Wöchentliche Marktberichte

Jul 30, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Pfund setzt Talfahrt fort

USD

EUR USD (1,1140)
Der gestrige Tag markierte wie erwartet einen ruhigen Start in eine ereignisreiche Woche. Anspannungen bezüglich der heute beginnenden Handelsgespräche zwischen den USA und China und die morgige US-amerikanische Zinsentscheidung lassen Marktteilnehmer vorsichtig agieren. Das heutige Treffen der Handelsrepräsentanten in Shanghai stellt die erste Begegnung seit dem in Osaka (G20-Gipfel) ausgehandelten Waffenstillstand der beiden Parteien dar. Obwohl die Erwartungen auf signifikante positive Entwicklungen limitiert sind, bleibt das Ereignis eine Unsicherheit in den Märkten. Insbesondere, nachdem US-Präsident Donald Trump am Freitag verkündet hatte, das China in Betracht ziehe, ein endgültiges Handelsabkommen erst nach der Präsidentschaftswahl in den USA (2020) zu unterzeichnen. Am Mittwoch rückt die US-amerikanische Notenbank wieder in das Zentrum des Geschehens, welche den Zinssatz voraussichtlich um 25 Basispunkte senken wird. Der sogenannte „insurance-cut“ sollte als Präventivmaßnahme verstanden werden, wobei Marktteilnehmer gespannt auf eine Änderung der „forward-guidance“ warten werden. Somit scheint genau wie bei der europäischen Zinsentscheidung letzte Woche vielmehr die Pressekonferenz und die damit verbundene Haltung der Notenbank eine größere Rolle zu spielen als die tatsächliche Entscheidung über das Zinsniveau.

Am heutigen Tag könnten die Veröffentlichungen des deutschen- und US-amerikanischen Konsumentenvertrauens für erste Impulse sorgen wobei die Inflationsdaten der beiden Regionen im Zentrum stehen werden. Eine schlechter als erwartete deutsche Inflation könnte den Euro leicht unter Druck setzen und zu einem Ausbruch aus der dreitägigen Bewegungsspanne zwischen 1,1108 und 1,1150 führen.

CHF

EUR CHF (1,1045)
Nun scheint die Schweizer Zentralbank wohl genug von der Stärke der eigenen Währung zu haben und lässt auf erste Anzeichen einer Intervention am Währungsmarkt deuten. Am Montag veröffentlichte Sichteinlagen, welche von kommerziellen Banken bei der Notenbank aufbewahrt werden, erreichen 581 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg im Juli stellt das größte monatliche Wachstum seit knapp zwei Jahren dar und deutet auf eine aktive Intervention seitens der SNB, mit dem Ziel den Franken zu schwächen. Diese ersten Signale einer aktiven Schweizer Notenbank könnten den globalen Unsicherheiten und der „Safe-haven“ Funktion des Franken entgegenwirken. Marktteilnehmer sind sich dieser Annahme jedoch weiterhin nicht einig, insbesondere da die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis Ende des Jahres mit 75 Prozent notiert ist. Diese erhöhten Erwartungen einer Lockerung deuten darauf hin, dass einige Investoren der Marktintervention nicht zu trauen, den Franken nachhaltig zu schwächen.

Am gestrigen Tag scheiterte der Euro die dritte tägliche Aufwertung infolge zu verzeichnen, was das Potenzial einer Abwärtsbewegung unter das Niveau 1,1000 wieder ermöglicht. Dies wird deutlich von der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank abhängen, wobei die hohe Wahrscheinlichkeit einer Senkung die Tendenz der Franken-Stärke noch eine Weile andauern lassen könnte.

GBP

EUR GBP (0,9170)
Auch die letzten Marktteilnehmer scheinen zur Realisation gekommen zu sein, dass die Rhetorik des neuen Premierministers die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits deutlich erhöht hat. Dabei scheint der am Leben erhaltene Funken Hoffnung auf ein Last-minute Abkommen immer geringer zu werden, was das britische Pfund auf ein neues 24-monatiges Tief fallen lässt. Investoren sehen die Unsicherheiten bezüglich des Austritts Großbritanniens weiterhin als größten negativen Faktor an, welcher durch die Inkompatibilität der europäischen- und britischen Austrittsvorstellungen getrieben wird. Ebenso scheint die Möglichkeit einer neuen Parlamentswahl, ausgerufen durch Boris Johnson, die Anspannungen in den Märkten zu erhöhen.

Investoren gehen immer mehr von einer längerfristigen Schwäche des britischen Pfunds aus (Short-Positionen auf einem zweijährigen Hoch), was die erwartete Volatilität für die nächsten drei Monate auf ein viermonatiges Hoch steigen lässt. Das weitere Marktgeschehen für diese Woche könnte von der US-amerikanischen und britischen Zinsentscheidung gesteuert werden, wobei der positive Ausbruch des EURGBP oberhalb 0,9000 Potenzial bis 0,9300 entfalten könnte (Hoch August 2017). An der Unterseite könnte 0,9100 eine zu starke Abwärtsbewegung verhindern.

PLN

EUR PLN (4,2820)
Zentraleuropäische Währungen verzeichneten einen schwachen Beginn in die neue Woche, trotz der expansiven Worte der Europäischen Zentralbank bei der Zinsentscheidung am Donnerstag. Obwohl Marktteilnehmer weitgehend von einer Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank am Mittwoch ausgehen, scheint die Sorge um eine globale Verlangsamung der Wirtschaft dennoch zu überwiegen. Dies könnte eine zu starke kurzfristige Aufwertung des Zloty limitieren, wobei die polnische Währung längerfristig von dem erhöhten Zinsdifferenzial profitieren könnte.

Die gestrige Abwertung des Zloty macht kurz vor der Barriere 4,2900 (200-1D Moving Average) halt, welche weitere Aufwärtsbewegungen limitiert. Ein durchstoßen dieses Niveaus könnte neues Potenzial in Richtung 4,3000 entfalten, wobei an der Unterseite 4,2750 verhindert, dass sich Bewegungen bis 4,2650 breitmachen.

HUF

EUR HUF (327,90)
Marktteilnehmer scheinen den globalen Richtungswechsel der Zentralbanken hin zu einer expansiven Geldpolitik nicht als Grund genug gesehen zu haben, um die Nachfrage nach dem Forint zu erhöhen. Dabei überschatten die Gründe dieser Expansionswünsche, nämlich eine schlechtere Wirtschaftsaussicht, jegliche kurzfristig gezogenen Vorteile der ungarischen Währung. Dies könnte sich diese Woche ändern, insbesondere wenn die ungarischen Löhne, Einzelhandelsumsätze und Einkaufsmanagerindizes auf eine stabile Wirtschaftslage im zentraleuropäischen Land hindeuten.

Am stärksten manifestieren sich die Sorgen um eine globale Rezession in der ungarischen Währung, welche mit der gestrigen Abwertung ein neues zehnmonatiges Tief erreicht. Potenzial bis 331,00 bleibt bestehen, wobei eine US-Zinssenkung den Forint wieder leicht stärken könnte.

CZK

EUR CZK (25,650)
Vor der US-amerikanischen und tschechischen Zinsentscheidung am Mittwoch und Donnerstag zeigt sich das Währungspaar leicht angeschlagen. Obwohl die tschechische Wirtschaft bis auf enttäuschende Einkaufsmanagerindizes noch auf keine allzu großen Schwächen aufgrund der globalen Verlangsamungserscheinungen deuten lässt, bleiben Investoren aufgrund der engen Handelsbeziehung zu Deutschland weiterhin vorsichtig. Die Unsicherheit bezüglich des längerfristigen Zinssatzes in Tschechien könnte am Donnerstag eine Aufklärung finden. Die offizielle Haltung der Zentralbank deutet weiterhin auf ein stabiles Zinsniveau, wobei Märkte langsam anfangen eine Zinssenkung bis Ende des Jahres einzupreisen. Dies wird stark von der Inflationsentwicklung und den Gegebenheiten am globalen Markt abhängen, welche das Währungspaar über das Risikosentiment deutlich beeinflussen könnten.

Die gestrige Abwertung jenseits der Barriere 25,610 könnte Potenzial bis 25,710 entfalten, wobei dieses Szenario von den beiden Zinsentscheidungen abhängen wird. Signalisiert die CNB ein konstantes Zinsniveau für den Verlauf des Jahres, könnte sich die Krone wieder leicht stärken.


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