Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Sep 09, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wöchentlicher Ausblick

USD

EUR USD (1,1025)
Obwohl die letzte Woche von einer Fülle enttäuschender Wirtschaftsdaten geprägt war, welche die Rezessionsängste der Marktteilnehmer weiter antrieben, konnten die positiven geopolitischen Entwicklungen für ein ausreichend verbessertes Risikosentiment sorgen, um den Euro aufwerten zu lassen. Somit wurde der Fall der deutschen Werkaufträge (-5,6%) und Industrieproduktion (-4,2%) im Juli komplett von der Koalitionsbildung in Italien und der erfolgreichen Abstimmung bezüglich der Blockierung eines No-Deal Brexits überschattet. Die Märkte sahen sich ebenfalls durch die am Freitag bekannt gegebenen Stimulusversuche Chinas beflügelt, nachdem die chinesische Zentralbank die Reduktion der Mindestreserve, welche Banken halten müssen, verkündet hatte. Der schlechter als erwartete US-Arbeitsmarktbericht, laut welchem die Wirtschaft im August ein Jobwachstum von „nur“ 130 Tausend erreichen konnte, hatte keine unmittelbaren Folgen für den Wechselkurs. Mit diesem verbesserten politischen Bild und der von Investoren gehaltenen Annahme einer möglichen Erholung in China, bleiben die wirtschaftliche Schwäche der Eurozone und die erwartete Zinssenkung der Europäischen Union, die einzigen Faktoren, welche den Euro unter Druck setzten.

Aufgrund einer fehlenden Datenlage neuer wirtschaftlicher Veröffentlichungen, fällt der Blick auf die europäische Zinsentscheidung am Donnerstag, bei der Marktteilnehmer von einer Zinssenkung und einer Verkündung neuer Stimuluspakete ausgehen. Mit einer zu 100 Prozent eingepreisten Lockerung der Zinsen scheint der Fokus viel mehr auf der Frage zu liegen, wie Hoch diese Zinssenkung ausfallen wird, und welche Maßnahmen die EZB noch verkünden wird, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Investoren gehen derzeit von einer Bestätigung des Staatsanleihenkaufprogramms (Quantitative Easing) aus, in welchem möglicherweise monatlich Staatsanleihen im Wert von bis zu 25 Milliarden Euro gekauft werden könnten. Im Zusammenhang mit dem geldpolitischen Treffen wird die am gleichen Tag veröffentliche deutsche Inflation ebenfalls von Interesse sein, welche neue Aufschlüsse über die Entwicklungen der Preise geben könnte.

Der EURUSD kommt mit einer möglichen Bewegungsspanne zwischen 1,0940 und 1,1110 in die neue Woche, könnte bei überraschenden politischen Entwicklungen oder einer zu starken Zinssenkung die bereichsgebundene Bewegung beenden. Dieses Szenario bleibt voraussichtlich für die letzten Tage der Woche bestimmt, da eine fehlende wirtschaftliche Datenlage zu keinen allzu großen Volatilitätssprüngen führen sollte.

CHF

EUR CHF (1,0900)
Die letzten Montag eingesetzte Flucht in sichere Häfen wurde gegen Ende der letzten Woche trotz enttäuschender deutscher Industriedaten durch ein „Risk-on“ Sentiment eingelöst. Positive politische Entwicklungen in Italien, Großbritannien und Hongkong ließen die Nachfrage nach sicheren Anlagen zurückgehen, wobei die am Freitag angekündigte geldpolitische Stimulusmaßnahme Chinas, ebenfalls dazu beitragen konnte. Die heute veröffentlichten Sichteinlagen der schweizerischen Notenbank werden zeigen, welchen Beitrag die Währungshüter zur Euro-Stärke der letzten Tage geleistet haben. Somit verzeichnet der EURCHF trotz des neuen Jahrestiefs am Mittwoch die dritte wöchentliche Aufwertung infolge und könnte mit einer weiteren positiven Woche den seit Mai anhaltenden Abwärtstrend brechen. Bullische Signale würden dabei ab 1,0970 und 1,1050 signalisiert werden, wobei ein Unterlaufen der derzeitigen Unterstützung 1,0840 weiterhin eine Möglichkeit darstellt, insbesondere mit der erwarteten Expansionspolitik der Europäischen Zentralbank.

GBP

EUR GBP (0,8980)
Die am Freitag leicht aufgekommene Schwäche des Pfunds konnte die vierte wöchentliche Aufwertung der britischen Währung gegenüber dem Euro nicht verhindern. Am Freitag wurde im oberen Haus des Parlamentes der Gesetztesvorschlag bestätigt, welcher einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abkommen unmöglich machen sollte. Dies führte zu wiederholten Drohungen des Premierministers, Boris Johnson, eine generelle Neuwahl einzuberufen, ein Versuch, welcher letztlich an der fehlenden Mehrheit der konservativen scheiterte. Mit der heutigen wiederholten Abstimmung über eine potenzielle Neuwahl, bleibt der Brexit und die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung des Pfunds in den Köpfen der Investoren. Neben dem politischen Fokus rücken eine Fülle von wirtschaftlichen Daten in den Vordergrund, welche heute und morgen veröffentlicht werden. Dabei stehen das monatliche Bruttoinlandsprodukt, die Industrieproduktion und die Produktion des verarbeitenden Gewerbes im Vordergrund. Überraschend negative Lesungen könnten das Pfund weiter unter Druck setzten und Bewegungen in Richtung 0,9050 entfalten. Der kurzfristige Aufwärtstrend der britischen Währung, anhaltend seit Mitte August, bleibt aufrechterhalten, solange 0,9150 nicht durchstoßen wurde und besitzt Potenzial bis 0,8840.

PLN

EUR PLN (4,3320)
Der durchwachsene US-Arbeitsmarktbericht schien fast vollständig von den Nachrichten einer chinesischen Stimulusmaßnahme und den nicht allzu pessimistischen Kommentaren des Fed-Präsidenten Jerome Powell überschattet worden zu sein. Infolgedessen blieb der Zloty gegenüber dem Vortag fast unverändert und verzeichnete, getrieben durch ein verbessertes Marktsentiment gegenüber Schwellenländern, die größte wöchentliche Aufwertung seit Juli 2018. Somit befindet sich die polnische Währung in einem leichten Aufwärtstrend, welcher durch eine neutrale Haltung der Zentralbank bei der Zinsentscheidung am Mittwoch bestätigt werden könnte. Marktteilnehmer gehen von keiner Veränderung der Leitzinsen aus, was sich in Verbindung mit der erwarteten Zinssenkung der EZB, zu einer leicht positiven Tendenz für den Zloty zusammengefasst werden könnte.

HUF

EUR HUF  (330,00)
Die Schwächeerscheinungen des Forints scheinen ein Testament der politischen Anspannungen und Rezessionsängste der Marktteilnehmer zu sein und lassen die ungarische Währung am Freitag schwächer zurück als am Vortag. Die enttäuschenden Industriedaten Deutschland konnten den positiven Nachrichtenfluss für die Wirtschaft Ungarns am Freitag komplett überschatten.  Somit konnte sich der für den Juli veröffentlichte 12-prozentige Anstieg der ungarischen Industrieerträge, in keiner nachhaltigen Stärke der Währung manifestieren. Der allgemein dominierende Faktor für diese Woche bleibt die europäische Zinsentscheidung, wobei aufseiten heimischer Daten die Veröffentlichung der ungarischen Inflationszahlen im Fokus stehen wird. Trotz einer leichten Erholung des Forints, hervorgerufen durch geopolitische Lockerungen, bleibt der Aufwärtstrend des EURHUF weiterhin aufrechterhalten, solange 327,90 durchbrochen worden ist.  An der Oberseite verhindert das Allzeithoch des Paares bei 331,00 derzeit jegliche zu hohe Aufwertungen.

CZK

EUR CZK  (25,830)
Marktteilnehmer wogen die geopolitischen Verbesserungen der letzten Woche gegen die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession ab und ließen die Krone aufgrund weiterhin bestehender Unsicherheit kaum gegenüber dem Vortag verändert dar. Der seit Juli anhaltende Abwärtstrend bleibt somit erhalten, könnte durch das Einschlagen eines expansiven Tons der Europäische Zentralbank in Gefahr gebracht werden und der Krone die Möglichkeit bieten, sich wieder zu festigen. Die Erholungsversuche würden durch erhöhte tschechische Inflationsdaten, welche am Dienstag veröffentlicht werden, Rückenwind erhalten, da eine zu hohe Teuerungsrate, die tschechischen Währungshüter von einer Zinssenkung (Ende September) abhalten würde. Somit bleibt ein möglicher Ausbruch aus dem derzeit gültigen Bereich zwischen 25,700 und 26,000 nicht auszuschließen, wobei die Tendenz leicht in Richtung der Krone geneigt ist.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.