteilung derzeit nicht zu, wobei das Treffen der ungarischen Währungshüter am 24. September neue Informationen diesbezüglich bringen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,906)
Neuerkenntnisse bezüglich der geldpolitischen Haltung der tschechischen Währungshüter scheinen derzeit keine große Aufmerksamkeit zu genießen. Darauf lässt zumindest die fehlende Reaktion der Marktteilnehmer diese Woche schließen, welche sich unbeeindruckt von den optimistischen Kommentaren einiger Zentralbanker zeigten. In einem Interview ließen sowohl Oldrich Dedek als auch Marek Mora auf ein konstantes Zinsniveau für dieses Jahr hoffen, wobei sich der Währungshüter Tomas Holub diesen neutralen geldpolitischen Kommentaren anschließen konnte und sogar von einer Präferenz zur Zinsstraffung tendieren würde. Somit scheinen einige Mitglieder der tschechischen Zentralbank weiterhin von den globalen Turbulenzen unbekümmert, wobei ein nachhaltig höherer Ölpreis durchaus die Tendenzen eines konstanten, oder gar eines höheren Zinsniveaus rechtfertigen könnte.


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