Wöchentliche Marktberichte

Aug 28, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fehlgeschlagene Gespräche

USD

EUR USD (1,1085)
Skepsis und Unsicherheit dominierten die gestrige Handelsbewegung und lösten den positiven Wochenstart an den Kapitalmärkten wieder in Luft auf. Dabei rückten die am Montag scheinbar abgekühlten Anspannungen bezüglich der Handelsbeziehungen zwischen China und den USA wieder in den Fokus der Marktteilnehmer. Der  Sprecher des chinesischen Außenministers äußerte sich über das vermutlich doch nicht stattgefundenen Telefongespräch zwischen den Repräsentanten der beiden Länder und ließ Verwirrung bezüglich der tatsächlichen Lage im Handelsstreit aufkommen. Somit bleibt weiterhin unklar, ob die vom US-Präsidenten angekündigte Zollerhöhung von 25- auf 30 Prozent am ersten Oktober stattfinden wird. Der US-Dollar konnte von dem gestrigen Nachrichtenfluss minimal profitieren, insbesondere da die Unsicherheiten bezüglich der globalen Wirtschaftslage und der deutschen Industrie, Anleger weiterhin vom Euro fernhält und die Nachfrage dämpft.

Ein signifikanter nachteiliger Faktor potenzieller Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung bleibt die instabile Lage in der italienischen Politik. Italiens Fünf-Sterne-Bewegung brach gestern Abend die Koalitionsgespräche mit der demokratischen Partie ab, nachdem Versuche eine neue Regierung aufzustellen gescheitert waren. Sollte es in der nächsten Zeit zu keinem Kompromiss zwischen den beiden Parteien kommen, würde sich der italienische Präsident Sergio Mattarella gezwungen sehen, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen zu proklamieren.

Mit dem heutigen Tag könnte die Veröffentlichung des deutschen Konsumentenvertrauens nochmal einen neuen Impuls für Erholungen des Euro liefern, wobei signifikante Wechselkursbewegungen womöglich erst gegen Ende der Woche zu erwarten sind. Den Höhepunkt werden deutsche Inflationszahlen und das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt am Donnerstag und europäische und US-amerikanische Inflationszahlen am Freitag darstellen.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Trotz weiterhin bestehender Rezessionsängste konnte der Euro von einer fehlenden gestrigen Datenlage profitieren und markiert eine minimale Aufwertung. Dennoch reicht das Potenzial an der Unterseite für den Euro immer noch bis 1,0850 bzw. 1,0790, wobei eine Erholung der Gemeinschaftswährung erst beim Überschreiten des Niveaus 1,0950 und konsequenterweise 1,1150 signalisiert werden kann. Der einzige Impulsgeber aufseiten neuer Wirtschaftsdaten bleibt die Veröffentlichung des deutschen Konsumentenvertrauens, wobei signifikante Wechselkursbewegungen womöglich erst durch neue Entwicklungen in Italien und den Handelsgesprächen ausgelöst werden könnten.

GBP

EUR GBP (0,9020)
Das britische Pfund konnte sich am gestrigen Tag noch mal deutlich stärken, nachdem ein Versuch der oppositionellen Parteien gestartet wurde, ein No-Deal Szenario am 31. Oktober zu verhindern. Obwohl die meisten Marktteilnehmer weiterhin von einem möglichen Austritt Großbritanniens ohne Abkommen ausgehen, erwiesen sich die Widerstände gegen Boris Johnson, als positiver Katalysator für das britische Pfund. Die Debatte um die Verzögerung des Brexits bildete sich um den Führer der Labour-Partie Jeremy Corbyn, welcher sich in Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien versuchte, bevor das Parlament nächste Woche von der Sommerpause zurückkehrt. Mit dem Unterlaufen der Unterstützung 0,9000, gewinnt die Aufwertung des Pfunds an Fahrt und könnte Potenzial bis 0,8840 erreichen, falls 0,8900 nicht hält.

PLN

EUR PLN (4,3770)
Der polnische Zloty bleibt von der gestrigen regionalen Schwäche nicht verschont und verzeichnet eine leichte Abwertung. Diese konnte auch durch die Kommentare des polnischen Premierministers, Mateusz Morawiecki, nicht verhindert werden, welcher sich zu den Plänen äußerte, die Schuldenquote des Landes im Jahr 2020 auf 47 Prozent zu senken. Den Zloty hat das unmittelbar nicht beeinflusst, wobei der Fokus weiterhin auf der Veröffentlichung der Verbraucherpreise und dem Bruttoinlandsprodukt am Freitag bleibt. Positive Lesungen bezüglich der Daten könnten die fünfte wöchentliche Aufwertung des EURPLN verhindern und dem Zloty Rückenwind für die nächste Woche mit auf den Weg geben.

HUF

EUR HUF  (329,50)
Die gestrige Entscheidung der ungarischen Notenbank das Zinsniveau beizubehalten, konnte dem Forint keinen Rückenwind verschaffen und lässt den EURHUF die vierte tägliche Aufwertung infolge verzeichnen. Dabei scheinen sich die globalen Verlangsamungserscheinungen und der deutlich abgeschwächte europäische Wirtschaftsausblick in einer geringeren ungarischen Inflationserwartung widerzuspiegeln. Dieser negative Trend bringt die angeschlagenen Wahrscheinlichkeiten einer Zinsstraffung im nächsten Jahr deutlich nach unten und lässt das Szenario einer Lockerung der Zinsen wieder offen. Eine Abwertung jenseits 330,00, welches als psychologisches Niveaus gesehen wird, könnte Bewegungen in Richtung 331,00 und bei einem weiteren Fall zu stärkeren Abwertungen führen.

CZK

EUR CZK  (25,830)
Der positive Wochenstart der Krone, hervorgerufen durch die Kommentare des US-Präsidenten bezüglich einer chinesischen Gesprächsaufnahme, brachten keine nachhaltige Veränderung des Risikosentiments. Somit schien es nicht verwunderlich, dass sich die Euro-Verluste vom Montag wieder fast vollständig in Luft aufgelöst hatten. Der kritische Widerstand bei 25,865, welcher die 13-monatige Abwärtstrendlinie definiert, bleibt jedoch weiterhin bestehen und könnte mögliche Aufwertungen des Währungspaares limitieren. 


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