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Wöchentliche Marktberichte

Aug 29, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Queen schaltet sich ein

USD

EUR USD (1,1082)
Die Verwirrung bezüglich der letzten Ansagen neuer Zollerhöhungen hat mit dem gestrigen Tag wieder Klarheit erhalten, wenn auch im negativen Sinne. Die Trump Administration machte die Erhöhung der Importzölle auf chinesische Ware im Wert von 300 Milliarden Dollar von 10- auf 15 Prozent nun offiziell und setzt das Eintrittsdatum auf den 1. September und 15. Dezember an. Weitere Erhöhungen sollen folgen, insbesondere die schon angesetzte Zollerhöhung auf weitere Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar von 25- auf 30 Prozent. Die Eskalation der Zollstrategie Donald Trumps kam laut Sprechern der Administration als Antwort auf die Provokation der chinesischen Seite, nachdem Xi Jinping eine Zolleinfuhr auf US-Waren (75 Milliarden US-Dollar) ankündigte. Somit scheint die aggressive Rhetorik weiterhin bestehen zu bleiben, obwohl Trump zuletzt eine positive „Gesprächsaufnahme“ erwähnte, welche Marktteilnehmer kurzfristig leicht beruhigt hatte.

Aufseiten der Europäischen Union scheinen sich die Anfangs zum Erliegen gekommenen Koalitionsgespräche zwischen den Demokraten und der Fünf-Sterne-Bewegung nun ein wenig gebessert zu haben und manifestieren sich in einer erhöhten Nachfrage nach italienischen Staatsanleihen. Renditen auf italienische Staatsanleihen mit einer Fälligkeit von zehn Jahren erreichten diese Woche ein Allzeittief. Der Nachfrageschub folgte den Nachrichten, dass die Führung der Demokraten den zurückgetretenen Guiseppe Conte doch noch als Premierminister der neuen Koalition akzeptieren würde. Jegliche Zeichen einer Verschiebung der Neuwahlen auf nächstes Jahr würden den kurzfristig potenziellen Druck auf den Euro mindern.

Mit den letzten beiden Tagen der Woche werden die Datenveröffentlichungen einen Höhenpunkt finden und zeigen, wie stark sich die globalen Handelsdispute in den Wirtschaftsdaten manifestiert haben. Den Anfang machen dabei die heute veröffentlichten deutschen Verbraucherpreise und die Arbeitslosenveränderung, gefolgt von dem US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt und der Kerninflation.

Der Euro bleibt kurzfristig weiterhin unter Druck und verzeichnet seine dritte Abwertung infolge. Die Abwärtsbewegung scheint aufgrund relativ starker Risikoaversion nur langsam voranzugehen und könnte mit einer positiven Datenlage vorzeitig gestoppt werden. Das negative Potenzial reicht derzeit bis 1,1020 und könnte bei weiteren negativen Entwicklungen und einem Durchbruch dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 1,0890 führen.

CHF

EUR CHF (1,0865)
Obwohl der Euro gegenüber dem Schweizer Franken weiterhin angeschlagen bleibt, hätten sich einige Ökonomen eine größere Reaktion des Währungspaares auf die neuesten globalen Entwicklungen versprochen. Ein limitierender Faktor für den sicheren Franken kann bei der heimischen Nationalbank gefunden werden, welche Ihr derzeit inoffizielles Mandat einer Schwächung der eigenen Währung weiterhin Ernst nimmt. Dabei äußerte sich ein Mitglied der geldpolitischen Institution über die bestehende Bereitschaft erhöhter Währungsinterventionen und dem Willen, die expansive Geldpolitik fortzuführen.

Der seit Mai 2019 anhaltende Abwärtstrend des EURCHF bleibt weiterhin aufrechterhalten, wobei sich die Bewegungen des Währungspaares im August durch eine Seitswärtsbewegung zwischen 1,0840 und 1,0970 ausgezeichnet haben. Die Gefahr eines negativen Durchbruchs könnte mit einer Welle neuer risk-off flows jedoch deutlich zunehmen.

GBP

EUR GBP (0,9080)
Boris Johnson ist auf eine Konfrontation mit den britischen Gesetzgebern aus und sorgt mit seiner Bitte das Parlament zu suspendieren für Aufsehen. Der geplante Zug des neuen Premierministers sollte die vorübergehende Schließung des Parlaments von Mitte September bis Oktober beantragen und so jegliche Versuche stoppen, eine verhindernde Legislative gegen einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auf die Beine zu stellen. Die gewagten Pläne Boris Johnsons wurden von der britischen Königin abgesegnet. Nun fällt der Fokus auf die oppositionellen Parteien und Ihre Antwort auf den Versuch, Sie in Sachen des Brexits gefechtsunfähig zu machen.

Somit scheint der Optimismus bezüglich des britischen Pfunds, welcher die Währung auf ein einmonatiges Hoch gegenüber dem Euro aufwerten ließ, doch nicht gerechtfertigt gewesen zu sein. Mit der gestrigen Aufwertung des EURGBP reicht das Potenzial wieder bis 0,9180 und 0,9300, wobei an der Unterseite 0,9000 verhindert, dass sich Druck bis 0,8910 ausbaut.

PLN

EUR PLN (4,3900)
Die in der letzten Woche aufgekommene Risikoaversion scheint Marktteilnehmer nicht mehr loszulassen und beschert dem polnischen Zloty einen weiteren Rücksetzer in Richtung 4,3900. Auch die von der Regierung bestätigten Pläne, das Staatsdefizit für das kommende Jahr zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren zu eliminieren, scheint dem Zloty nicht geholfen zu haben. Sollte die Barriere bei 4,4000 nicht halten, mit der Suspension des britischen Parlaments nun umso wahrscheinlicher, könnten Bewegungen in Richtung des 19-monatigen Hochs bei 4,4160 entfaltet werden.

HUF

EUR HUF  (330,20)
Die größte regionale Überraschung brachte die gestrige Bewegung des Forints, nachdem die ungarische Währung Ihre Verlustserie verlängerte und über die 13-monatige Unterstützungslinie bei 330,00 hinweg abwertete. Mit der Eskalation im US-Sino Handelskrieg und der Verschärfung der Wahrscheinlichkeiten eines harten Austritts Großbritanniens, bleibt die Tendenz zur Schwäche beim Forint weiter aufrechterhalten. Nun fällt der Blick auf das Niveau 331,40, welches das Allzeithoch des zentraleuropäischen Währungspaares darstellt und als eines der wichtigsten Unterstützungspunkte gilt.

CZK

EUR CZK  (25,880)
Mit dem gestrigen Tag hat sich die Krone weiter abgeschwächt und belässt den Euro damit in einem robusten Aufwärtstrend. Dessen Potenzial reicht momentan bis 25,900, darüber auch bis 25,970.  An der Unterseite ist mit 25,740 ein wichtiges Niveau ausgewiesen, dass in diesem Zusammenhang nicht unterlaufen werden sollte. Die Untergrenze des Aufwärtstrends liegt nunmehr bei 25,670.


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