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Wöchentliche Marktberichte

Aug 13, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schnelle Neuwahlen in Italien nicht sicher

USD

EUR USD (1,1190)
Ökonomische Daten scheren die Marktteilnehmer derzeit wenig. Und ein leerer Datenkalender wie der vom gestrigen Montag wäre erst recht nicht für Volatilität im Euro gut gewesen. Dennoch gab es etwas Bewegung, aber aus anderen Gründen. Zunächst übernahmen die Euro-Pessimisten das Ruder, nicht zuletzt wegen der drohenden Neuwahlen in Italien. Allerdings stellte sich dann im Laufe des Tages heraus, dass sich der Chef der Lega Nord, Matteo Salvini, mit seinen Plänen für eine vorgezogene Neuwahl verrechnet haben könnte. Denn es scheint fraglich, ob Salvini überhaupt die notwendige Mehrheit für ein Misstrauensvotum im Parlament erreicht. Denn, abgesehen vom bisherigen Koalitionspartner, der Fünf-Sterne-Bewegung, wandte sich auch Matteo Renzi, der frühere Parteichef der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), gegen eine Neuwahl. Letztlich vor dem Hintergrund, dass vorgezogene Neuwahlen mitten in die Verhandlungen mit der EU über den italienischen Haushalt für das Jahr 2020 fallen würden. Kurzum: Nach der vormittäglichen Schwäche des Euro bis zur ersten Unterstützung bei 1,1160 übernahmen die Euro-Bullen wieder das Ruder. Auch die Renditen italienischer Staatsanleihen bildeten sich nach dem deutlichen Anstieg vom Freitag wieder etwas zurück.

Dafür rückten der US-chinesische Handelskonflikt und das Devisen-Interventionsthema wieder ins Zentrum des Interesses bei den Marktteilnehmern. Aber auch die anhaltenden Proteste in Hongkong und der Absturz des argentinischen Peso sorgten für eine verstärkte Risikoaversion der Akteure. Die Aktienmärkte gaben nach, und die Renditen der US-Staatsanleihen schwächten sich ebenfalls ab; die typischen Fluchtwährungen Schweizerfranken und Yen waren zeitweise wieder einmal gut nachgefragt. Und dies, obwohl Chinas Wechselkursaufseher, Pan Gongsheng, angesichts des jüngsten Verfalls der chinesischen Währung, dem Yuan, gestern nach Ansicht hiesiger Medien eine stabile Landeswährung in Aussicht gestellt hatte. Folgt man jedoch dem Bericht der chinesischen Mediengruppe Caixin in der englischen Übersetzung, wird der stellvertretende Zentralbankchef so zitiert, dass der Handelskrieg den Yuan nicht in eine ungeordnete Abwertung stürzen werde. Womit eine kontrollierte Abwertung offensichtlich nicht ausgeschlossen wird. Und das ist genau das, was wir seit einer Woche bei der Entwicklung des Yuan-Wechselkurses gegenüber dem Dollar feststellen können: eine Abwertung von nicht einmal 0,3 Prozent. Also eine Größenordnung, an die sich die Devisenmärkte gewöhnen werden.

Der gestrige zeitweise Rücksetzer des Euro und die darauffolgende Erholung gegenüber dem Dollar haben die Gemeinschaftswährung allerdings ein wenig gestärkt. Gut möglich, dass angesichts der für heute anstehenden Publizierung der US-Konsumentenpreisindices etwas mehr Bewegung in die nach wie vor gültige Seitwärtsbewegung zwischen 1,1100/05 und 1,1365/70 (bzw. 1,1410) hineinkommt. Nach wie vor bleibt die Chance für einen Test der Obergrenze etwas höher als die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls zur Unterseite der Zone.

CHF

EUR CHF (1,0880)
Die bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterhaltenen Sichtguthaben sind in der Woche zum 9. August weiter gestiegen, dieses Mal um 2,8 auf 585,5 Milliarden Franken. Damit zeigt sich nun ein über die vergangenen drei Wochen stetiger Anstieg dieses Saldos, der mancherorts zu der Vermutung führt, dass die SNB im Devisenmarkt möglicherweise zugunsten des Euro interveniert. Allerdings hat dies nichts an der ebenfalls stetigen Nachfrage nach Franken als sogenannter Fluchtwährung geändert. Nicht zuletzt deswegen bleibt der Euro unter Druck und berührte gestern fast das Jahrestief. Gleichzeitig hat er das Potenzial an der Unterseite in Richtung 1,0855 bzw. 1,0800 (modifiziert). Um den kurzfristigen Abwärtstrend zu beenden und deutlichere Korrekturen einzuleiten, müsste auf der anderen Seite nun 1,0960 überschritten werden.

GBP

EUR GBP (0,9270)
Dass der Euro gegenüber dem Pfund gestern anfänglich etwas stärker als gegenüber anderen Valuten nachgegeben hat, kann durchaus mit der deutlichen Positionierung vieler Marktteilnehmer zusammenhängen. Zumindest vermitteln dies die spekulativen Short-Positionen an der Chicagoer Terminbörse (vergleiche CFTC-Statement vom vergangenen Freitag), die vor einer Woche den höchsten Stand seit April 2017 erreicht hatten. In Sachen Brexit hat es gestern zumindest keine positiven Neuigkeiten gegeben. Aber immerhin (Pfund-positiv) möchte sich der britische Premierminister Boris Johnson mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel im Rahmen des G-7-Gipfels im französischen Biarritz Ende August zu persönlichen Gesprächen treffen.
Unterdessen bleibt der Aufwärtstrend des Euro gegenüber dem britischen Pfund intakt. Allerdings besteht nur jenseits von 0,9340/45 weiteres Potenzial in Richtung 0,9455. Ansonsten bleibt die Gemeinschaftswährung anfällig für Korrekturen in Richtung 0,9160 – die Untergrenze des kurzfristigen Aufwärtstrends liegt bei 0,9090.

PLN

EUR PLN (4,3270)
Die Fortschritte des Euro gegenüber dem Zloty bleiben marginal, aber immerhin wurde gestern zum vierten Mal hintereinander gegenüber dem Vortag ein neues Hoch erreicht. Ob es noch Tage dauert, bis unser Potenzialpunkt bei 4,3350 erreicht wird? An der Unterseite liegt die erste Unterstützung erst bei 4,2970, die Trenduntergrenze bei 4,2780/90.

HUF

EUR HUF (324,10)
Nicht einmal 100 Stellen betrug gestern die Handelsspanne des Forint gegenüber dem Euro. Ohnehin bleibt Letzterer in einer Seitwärtsbewegung, deren Begrenzungen mit 321,50 und 328,80 ohnehin relativ weit gesetzt sind.

CZK

EUR CZK (25,83)
Obgleich die tschechischen Verbraucherpreise mit einem Plus von 2,9 Prozent im Juli gegenüber dem Vorjahr etwas stärker gestiegen waren als von den Ökonomen im Mittel erwartet, hat dies der Krone gestern nicht geholfen. Im Gegenteil: Der Euro befestigte sich auf 25,86 und erreichte damit fast den höchsten Kurs des Jahres. Sein Potenzial reicht ohnehin bis 25,88/89, darüber auch bis 26,00. In diesem Zusammenhang sollte 25,76 nicht mehr unterlaufen werden – die Untergrenze des kurzfristigen Aufwärtstrends liegt bei 25,69.


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