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Wöchentliche Marktberichte

Sep 17, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Risk-off Sentiment überwiegt

USD

EUR USD (1,1010)
Die kurzfristige Ruhe an der geopolitischen Front und positive Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen China und den USA brachten die Gemütslage der internationalen Investoren auf ein gefühltes mehrwöchiges Hoch. Dieser Hauch von Optimismus schien jedoch nicht von langer Dauer gewesen zu sein, da der Angriff auf zwei saudische Ölraffinerien für eine Wiederkehr des Risk-off Sentiments gesorgt hatte, welches durch einen Fluss negativer Datenveröffentlichungen für die chinesische Wirtschaft noch mal deutlich verstärkt wurde. Somit bleibt die Furcht einer globalen Rezession, angeführt durch die wirtschaftliche Verlangsamung in China, weiterhin ein limitierender Faktor für risikoreichere Währungen. Im Zentrum der negativen Veröffentlichungen standen die enttäuschenden Industriedaten, welche im August einen deutlichen Rücksetzer erleiden mussten. Mit 4,4 Prozent vermerkte der jährliche Anstieg der chinesischen Industrieproduktion das schwächste Wachstum seit 17 Jahren und lässt erneut deutlich werden, wie betroffen nicht nur die globale Wirtschaft, sondern speziell China, von den negativen Folgen des Handelskriegs sind.

Für neue Impulse könnten die heute veröffentlichte europäische ZEW Konjunkturumfrage und die US-amerikanische Industrieproduktion sorgen, wobei sich weitere Zeichen einer wirtschaftlichen Divergenz zwischen den beiden Volkswirtschaften negativ auf den Euro auswirken könnten. Neben geopolitischen Neuigkeiten bezüglich des Ausmaßes und der politischen Konsequenzen bezüglich des Terrorangriffs auf die beiden saudischen Ölraffinerien, stellt die Zinsentscheidung der Fed den Höhepunkt der Woche dar. Trotz eines erwarteten Beibehaltens des Zinsniveaus werden Marktteilnehmer einen genauen Blick auf mögliche Signale weitere Zinssenkungen für das verbleibende Jahr werfen.

Die dadurch eingekehrte Risikoaversion und konsequente Kapitalverlagerung in sichere Anlagen machte sich auch im Euro deutlich, welcher knapp vor der Barriere 1,1110 scheitert, die zuletzt positiven Bewegungen in einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu verwandeln. Somit scheinen die Verkäufe der Gemeinschaftswährung wiederholt das Ruder übernommen zu haben und führen den Euro zu der größten täglichen Abwertung in einem Monat. Die Fed-Zinssenkung könnte das Währungspaar vor einem Fall auf das Jahrestief bei 1,0920 verschonen, allzu große Aufwärtssprünge könnten aufgrund fehlender negativer Überraschungen bezüglich der Zinslockerung jedoch ausbleiben.

CHF

EUR CHF (1,0910)
Marktteilnehmer scheinen die europäische Zinsentscheidung der letzten Woche hinter sich gelassen zu haben und richten nun die Aufmerksamkeit auf die Treffen der US-amerikanischen und schweizerischen Zentralbanken. Bevor es am Mittwoch und Donnerstag jedoch zu der Neubewertung der geldpolitischen Haltung der Währungshüter kommt, scheint der Vorfall in Saudi-Arabien über eine erhöhte Risikoaversion, Spuren beim EURCHF hinterlassen zu haben. Mit dem nun fünften gescheiterten Versuch des Währungspaares, die Barriere bei 1,0970 zu durchbrechen, könnte nun eine weitere Talfahrt in Richtung des Jahrestiefs 1,0810 signalisiert werden. Heutige Impulse könnten durch die ZEW Konjunkturumfrage gesetzt werden, wobei der weitaus größere nachhaltige Wechselkurstreiber durch das globale Marktsentiment bestimmt werden wird. Somit bleibt neben den Zinsentscheidungen ebenfalls die Frage im Fokus, wie stark die globale Ölproduktion betroffen ist und wie der mögliche Abfall des Angebots kompensiert werden wird.

GBP

EUR GBP (0,8860)
Das erste Treffen des britischen Premierministers und des „noch“ europäischen Kommissionspräsidenten endete wie erwartet in keinem signifikanten Durchbruch in den Austrittsgesprächen. Nun wechselt der Fokus wieder auf neue Datenveröffentlichungen für diese Woche, welche zeigen könnten, wie betroffen die britische Wirtschaft durch die Unsicherheiten rund um den Brexit tatsächlich ist. Der am Mittwoch veröffentlichte Inflationsbericht wird vor der am Donnerstag angesetzten Zinsentscheidung möglicherweise noch einen Volatilitätsschub generieren können, wobei Marktteilnehmer weitgehend von einem konstanten Zinsniveau ausgehen, da sich die Bank of England durch den Brexit in ihrem Handelsspielraum limitiert sieht. Die Unterstützung des Währungspaares bei 0,8840 scheint derzeit souverän zu halten und könnte bei einer weiteren Risk-off Welle Bewegungen in Richtung 0,8950 induzieren.

PLN

EUR PLN (4,3310)
Kommentare des geldpolitischen Falken unter den polnischen Währungshütern scheinen aufgrund der geopolitischen Verwirrung in Saudi-Arabien unter dem Radar der Marktteilnehmer geblieben zu sein. Eryk Lon zufolge sollte die polnische Zentralbank eine Lockerungsperiode signalisieren, um die Erwartungen eines nachhaltig geringeren Zinsniveaus zu verankern, um im Notfall einer Verschlechterung der globalen Wirtschaftslage angemessen handeln zu können. Wünsche für eine expansive Geldpolitik werden bei der NBP noch nicht wirklich von den Mitgliedern geteilt, insbesondere da weiterhin die Gefahr einer inflationären Überhitzung besteht. Erste Anzeichen einer Abkühlung der Teuerungsrate, derzeit bei 2,9 Prozent, könnte in Verbindung mit einer längeren Phase der Unsicherheit an der Handelsfront, den Weg zu einem niedrigeren Zinsniveau in Polen ebnen. Der Zloty wurde durch die gestrigen Ereignisse nur marginal in seiner Aufwärtsbewegung gestört und verweilt derzeit in Nähe der Barriere 4,3150. Ein Reversal zugunsten der Gemeinschaftswährung scheint vor dem Hintergrund einer Zinssenkung der Fed limitiert, bleibt aufgrund erwarteter schwacher polnischer Daten für diese Woche weiterhin eine Möglichkeit. Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einer leichten Verlangsamung der Unternehmensentlohnung (Mittwoch), der Industrieerträge (Donnerstag) und der Einzelhandelsumsätze (Freitag) im August aus, was den Zloty potenziell leicht schwächen könnte.  

HUF

EUR HUF  (332,20)
Nach einer kurzen Verschnaufpause setzt der ungarische Forint seine nun einmonatige Talfahrt weiter fort. Die Aufwertung am Freitag markierte zwar den größten täglichen Anstieg der Währung seit Anfang August, bleibt jedoch ohne signifikante Umkehr des Abwärtstrends kaum erwähnenswert. Aufgrund einer fehlenden Datenlage für die ungarische Wirtschaft für diese Woche bleibt der EURHUF von dem allgemeinen Marktsentiment abhängig, welches auf gemischte Signale verweist. An der Unterseite bleibt das Niveau um 331,00 zu beachten, welches den derzeitigen Aufwärtstrend definiert und bei einem Durchbruch zu Verkaufsdruck bis 327,90 führen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,840)
Geopolitische Anspannungen im Nahen Osten und die dadurch hervorgerufene Unruhe in den globalen Märkten speiste die gestrige Schwäche in der Region. Somit konnte sich der seit Anfang August bestehende Aufwärtstrend des Währungspaares marginal festigen und scheint das Potenzial zu besitzen, Bewegungen bis 25,940 zu entfalten. Im Rahmen der am Mittwoch angesetzten Fed-Zinssenkung könnte die Unterstützung bei 25,840 unterlaufen werden und zu einer Erholung der Krone führen, welche durch den erwarteten Anstieg des Zinsdifferentials an Fahrt gewinnen könnte.


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