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Wöchentliche Marktberichte

Aug 27, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Doch nicht so schlimm?

USD

EUR USD (1,1100)
Die frisch aufgekommenen Ängste um eine Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China konnten mit den gestrigen Kommentaren des US-Präsidenten wieder ein wenig gemildert werden. Marktteilnehmer nehmen weiterhin eine vorsichtige Haltung ein, insbesondere da die angekündigten Importzölle vom chinesischen Staatschef, Xi Jinping, weiterhin bestehen bleiben. Der US-Dollar konnte sich durch die Revidierung Donald Trumps wieder leicht von seinem Fall am Montag erholen, nachdem der Präsident Ende letzter Woche eine Erhöhung der Importzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar von 25- auf 30 Prozent angekündigt hatte.

Am gestrigen und somit letzten Tag des G7 Gipfels in Frankreich schien sich Trump jedoch wieder von seiner besseren Seite zu zeigen und bestätigt die Kontaktaufnahme des US-Handelsbeauftragten mit chinesischen Offiziellen. Der Vizepräsident Chinas, Liu He, bestätigte zudem die Bereitschaft einer ruhigen De-eskalation der Handelsbeziehungen. Ohne konkrete Pläne sehen sich Investoren jedoch skeptisch bezüglich signifikanter Durchbrüche in den Gesprächen, wobei das Marktsentiment zusätzlich von den ersten Folgen des reduzierten globalen Handels gedämpft wird.
 
Im Rampenlicht steht dabei die Frage, wie stark der wirtschaftliche Rückgang in der viertgrößten Ökonomie der Welt, Deutschland, wirklich ist, nachdem die deutsche Zentralbank die Warnung einer Rezession im dritten Quartal ausgesprochen hatte. Derzeit bleiben die Folgen des Handelsdisputs und der Verlangsamung der globalen Wirtschaft auf das verarbeitende Gewerbe beschränkt. Jegliche Datenveröffentlichungen die einen Spill-over auf den deutschen Konsumenten abbilden würden, könnten zu einer Risikoaversion in den Märkten und somit zu einem Abverkauf des Euro führen. Dabei weist die gestern veröffentlichte Ifo Konjunkturumfrage auf ein düsteres Bild. Das deutsche Geschäftsvertrauen befindet sich auf dem geringsten Niveau seit knapp sieben Jahren und weist den fünften monatlichen Fall infolge auf. Nun fällt der Blick auf die Herausgabe des Gfk Konsumentenvertrauens am Mittwoch, welches zeigen wird, wie Verbraucher die Wirtschaftslage einschätzen.

CHF

EUR CHF (1,0860)
Die am Montag eingesetzte Flucht der institutionellen Anleger in sichere Häfen kam mit den neuen Kommentaren des US-amerikanischen Präsidenten vorerst zum Erliegen. Ganz können Marktteilnehmer den Worten von Donald Trump jedoch nicht trauen, insbesondere nachdem dieser eine Erhöhung der Importzölle auf chinesische Ware im Wert von 250 Milliarden US-Dollar von 25- auf 30 Prozent angekündigt hatte. Dass der Franken trotz dieser erheblichen Risk-off Strömungen weiterhin oberhalb des Niveaus 1,0840 bleibt, könnte womöglich an der Intervention der Schweizerischen Zentralbank liegen. Aktuellen Berichten zufolge haben die Sichteinlagen, welche von Geschäftsbanken bei der SNB gelagert werden, in der letzten Woche wieder deutlich zugenommen, was auf eine Währungsintervention hindeutet. Ob die Zentralbank das derzeitige Niveau verteidigen kann, bleibt von den globalen Wirtschaftsentwicklungen und dem Handelsdisput abhängig. Derzeit steht die Bewegungsspanne zwischen 1,0840 und 1,0960 noch.

GBP

EUR GBP (0,9080)
Feiertagsbedingt blieben die britischen Finanzmärkte am gestrigen Tag geschlossen. Das geringe Handelsvolumen und fehlende Entwicklungen in den Abkommensgesprächen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ließen das britische Pfund gegenüber dem Vortag unverändert. Da für diese Woche keine relevante Datenveröffentlichung für die britische Wirtschaft angesetzt ist, bleibt das Währungspaar von der Euro-Dynamik und dem allgemeinen Sentiment dominiert. Der Aufwärtstrend des EURGBP bleibt trotz der neuerlich leichten Erholung des Pfunds erhalten, solange sich das Paar oberhalb 0,9000 befindet. Ein unterlaufen dieses Niveaus könnte zu Bewegungen bis 0,8830 führen.

PLN

EUR PLN (4,3620)
Der gestrige Nachrichtenfluss schien Investoren zumindest kurzfristig wieder positiv gestimmt zu haben und lässt die zentraleuropäischen Währungen gegenüber dem Euro aufwerten. Dabei milderten die neuesten Kommentare des US-Präsidenten Donald Trump die zuletzt eskalierte Handelsbeziehung mit China und verschafften Anlegern eine kurze Verschnaufpause. Gestärkt sah sich der Zloty ebenfalls durch die mögliche Stabilisierung des Staatsbudgets, welche von der polnischen Regierung für das nächste Jahr geplant sein soll. Dies könnte den jährlichen Staatshaushalt zum ersten Mal seit dreißig Jahren in den positiven Bereich befördern und fiskale Stabilität signalisieren. Trotz der gestrigen Aufwertung der polnischen Währung bleibt die Bewegungsspanne zwischen 4,3400 und 4,4100 aufrechterhalten. Austritt aus diesem Bereich könnten die Veröffentlichung des polnischen Bruttoinlandsprodukts und des Verbraucherpreisindizes am Freitag liefern.

HUF

EUR HUF  (329,20)
Der ungarische Forint konnte sich das verbesserte Risikosentiment nicht zu nutzen machen und wertet den dritten Tag infolge ab. Obwohl Marktteilnehmer von keiner Veränderung des Zinsniveaus bei dem heutigen Treffen der ungarischen Zentralbank ausgehen, könnte die Bestätigung dieser Annahme zu leichten Erholungsversuchen des Forint führen. Insbesondere, solange sich die Währungshüter nicht allzu pessimistisch bezüglich der heimischen Wirtschaftsentwicklungen zeigen. Eine weiterer Schwächeanfall könnte zu Bewegungen in Richtung 330,00 und 331,00 führen, wobei an der Unterseite 327,90 verhindert, dass sich Potenzial bis 326,00 entfalten kann.

CZK

EUR CZK  (25,800)
Die Kommentare des US-amerikanischen Präsidenten schienen den negativen deutschen Konjunkturausblick komplett negiert zu haben und führen zu einer deutlichen Aufwertung der Krone. Marktteilnehmer interpretierten die Präferenz des Vizepräsidenten der tschechischen Zentralbank, Tomas Nidetzsky, das Zinsniveau über das gesamte nächste Jahr konstant zu halten, als positiv für die Krone. Wie sehr die zentraleuropäische Währung davon profitieren wird, bleibt weiterhin offen. Nachhaltige Aufwärtsbewegungen könnten durch die anhaltende Schwäche in der deutschen Industrie und der Verschlechterung im Automobilsektor limitiert werden.


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