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Wöchentliche Marktberichte

Sep 10, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Keine Neuwahlen

USD

EUR USD (1,1040)
Berichte über ein fiskalisches Stimuluspaket aus Deutschland scheinen die Märkte am Anfang der Woche noch mal beflügelt zu haben, bleiben aufgrund der erwarteten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank jedoch ohne unmittelbaren positiven Effekt für den Euro. Berichten zufolge überlegt die deutsche Regierung darüber, die „Schwarze Null“ zu streichen und ein Anheben der öffentlichen Investitionen über den in der Verfassung festgelegten Restriktionen zu gewähren, um die Wirtschaft vor einer nachhaltigen Rezession zu schützen. Dabei sollen öffentliche Entitäten gegründet werden, welche die Möglichkeit hätten, das historisch geringe Zinsniveau zu nützen, um die Investitionen zu erhöhen. Neben den Spekulationen konnte sich eine weitere für den Euro positive Nachricht herauskristallisieren. Das Vertrauen der Investoren ist in der Eurozone im September aufgrund der neuerlich verbesserten Situation im Handelsdisput gestiegen. Auch dieser Nachrichtenfluss konnte die Gemeinschaftswährung jedoch nicht fundamental beeinflussen angesichts des weiteren Verbleibs des Sentiment-Indikators im negativen Bereich. Dieser konnte sich marginal von dem erwarteten Wert von -14 auf -11,1 hocharbeiten.

Die allgemeine Anspannung bezüglich der europäischen Zinsentscheidung am Donnerstag limitiert signifikante Wechselkursbewegungen, was in Verbindung mit der fehlenden Datenlage zu einem ruhigen Start der Woche geführt hat. Somit könnte sich das Währungspaar bis zum Donnerstag bei dem aktuellen Niveau stabilisieren, was bei einem möglichen Verbleib oberhalb 1,1000 als positives Zeichen für den Euro gesehen werden könnte. Ein Unterlaufen dieser Unterstützung bleibt aufgrund der expansiven geldpolitischen Tendenzen jedoch weiterhin möglich und fast ausschließlich von der EZB abhängig. Eine Zinssenkung im Wert von 10 Basispunkten und eine Ankündigung der neuen Runde von Anleihenkäufen scheint zumindest teilweise eingepreist zu sein. Jegliche Abweichung dieser Erwartungen, in Form einer höheren Zinssenkung oder neuer Einzelheiten bezüglich des Anleihenprogramms, könnten zu unmittelbaren Wechselkursschwankungen führen.

CHF

EUR CHF (1,0950)
Marktteilnehmer scheinen die von Geldmärkten zu 100 Prozent eingepreiste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank fürs Erste beiseitegelegt zu haben und lassen den Schweizer Franken auf ein einmonatiges Tief gegenüber dem Euro fallen. Dabei war es wohl eine Mischung des leicht verbesserten Risikosentiments, der Gerüchte eines deutschen fiskalischen Stimuluspakets und der besser als erwarteten deutschen Exportdaten, welche der Gemeinschaftswährung Rückenwind verschafft hatten. Die weitere Erholung des zentraleuropäischen Währungspaares hängt nun von dem Ausmaß der Zinssenkung und der möglichen Expansionspakete ab. Eine Lockerung im Wert von 20 Basispunkten und ein Wiedereinführen der Anleihenkäufe könnte die Schwäche des Euro wiederbeleben und zu Bewegungen bis 1,0830 führen.  An der Oberseite stellt 1,0960 die erste Barriere weiterer Aufwärtsbewegungen dar, wobei ein durchstoßen dieses Niveaus Potenzial bis 1,1050 entfalten könnte.

GBP

EUR GBP (0,8940)
Inmitten des auseinanderfallenden Parlaments scheint sich die britische Wirtschaft weiterhin relativ souverän über Wasser zu halten. Das gestern veröffentlichte Bruttoinlandsprodukt verwies auf einen Wirtschaftsanstieg von 0,3 Prozent im Juli, was die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im dritten Quartal deutlich stillen konnte. Mit der gestrigen parlamentarischen Entscheidung gegen eine von Boris Johnson geforderte Neuwahl, scheint sich das kurzfristig positive Sentiment gegenüber dem Pfund noch einmal deutlich gestärkt zu haben. Der Rücktritt des Unterhaus-Sprechers, John Bercow, ließ die Investoren bislang relativ kalt. Derzeit scheinen ausschließlich unmittelbare Nachrichten bezüglich der Natur des Austritts Großbritanniens und Wirtschaftsdaten von signifikanter Bedeutung zu sein. Somit hängt das Sentiment  unter anderem auch von den heutigen Arbeitsmarktdaten ab, welche zeigen könnten, wie die makroökonomische Situation im Land aussieht. Bewegungen in Richtung 0,8840 sind weiterhin möglich, wobei ein Rücksetzer des Pfunds das Niveau 0,9060 durchbrechen müssten, um Potenzial bis 0,9180 zu entfalten.

PLN

EUR PLN (4,3320)
Anspannungen bezüglich der polnischen und europäischen Zinsentscheidungen und eine fehlende Datenlage lassen die Woche einen ruhigen Anfang nehmen. Die in den letzten Tagen aufgekommene Risikobereitschaft der Marktteilnehmer scheint jedoch auch in diese Woche mitgenommen worden zu sein und lässt den Zloty marginal gestärkt zurück. Mit dem Durchbruch des Niveaus 4,3480 nimmt die polnische Währung nun die Barriere bei 4,3150 (Hoch 15. Mai und 50-1d Moving Average) ins Visier, wobei die erwartete Zinssenkung der EZB und die neutrale Haltung der polnischen Währungshüter einen weiteren Vorstoß des Zloty durchaus für möglich erscheinen lässt.

HUF

EUR HUF  (330,40)
Die schwachen deutschen Industriedaten der letzten Woche schienen auf die derzeitige Investitionsbereitschaft regionaler Anleger abgefärbt zu haben und lassen keine allzu große Bewegung des Forints zu. Auch der heute veröffentlichte Anstieg der deutschen Exporte (Juli) konnte nichts an der Tatsache ändern, das die Ängste bezüglich einer Rezession in Deutschland weiterhin ein dominierender Treiber der regionalen Volatilität bleiben. Die ungarischen Währungshüter werden ihre neutrale Haltung voraussichtlich gegen Ende des Monats bestätigen, wobei die heute veröffentlichten Verbraucherpreise den ersten Indikator der Preisentwicklung des Vormonats bieten werden. Somit könnte die dreiwöchige Bewegungsspanne zwischen 327,90 und 331,90 weiterhin bestehen bleiben, solange sich die europäischen Währungshüter an das Protokoll halten und die Marktteilnehmer nicht in ihren Erwartungen enttäuschen.

CZK

EUR CZK  (25,850)
Die tschechische Arbeitslosenquote blieb im August mit einem Wert von 2,7 Prozent weiterhin unverändert und bestätigt die straffen Konditionen am heimischen Arbeitsmarkt. Diese Tatsache könnte mit einem ebenfalls konstanten- oder steigenden Preisniveau, welches heute veröffentlicht wird, ein signifikantes Argument für ein Beibehalten des Zinsniveaus bieten, wenn sich die tschechischen Währungshüter am 25. September eintreffen.


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