Wöchentliche Marktberichte

Aug 30, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Hoffnung auf Zollverschiebung

USD

EUR USD (1,1045)
Neue Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China, hervorgerufen durch positive Kommentare chinesischer Offizieller, konnten die Anspannungen in den Märkten wieder marginal abbauen. Dass die gestrige Datenlage für die US-amerikanische Wirtschaft, als auch die größte Ökonomie der Eurozone, Deutschland, nicht gerade bestätigend ausfiel, ließ den aufgekommenen Optimismus jedoch im Keim ersticken. Auch die positiven Nachrichten bezüglich der erfolgreichen Koalitionsbildung in Italien konnten die vierte tägliche Abwertung des Euro infolge nicht verhindern.

Glaubt man den Kommentaren des chinesischen Handelsministers, Gao Feng, befinden sich die weiterhin zerstrittenen Staaten auf einem guten Weg, bald zu einem Abkommen zu gelangen. China würde daran arbeiten, neue Handelsgespräche für den September zu organisieren, um Diskussionen bezüglich weiterer Einzelheiten eines potenziellen Abkommens zu besprechen. Die Offiziellen auf US-amerikanischen Seite ließ dies ziemlich kalt, wenn man bedenkt, dass die von Donald Trump angekündigte Zollerhöhung am Wochenende trotzdem in Kraft treten wird. Sollte es in den nächsten zwei Tagen bis zum 01. September zu einer unerwarteten Verzögerung der Importzölle auf chinesische Waren kommen, würde sich das Risikosentiment wieder deutlich verbessern und Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den beiden Staaten aufkommen lassen.

Dieses Abkommen wäre umso wichtiger um eine von Ökonomen erwartete Rezession in dem nächsten Jahr zu verhindern. Gestern veröffentlichte Daten zeigen eine schwächere US-amerikanische Expansion (Q2) als vorerst angenommen. Mit einem jährlichen Wachstum von zwei Prozent fiel das Bruttoinlandsprodukt jedoch weiterhin deutlich besser aus, als in weiten Teilen der entwickelten Welt. Auch nur, weil die Konsumausgaben der Verbraucher den größten Anstieg seit mehr als vier Jahren verzeichneten. Das am Dienstag veröffentlichte Verbrauchervertrauen verweist ebenfalls auf eine solide Entwicklung bei den Konsumenten. Ganz anders sieht es dabei bei der Industrie aus, die deutlich von den Handelsanspannungen getroffen wurde. Dass sich die Zentralbanken in den USA und der Eurozone nun wohl zu einer Lockerung der Zinsen im September verleiten lassen werden, scheint mit den gestrigen Inflationsdaten nur noch wahrscheinlicher. Sowohl die deutsche, als auch die US-amerikanischen Verbraucherpreise steigen auf Jahresbasis schwächer als erwartet an und bleiben unter dem von den Zentralbanken angestrebten Niveau von 2,0 Prozent.

Somit bleibt der Druck auf dem Euro weiterhin erhalten und führt trotz eines Sprungs auf 1,1092 zu der vierten täglichen Abwertung infolge. Ob sich der EURUSD vor dem Wochenende noch mal stärken wird, hängt unter anderem von den heute veröffentlichten Inflationsdaten für die Eurozone und den USA (PCE-Inflation) und neuen Entwicklungen im Handelsstreit ab. Kommt es zu einem Durchbruch der Unterstützung bei 1,1025, könnte das Abwärtspotenzial bis 1,0890 reichen.

CHF

EUR CHF (1,0905)
Auch wenn sich Marktteilnehmer weiterhin skeptisch bezüglich signifikanter Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China sehen, scheinen die gestrigen Nachrichten zumindest kurzfristig für Optimismus gesorgt zu haben. Gekoppelt mit der erfolgreichen Koalitionsgründung scheint es nicht verwunderlich, dass sich der Euro noch mal deutlich gegenüber dem Franken stärken konnte. Ein Überschreiten des Niveaus 1,0970 könnte zu weiterem Aufwärtspotenzial führen, wobei ein bullishes Signal erst oberhalb 1,1050 signalisiert werden kann.

GBP

EUR GBP (0,9060)
Marktteilnehmer versuchen weiterhin die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits zu erraten und ließen das Pfund aufgrund fehlender Neuigkeiten am gestrigen Tag unverändert. Die Erholungsversuche der britischen Währung scheinen nun frühzeitig eine Verschnaufpause eingelegt zu haben, nachdem der Premierminister, Boris Johnson, die Suspension des Parlaments von der britischen Königin bestätigt bekommen hatte. Dies lässt den Gesetzgebern deutlich weniger Zeit, um gegen einen Austritt ohne Abkommen mit der Europäischen Union vorzugehen und erhöht die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios erheblich. Kurzfristige Wechselkursbewegungen werden fast ausschließlich von Neuigkeiten in Sachen Brexit getrieben, wobei der Datenlage derzeit geringe Aufmerksamkeit geschenkt wird. Somit bleibt die Volatilität im Währungspaar weiterhin gegeben und könnte sich in Bewegungen bis 0,9300 ( Hoch 09. August) entfalten. An der Unterseite könnte ein Unterlaufen der Unterstützung bei 0,9000 (50- 1D Moving Average) zu neuen Erholungsversuchen des britischen Pfunds führen.

PLN

EUR PLN (4,3870)
Die gestrigen Fortschritte des Zloty gegenüber dem Euro bleiben marginal, scheinen aufgrund der anhaltenden regionalen Schwäche jedoch eine angenehme Abwechslung zu bieten. Allzu große Aufwertung werden derzeit durch die Anspannungen der Investoren bezüglich des weiteren Verlaufes der Handelsgespräche limitiert, wobei die erfolgreichen Koalitionsversuche noch keinen überwältigend positiven Beitrag liefern konnten. Somit richten sich die Blicke auf die heute veröffentlichten polnischen Verbraucherpreise und das Bruttoinlandsprodukt, welche das Potenzial hätten, dem Zloty bei einer positiven Überraschung Rückenwind zu verschaffen. Weitere Verluste des Zloty werden derzeit durch 4,3990  verhindert, wobei 4,3630 die Trenduntergrenze definiert.

HUF

EUR HUF  (331,38)
Es war wohl eine Kombination der anhaltenden globalen Rezessionsängste, dem Handelskrieg und der erhöhten Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits, welche den Forint auf ein neues Allzeittief (331,85) fallen ließ. Externe Unsicherheiten scheinen sich über eine erhöhte Risikoaversion in der zuletzt gesehenen regionalen Schwäche manifestiert zu haben, wobei der weiterhin pessimistische globale Wirtschaftsausblick im deutlichen Kontrast zu der Lage in Ungarn steht. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich die Nachfrage nach ungarischen Staatsanleihen aufgrund einer soliden heimischen Wirtschaft noch mal festigen konnte und an rekordverdächtigen Niveaus verweilt. Dass der gestrige Vorstoß des EURHUF über 331,00 keinen weiteren Abverkauf zur Folge hatte, kann als positives Zeichen für die ungarische Währung betrachtet werden und könnte als erstes Zeichen einer nachhaltigen Erholung gedeutet werden.  Dieses Szenario bleibt jedoch von einer anhaltend soliden heimischen Wirtschaft und einer Abkühlung der globalen Handelsbeziehungen abhängig.

CZK

EUR CZK  (25,890)
Ohne neue Datenveröffentlichungen für die tschechische Ökonomie bleibt das zentraleuropäische Währungspaar vom globalen Marktsentiment bestimmt. Auch die erfolgreiche Koalitionsbildung in Italien schien kaum einen Einfluss auf die Krone gehabt zu haben und so rückt der Fokus auf das heute veröffentlichte tschechische Bruttoinlandsprodukt. Die Position des Euro bleibt somit unangefochten, welcher das Potenzial besitzt, bei negativen globalen Schlagzeilen bis 25,930 anzusteigen. Erste Nachfrage bei einem Rücksetzer könnte 25,800 und danach 25,740 liegen.


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