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Wöchentliche Marktberichte

Sep 06, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Divergenz der Datenlage

USD

EUR USD (1,1040)
Die neuen Entwicklungen auf der globalen politischen Bühne scheinen internationale Anleger fürs Erste wieder beruhigt zu haben und räsonieren weiterhin in den Märkten. Dabei konnte der Euro nur leicht von einem positiven Marktsentiment profitieren, welches durch Verbesserungen der Lage in Hongkong, Großbritannien und Italien hervorgerufen wurde. Neben der potenziellen Verlängerung des Brexits und der erfolgreichen Koalitionsgründung in Italien, schien die Bekanntgabe der offiziellen Gesprächstermine zwischen China und den USA, den größten Einfluss auf den derzeitig aufgekommenen Optimismus in den Märkten gehabt zu haben. Ungeachtet dessen, dass die ersten Gespräche erst Anfang Oktober stattfinden werden und die somit am 01. Oktober geplante Zollerhöhung voraussichtlich nicht verhindert werden wird.

Dass die europäische Gemeinschaftswährung auf den gesamten Tag gesehen nicht von der Risikofreude der Marktteilnehmer profitieren konnte, lag an der gestern deutlich gewordenen Divergenz zwischen den USA und der europäischen Wirtschaft. Die deutsche Ökonomie befindet sich weiterhin in einer schwachen Lage und könnte laut neuen Leitindikatoren im dritten Quartal in eine Rezession fallen. Darauf weisen die gestern veröffentlichten Werkaufträge, welche im Juli auf Jahresbasis einen Verlust von 5,6 Prozent verzeichnen mussten. Der größte beitragende Faktor war dabei die fallende Nachfrage aus dem Ausland, wobei die heimischen Neuaufträge nur um 0,5 Prozent gesunken waren. Aufseiten US-amerikanischer Daten lag der Fokus auf dem ADP-Arbeitsmarktbericht, welcher mit 195 Tausend Neueinstellungen überzeugen konnte und auf ein positives Ergebnis bei den heute veröffentlichten Non-Farm payrolls hindeutet. Auch der Dienstleistungssektor scheint weiterhin die Expansion der US-amerikanischen Wirtschaft voranzutreiben und verweist, gemessen am US-Einkaufsmanagerindex (Dienstleistungen), auf den 115. monatlichen Anstieg infolge.

Somit bleibt die Gemeinschaftswährung trotz einer allgemein positiven Woche weiterhin unter Druck. Das Marktsentiment ist derzeit zugunsten des Euro gerichtet, scheint jedoch von der ökonomischen Divergenz zwischen den USA und der Eurozone überschattet zu werden. Eine nachhaltige Erholung bleibt fundamental von einer Verbesserung der deutschen Industrie abhängig, wobei charttechnisch die ersten Barrieren bei 1,1080 und 1,1140 definiert sind.

CHF

EUR CHF (1,0890)
Das schweizerische Wirtschaftswachstum verzeichnete im zweiten Quartal eine deutlich verlangsamte Rate als zuvor angenommen. Mit der gestrigen Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts schienen sich die Befürchtungen, hervorgerufen durch zuletzt schwache Sentiment-Indikatoren, zum Teil bestätigt zu haben. Die Wirtschaft expandierte auf Jahresbasis im zweiten Quartal um 0,2 Prozent und scheint im Vergleich zum vorigen Quartal (1,0 Prozent) deutlich an Momentum verloren zu haben. Die Schweiz scheint die negativen Effekte der globalen Unsicherheiten in Form einer geringeren weltweiten Nachfrage und einem deutlich gestärkten Franken zu spüren. Somit schien es nicht allzu erstaunlich, als der Präsident der schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, das Beibehalten der negativen Zinsen für die kommende Zeit bestätigte. Der Franken verzeichnete daraufhin die größte tägliche Abwertung seit fünf Wochen und bricht kurz über das Niveau 1,0900 aus. Die größte Barriere einer Erholung des Euro bleibt 1,0970, wobei eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erst ab 1,1050 signalisiert werden kann.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Der Gesetztesvorschlag einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abkommen zu verhindern, befindet sich nach der Bestätigung im Unterhaus des britischen Parlaments, nun in den Händen der Lords im Oberhaus. Eine Debatte und endgültige Abstimmung könnte frühestens schon heute gehalten werden, wobei eine positive Bestätigung nur noch die formelle Verkündung der Königin Großbritanniens überstehen müsste. Auch die Sorge um eine generelle Neuwahl scheint fürs Erste vom Tisch zu sein, nachdem einige Rebellen in den eigenen Reihen der konservativen Partei die Seite wechselten und eine Zweidrittelmehrheit für die Neuwahl zunichtemachten. Die politische Unsicherheit bleibt jedoch erhöht, da allgemein erwartet wird, dass der Premierminister, Boris Johnson,  einen weiteren Versuch starten wird, um eine Neuwahl durchzusetzen. Immerhin scheinen sich Investoren über die kurzfristig positiven Katalysatoren gefreut zu haben und lassen die Nachfrage nach dem Pfund an Fahrt gewinnen. Somit scheint auch die vierte wöchentliche Aufwertung der britischen Währung infolge auf eine deutlich verbesserte Gemütslage der Anleger zu deuten.

PLN

EUR PLN (4,3420)
Es scheint, als hätte der Zloty den größten Vorteil von der verbesserten politischen Lage in Italien und Großbritannien gezogen. Somit befindet sich die polnische Währung auf gutem Wege, die beste Woche seit Juli 2018 zu verzeichnen. Aufgrund fehlender heimischer Daten bleibt die weitere Aufwärtsbewegung mit Potenzial bis 4,3000 von der Datenlage für die Eurozone und den USA abhängig. Im Fokus werden dabei die Veröffentlichung der deutschen Industrieproduktion und des US-amerikanischen Arbeitsmarktberichts stehen. Beide Publikationen hätten das Potenzial, das zentraleuropäische Währungspaar deutlich von seinem dieswöchigen Abwärtstrend zu stoßen.

HUF

EUR HUF  (329,80)
Ohne ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der ungarischen Leitzinssituation blieb der Forint gestern ohne Impuls. Zwar konnte sich der Forint diese Woche geringfügig befestigen, vermochte es allerdings nicht, seinen Abwärtstrend,  derzeit zwischen 328,50 und 331,50 definiert, signifikant zu durchbrechen. Eine Bewegung in Richtung des Allzeittiefs der ungarischen Währung (331,50) bleibt weiterhin von dem internationalen Marktsentiment gegenüber Schwellenländern abhängig. Aufseiten heimischer Daten scheint die Veröffentlichung der ungarischen Industrieproduktion in den Fokus regionaler Investoren zu rücken, nachdem diese im Juni zum ersten Mal in diesem Jahr eine Kontraktion verzeichnet hatte. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten sich eine deutliche Verbesserung zum Vormonat, was die Erholungsversuche um einiges leichter gestalten könnte.

CZK

EUR CZK  (25,830)
Mit der gestrigen Veröffentlichungen scheinen bis auf die Einkaufsmanagerindizes, welche weiterhin im negativen Bereich verweilen, alle übrigen Daten auf eine resistente tschechische Wirtschaft zu deuten. Dieses Bild wurde mit dem jährlichen Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 7,0 Prozent noch Mal bestätigt und treibt die Krone marginal nach oben. Trotz der gestrigen Dynamik bleibt das zentraleuropäische Währungspaar vom globalen Marktsentiment dominiert, welches die Krone diese Woche leicht favorisiert, das Potenzial für eine rasche Abwärtsbewegung jedoch weiterhin nicht ausschließt. Nichtsdestotrotz bleibt die Tendenz einer Stärkung der Krone für die kommende Woche erhalten, insbesondere da Marktteilnehmer weiterhin auf eine Zinssenkung der EZB spekulieren.


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