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Wöchentliche Marktberichte

Sep 02, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro bricht unter die $1,10

USD

EUR USD (1,0988)
Obwohl die so genau beobachteten Inflationsdaten für die Eurozone und die US-amerikanische Wirtschaft am Freitag im Zentrum des Geschehens hätten stehen sollen, überschatten neue Entwicklungen in den Handelsgesprächen und die Kommentare des US-Präsidenten jegliche Reaktionen bezüglich der Teuerungsrate. Donald Trump äußerte sich am Freitag bezüglich des fortfahrenden Dialogs zwischen den beiden Staaten und bestätigte Pläne neuer Handelsgespräche im September. Diese relativ de-eskalierende Entwicklung konnte den US-Präsidenten jedoch nicht davon abhalten, die  letzte Woche angekündigten Strafzölle zu verschieben. Somit werden seit gestern Zölle (15 Prozent) auf chinesische Waren im Wert von 125 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Die Zentralbanken werden die neuesten Entwicklungen relativ skeptisch begutachtet haben und sehen sich insbesondere mit den sinkenden Inflationsniveaus voraussichtlich zum Handel gezwungen. Besonders in der Eurozone bereitet die fehlende Teuerungsrate den Währungshütern Kopfzerbrechen, welche sich derzeit bei einem jährlichen Wachstum von nur einem Prozent befindet und deutlich von dem Zwei-Prozent-Ziel abweicht.

Mit der anstehenden Woche bleiben natürlich die US-China Anspannungen im Zentrum des Geschehens, wobei Marktteilnehmer auf Genauigkeiten bezüglich der geplanten Gespräche achten werden. Aufseiten neuer Wirtschaftsdaten wird der am Freitag veröffentlichte US-amerikanische Arbeitsmarktbericht das Hauptereignis darstellen. Ökonomen die von Thomson Reuters befragt wurden, gehen von einem Jobwachstum von 159 Tausend aus, knapp unter den 164 Tausend im Vormonat. Marktteilnehmer werden ebenfalls die Möglichkeit erhalten, neue geldpolitische Erkenntnisse von den Reden zweier US-Zentralbanker zu erhalten und mit der Datenlage abzugleichen. Die Rede des Fed Offiziellen Eric Rosengren ist für den Dienstag angesetzt, wobei Charles Evans am Mittwoch, am gleichen Tag wie die Veröffentlichung des Beige Books, dem Konjunkturausblick der Zentralbank, angesetzt ist.

Die weiterhin ungelösten Handelsanspannungen und eine von Geldmärkten zu 100 Prozent eingepreiste Zinssenkungswahrscheinlichkeit der EZB waren Investoren dann doch Grund genug, den Abverkauf des Euro zu verstärken. Am Freitag war es dann so weit. Die europäische Gemeinschaftswährung durchbricht die Unterstützung bei 1,1100 und schwächte gegenüber dem US-Dollar auf ein mehr als zweijähriges Tief ab. Kommt es im Laufe der Woche zu einer Neubemessung der US-amerikanischen Geldpolitik und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Wert von 50 Basispunkten, könnte sich der Euro wieder leicht in Richtung 1,1150 stärken. Derzeit limitieren jedoch ebenfalls die politischen Probleme in Italien eine zu hohe Aufwertung, was zu Abwärtsbewegungen in Richtung 1,0850 führen könnte. 

CHF

EUR CHF (1,0880)
Mit den am Freitag veröffentlichten europäischen Inflationsdaten, welche eine Intervention seitens der EZB noch mal deutlich wahrscheinlicher gemacht haben, schien die Nachfrage nach dem Schweizer Franken wieder aufgekommen zu sein. Auch den mittelfristigen Trend des Währungspaares (EURCHF) verspricht keine allzu große Verbesserung, insbesondere da mit dem gestrigen Tag die von Donald Trump angekündigten US-Importzölle auf chinesische Ware im Wert von 125 Milliarden US-Dollar nun offiziell in Kraft getreten sind. Marktteilnehmer agieren weiterhin vorsichtig und lassen keine allzu großen Schwankungen im Währungspaar zu. Mit der Zinsentscheidung der europäischen- als auch der schweizerischen Zentralbank im September, könnte sich der EURCHF aus der engen Bewegungsspanne zwischen 1,0840 und 1,0925 lösen, wobei die Richtung dieses Ausbruchs deutlich von den globalen Entwicklungen und den geldpolitischen Entscheidungen abhängen wird.

GBP

EUR GBP (0,9035)
Auch in dieser Woche wird das Pfund wieder ganz von der britischen Politik dominiert werden. Letzte Woche sorgte die Suspension des Parlamentes durch den Premierminister für Aufsehen. Mit der von Boris Johnson eingeplanten Verlängerung der Sommerpause bis zu dem 14. Oktober, bleibt den britischen Gesetzgebern nach dem Wiedereinfinden wenig Zeit, um den geplanten Austritt Großbritanniens am 31. Oktober zu verhindern. Dabei wird in dieser Woche die Entscheidung fallen, ob sich die Mitglieder des Parlamentes zu einer Mehrheit zusammenschließen können, um die Regierung mit einem Misstrauensvotum zu stürzen. Viel Zeit bleibt nicht, zumal ein Regierungswechsel ein No-Deal Szenario keineswegs ausschließen würde. Das britische Pfund bleibt trotz der Aufwertung am Freitag empfindlich gegenüber jeglichen Neumeldungen bezüglich des Brexits und hat das Potenzial, wiederholt Bewegungen in Richtung 0,9300 zu starten. Positive Entwicklungen in der britischen Politik könnten zu einem Unterlaufen des Niveaus 0,9000 führen und somit weitere Bewegungen in Richtung 0,8920 entfalten.

PLN

EUR PLN (4,3725)
Handelsanspannungen zwischen den USA und China und die Kräftigung der Rezessionsängste im August führten Zentraleuropäische Währungen auf mehrmonatige Tiefpunkte. Trotz der positiven Entwicklung des Zloty am Freitag, verweilt die polnische Währung in Nähe des 13-monatigen Tiefs. Am Freitag veröffentlichte Daten wiesen auf eine leichte Abkühlung der Inflation (2,8 Prozent von 2,9 Prozent) und ein weiterhin stabiles Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt stand mit einem jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent sogar marginal über den erwarteten 4,4 Prozent für das zweite Quartal. Leichte Verbesserung des polnischen Zloty sind zu erwarten, wobei ein durchstoßen des Niveaus 4,3620 kritisch für weitere Erholungsversuche sein wird.

HUF

EUR HUF  (331,35)
Der Forint konnte sich am Freitag doch noch von seinem Allzeittief gegenüber dem Euro hochheben, nachdem besser als erwartete ungarische Wachstumsraten und Hoffnungen auf eine Anspannungslockerung in den Handelsbeziehungen zu Optimismus in der Region führte. Das ungarische Bruttoinlandsprodukt wurde im zweiten Quartal mit 4,9 Prozent bestätigt, wobei die Löhne im Juni, auf Jahresbasis, einen Anstieg um 10,6 Prozent verzeichnen konnten. Den ersten Widerstand finden weitere Erholungsversuche des Forints bei 327,90, wobei ein durchstoßen dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 322,60 führen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,950)
Die Krone konnte als einzige Währung in der Region nicht von der am Freitag eingesetzten Euro-Schwäche profitieren und wertet auf den niedrigsten Wert des Jahres ab. Das zentraleuropäische Währungspaar bleibt aufgrund der fehlenden Datenlage für die tschechische Wirtschaft vom globalen Marktsentiment getrieben, wobei Neuigkeiten in den Handelsgesprächen der wichtigste Katalysator für das Währungspaar bleiben wird. Das Abwärtspotenzial der Krone, welches derzeit bis 26,000 reicht, könnte aufgrund einer möglichen EZB-Zinssenkung und einer neutralen tschechischen Zentralbank im September nicht ganz ausgeschöpft werden und könnte zu Erholungen der Krone in Richtung 25,700 führen.


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