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Wöchentliche Marktberichte

Sep 05, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wird der Brexit wieder verschoben?

USD

EUR USD (1,1020)
Mit den neuesten Entwicklungen an der globalen politischen Bühne scheinen Investoren Ihre Rezessionsängste fürs Erste beiseitegelegt zu haben und erhöhen die Nachfrage nach dem Euro wieder, welcher sich signifikant von seinem Jahrestief entfernen konnte. Das deutlich verbesserte Risikosentiment kam nach einer Verkündung chinesischer Offizieller, welche die Wiederaufnahme der Handelsgespräche mit den USA bestätigten und Hoffnungen auf ein Abkommen vor der nächsten Zollerhöhung am 01. Oktober aufkommen ließen. Ebenfalls scheinen sich die für den Euro positiven Entwicklungen in Sachen Brexit in einem geringeren Verkaufsdruck der Gemeinschaftswährung manifestiert zu haben, was gekoppelt mit der bestätigten Koalitionsbildung in Italien, die perfekten Konditionen für eine Erholung geschaffen hatte.

In der Zwischenzeit stehen weiterhin jegliche Nachrichten in Bezug auf die nächste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank im Vordergrund. Am Mittwoch hatte die voraussichtlich neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Möglichkeit  erhalten, sich zum ersten Mal öffentlich über Ihre geldpolitische Haltung zu äußern. In Ihrer Stellungnahme schien die Zentralbankerin eine entgegenkommende Geldpolitik für notwendig zu halten, schien die negativen Effekte der Jahrelangen negativen Zinspolitik jedoch anzuerkennen. Die Kommentare kommen eine Woche vor der nächsten Zinsentscheidung, bei der Marktteilnehmer weitgehend von einer Zinssenkung und einer Wiederaufnahme des Programms für den Kauf von Staatsanleihen (QE) im Wert von 2,6 Billionen Euro ausgehen.

Die mit dem verbesserten Marktsentiment eingeleitete Erholung des Währungspaares vom Tief bei 1,0925, könnte darauf hindeuten, dass ein kurzfristiger Boden erreicht wurde. Diese Annahme müsste jedoch erst mit einem längeren Verbleib im Bereich zwischen 1,0960 und 1,1060 bestätigt werden. Weiteres Aufwärtspotenzial besteht oberhalb 1,1080, wobei dies von der heutigen Datenlage abhängen wird. Im Fokus bleiben dabei, insbesondere mit der derzeitigen Schwäche der deutschen Industrie, die Veröffentlichung der deutschen Werkaufträge. Aufseiten der USA stellt der ADP Arbeitsmarktbericht den ersten Indikator für die Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls am Freitag dar.

GBP

EUR GBP (0,9010)
Nachdem die Abstimmung über eine parlamentarische Übernahme der Tagesordnung am Dienstag bestätigt wurde, erfährt Boris Johnson mit dem gestrigen Tag die zweite Niederlage seiner noch jungen Karriere als Premierminister. Mit einer deutlichen Mehrheit stimmten die Gesetzgeber für eine Verschiebung des EU-Austritts, sollte es bis zu dem 31. Oktober zu keinem klaren Handelsabkommen mit der Europäischen Union kommen. Nun muss der Entwurf dem Oberhaus vorgeführt werden, welches das Ganze am Donnerstag debattieren wird. Viel Zeit bliebt nicht, insbesondere da ab der kommenden Woche eine von Boris Johnson angesetzte Parlamentspause bis Mitte Oktober eintreten wird. Das britische Pfund nahm die gestrigen Ergebnisse positiv auf und entfernt sich weiter von dem im August gesetzten Jahreshoch. Die Volatilität bleibt jedoch weiterhin erhalten und könnte zu beidseitig großen Wechselkurssprüngen führen. An der Oberseite stellt nun das Niveau 0,9080 eine Unterstützung für das Pfund dar, wobei ein Rücksetzer des EURGBP Potenzial bis 0,8840 aufweisen könnte.

CHF

EUR CHF (1,0845)
Der gestrige Optimismus der Marktteilnehmer, ausgelöst durch die direkte Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA, ließ den Euro heute Morgen wieder von seinem gestern gesetzten Jahrestief aufsteigen. Über einen raschen Kompromiss und ein tatsächliches Abkommen besteht jedoch weiterhin Skepsis, insbesondere da ein Scheitern der Gespräche die nächste Zollerhöhung, geplant am 01. Oktober, mit sich bringen würde. Der EURCHF konnte sich knapp über das Niveau 1,0840 hochkämpfen und scheint das Potenzial zu besitzen, bis 1,0900 aufzuwerten. An der Unterseite verhindert die Unterstützung bei 1,08100 weitere Verluste der europäischen Gemeinschaftswährung.

PLN

EUR PLN (4,3460)
Es scheint, als hätten Investoren die erste Möglichkeit eines verbesserten Risikosentiments genützt, um die Nachfrage nach dem Zloty wieder nach oben zu schrauben. Eine weiterhin positive Datenlage für die polnische Wirtschaft macht den Zloty für Investoren attraktiv, schien jedoch von dem gedämpften globalen Risikoappetit überschattet worden zu sein. Mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB, einer positiven Entwicklung im Brexit und einer allgemein aufgekommenen Dollar-Schwäche, schienen die perfekten Konditionen für eine Erholung der Region geschaffen worden zu sein. Der nun eingesetzte Abwärtstrend des EURPLN mit Potenzial bis 4,3000, könnte bei einem durchbrechen des Niveaus 4,3240 (Tief 16. August) weiter fortgeführt werden. Eine Bewegung in Richtung 4,4000 (Jahreshoch) bleibt jedoch nicht auszuschließen, da Unsicherheiten bezüglich des Handelskriegs weiterhin das Potenzial besitzen, das Risikosentiment wieder ins Negative zu kippen.

HUF

EUR HUF  (329,50)
Zentraleuropäische Währungen führten am gestrigen Tag unbesorgt Ihre Erholung weiter fort, nachdem Währungen in Schwellenländern, insbesondere Ungarn, einen der schwächsten Monate seit Jahren hinter sich ließen. Die Tatsache, dass sich die ungarischen Einzelhandelsumsätze mit einem jährlichen Wachstum von 6,4 Prozent wieder deutlich stärken konnten, trug relativ wenig zu der gestrigen Aufwertung des Forint bei. Vielmehr war es die aufgekommene Risikofreude der Anleger, welche sich wieder bereit zeigten, Kapital in Schwellenländer zu verlagern. Die erste Barriere weiterer Erholungsversuche steht der ungarischen Währung bei 327,90 entgegen, wobei an der Oberseite 331,50 das derzeitige Tief definiert.

CZK

EUR CZK  (25,840)
Die tschechische Krone konnte nicht von dem verbesserten Risikosentiment an den Finanzmärkten profitieren und wertet als Ausreißer in der Region, als einzige Währung gegenüber dem Euro ab. Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Bewegung in Richtung 25,950 (Jahreshoch) nicht auszuschließen und deutlich von den Zinsentscheidungen der EZB (12. September) und CNB (25. September) abhängig.


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