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Wöchentliche Marktberichte

Sep 11, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Ruhe vor dem Sturm

USD

EUR USD (1,1050)
Das Risikosentiment bleibt in den letzten Tagen trotz erhöhter Anspannungen weiterhin leicht positiv geneigt, führt aufgrund der derzeitigen Fragilität in den Märkten jedoch zu bereichsgebundenen Bewegungen, denen kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Der gemäßigte Optimismus kam letzte Woche auf, nachdem sich die US-amerikanischen und chinesischen Handelsbeauftragten zu Gesprächen im Oktober einigten und so die dreizehnte Gesprächsrunde bestätigten. Diese Heiterkeit scheint nun jedoch deutlich abgeschwächt zu sein, insbesondere nachdem der Handelsberater des weißen Hauses, Peter Navarro, ein rasches Zustandekommen des Abkommens aufgrund der weiterhin großen Differenzen der beiden Länder fast schon ausgeschlossen hatte. Auf der anderen Seite könnte der gestrige Abzug des nationalen Sicherheitsberaters, John Bolton, eine Phase schnellerer Annäherung liefern, da Bolton laut Berichten einen der schwierigsten Gesprächspartner darstellte.

Anlässlich der fehlenden ökonomischen Datenlage und der herrschenden Anspannung kurz vor der Zinsentscheidung fällt die gestrige Wechselkursschwankung erwartet gering aus. Das Währungspaar verweilt somit weiterhin oberhalb der Unterstützung 1,1025, wobei die breitere Bewegungsspanne zwischen 1,0925 und 1,1110 durch unerwartete Neuigkeiten bei der Zinsentscheidung getestet werden könnte. Da die 10-Basispunkte-Zinssenkung und die Einführung einer gestaffelten Zinsstruktur (Entlastung der kleinen Banken) mit den derzeitigen Markterwartungen übereinstimmt, könnte die mögliche Verzögerung des QE-Programms für eine unmittelbare Entlastung des Euro führen und Potenzial nach oben aufbauen. Auf der anderen Seite könnte die sofortige Wiederaufnahme des Wertpapierkaufs, mit einem monatlichen Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro, und eine aggressivere Zinssenkung (20 Basispunkte) eine erneute Talfahrt mit sich bringen. Bezüglich nachhaltiger Aufwärtsbewegungen oberhalb 1,1250 (200-1d Moving Average) zeigen sich Marktteilnehmer weiterhin skeptisch, da ein Neustart der Anleihenkäufe ohne wirkliches fiskalisches Stimuluspaket die Rezessionsängste der Investoren bestätigen würde, ohne die voraussichtliche Effektivität zu besitzen, die fundamentale Schwäche in der Eurozone zu beseitigen.

CHF

EUR CHF (1,0960)
Auch wenn sich der Euro auf gutem Wege befindet, die beste Woche seit Anfang April zu verzeichnen, schien die Anspannung vor der Zinsentscheidung und die ungewöhnlich hohe Unsicherheit diesbezüglich für eine gedämpfte Stimmung gesorgt zu haben. Dass sich der Franken wieder leicht stärken konnte, lag jedoch mehr an der derzeitigen technischen Natur der Korrektur des Währungspaares, welche aufgrund fehlender positiver Daten nicht den Aufschwung generieren konnte, um die Barriere bei 1,0950 (50-1D Moving Average) zu durchstoßen. Auch für den heutigen Tag könnte diese Bewegung ausbleiben, wenn man bedenkt, dass zu hohe Investitionspositionen womöglich erst nach der Zinsentscheidung auf sich warten lassen werden. Eine expansiver als gedachte EZB könnte die Talfahrt in Richtung 1,0830 wieder anfachen und somit bleibt das Schicksal des Währungspaares zumindest kurzfristig von der Geldpolitik dominiert.

GBP

EUR GBP (0,8940)
Sowohl die neuesten positiven Brexit-Entwicklungen als auch die Erwartungen einer Zinssenkung der EZB verhalfen dem Pfund zu einer Erholungs-Rally, bei der die britische Währung mehr als vier Prozent in einem Monat aufwerten konnte. Die Nervosität der Investoren limitiert derzeit jedoch weiteren Aufwärtsdruck, da die aggressive Haltung Boris Johnsons trotz des parlamentarischen Gesetzesbeschlusses ein No-Deal Brexit zu vermeiden, genau dieses Szenario weiterhin für möglich erscheinen lässt. Der britische Arbeitsmarktbericht konnte gestern wenig Aufsehen erregen, obwohl der vierprozentige Anstieg der wöchentlichen Löhne als eine positive Entwicklung zu sehen ist. Da sich das Parlament bis zum 14. Oktober in der vom Premierminister angeordneten Sommerpause befindet, bleibt Boris Johnson die wichtigste Quelle weiterer Informationen bezüglich des Brexits und somit der größte potenzielle Treiber der Volatilität.

PLN

EUR PLN (4,3320)
Ohne heimische Impulse wurde der polnische Zloty am gestrigen Tag größtenteils von der globalen Dynamik beherrscht, welche derzeit keine allzu großen Bewegungen zulässt. Kurz vor der europäischen Zinsentscheidung könnte das geldpolitische Treffen der polnischen Währungshüter die derzeitig bereichsgebundene Bewegung des Währungspaares beeinflussen, obwohl dies aufgrund der allgemein erwarteten neutralen Haltung der NBP ein Randszenario bleibt. Ein weiterhin erhöhtes Inflationsniveau hält die Zentralbank von einer Zinssenkung ab, wobei eine Straffung gegen die globalen Lockerungstendenzen gehen würde und den Zloty in Gefahr bringen könnte.

HUF

EUR HUF  (331,60)
Obwohl sich der Forint seit einiger Zeit in einem Abwärtstrend befindet, scheint der Verkaufsdruck gegenüber der ungarischen Währung kein Ende zu nehmen. Dabei war die gestern ersichtliche Schwäche eine unmittelbare Folge der nun bestätigten Abschwächung des in Ungarn zu Beginn des Jahres herrschenden Inflationsdrucks. War der Verbraucherpreisindex im Mai noch bei einem siebenjährigen Hoch (3,9 Prozent) scheint die Abkühlung auf 3,1 Prozent deutliche Konsequenzen mit sich gezogen zu haben. Die ungarische Zentralbank wird sich somit in ihrer expansiven Geldpolitik bestätigt fühlen und eine Zinsstraffung für dieses Jahr wohl komplett ausschließen müssen. Somit rückt der Forint gestern wieder näher an sein Allzeittief bei 331,90, was bei einem Durchbrechen dieses Niveaus zu einem induzierten Abverkauf führen könnte. Ob sich der Euro weiter gegenüber dem Forint stärken kann, bleibt kurzfristig von der EZB und ihrer Haltung bezüglich eines geldpolitischen Stimuluspakets abhängig.

CZK

EUR CZK  (25,860)
Im Gegensatz zu der ungarischen Inflation bleibt die tschechische Teuerungsrate weiterhin auf erhöhten Niveaus. Mit einem jährlichen Anstieg von 2,9 Prozent im August hat sich die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der tschechischen Währungshüter beim nächsten Treffen (25. September) wieder deutlich verringern. Diese von Marktteilnehmern neu bewertete Situation scheint sich wenig bis kaum auf die Krone ausgewirkt zu haben, welche weiterhin ohne Dynamik zwischen 25,800 und 25,880 verweilt.


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