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Wöchentliche Marktberichte

Jul 23, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Anspannungen überwiegen

USD

EUR USD (1,1190)
Anspannungen bezüglich der europäischen Zinsentscheidung am Donnerstag, lassen die Woche einen relativ ruhigen Anfang finden. Dabei konnte die letzte Woche aufgekommene Dollar-Dynamik wenig von den anhaltenden Konflikten im Nahen Osten profitieren, obwohl einige Marktteilnehmer von einer Kapitalverlagerung in sichere Anlagen rechnen, sollte die Problematik zwischen dem Iran und Großbritannien/USA eskalieren. Ausgelöst wurden die geopolitischen Probleme durch einen mutmaßlichen Abschuss einer iranischen Drohne durch die US-amerikanische Marine. Dabei scheint die Lage nah an einer Eskalation, insbesondere da die iranischen Truppen kurz darauf zwei britische Öltanker in der Straße von Hormuz in Gewahrsam genommen hatten. Diese derzeit anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten limitieren die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und scheinen gekoppelt mit der Erwartung einer geldpolitisch expansiven Europäischen Zentralbank, dem Euro jeglichen Rückenwind zu nehmen.

Eine Zinssenkung seitens der EZB am Donnerstag würde Märkte unerwartet treffen und den Euro deutlich nach unten treiben. Das wahrscheinlichste Szenario bleibt jedoch weiterhin ein bis September konstantes Zinsniveau und die Betonung der momentanen konjunkturellen Schwäche, welche die Marktteilnehmer auf die kommende expansive Geldpolitik vorbereiten sollte. Dies könnte den Euro kurzfristig aufwerten lassen, da die Erwartungen einer US-Zinssenkung in der kommenden Woche mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent notiert ist. Erste Impulse könnte das Währungspaar von den Datenveröffentlichungen vor dem Treffen der EZB erhalten, wobei die Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch) und die Veröffentlichung der Umfrage zur deutschen Konjunktur (Donnerstag) im Zentrum stehen werden.

Der EUR/USD schwankt folglich um das Niveau 1,1180/1,1200, wobei die Zinsentscheidung und die davor veröffentlichten Wirtschaftsdaten die nächste richtungsweisende Bewegung bestimmen werden. Potenzielle nachteilige Risiken bleiben für das Währungspaar weiterhin erhalten, da die EZB einen zu starken Euro in Zeiten der Exportschwäche limitieren möchte und sich somit doch für eine Zinssenkung vor September entscheiden könnte.

CHF

EUR CHF (1,1010)
Die expansiven Versprechen der Europäischen Zentralbank und Spekulationen einer neuen Phase der lockeren Geldpolitik, scheinen die Nachfrage nach dem Schweizer Franken nochmal deutlich erhöht zu haben. Kurz vor dem Treffen der EZB am Donnerstag, durchbricht dieser die Unterstützung bei 1,1057 und findet ein neues 23-monatiges Hoch. Dabei bleibt 1,1000 weiterhin zu beachten, da ein unterlaufen dieses Niveaus zu weiteren Bewegungen mit Potenzial bis 1,0660 führen könnte.

Vor dem Zentralbanktreffen könnte die Veröffentlichung des heutigen europäischen Verbrauchervertrauens erste Signale für das Währungspaar liefern, wobei die wichtigsten Leitindikatoren die Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch) und die Umfrage über die deutsche Konjunktur (Donnerstag) sein werden. Fehlende Erholung in der Datenlage wird die EZB in Ihren Wünschen einer Zinssenkung im September festigen und die nachteiligen Risiken für den EURCHF deutlich erhöhen. Dabei würde der Fokus bei einem weiteren Fall unter 1,1000 wieder auf die Schweizer Zentralbank fallen, welche sich bereit erklärt hatte, einen zu starken Franken verhindern zu wollen.

GBP

EUR GBP (0,8980)
Nach einer leichten Erholung gegen Ende der letzten Woche, tauchen die Sorgen der Investoren wieder auf und mit Ihnen, die Schwäche des britischen Pfunds. Dabei scheint der nun unmittelbare Sieg des ex-Außenministers Boris Johnson die Anspannungen bezüglich eines No-Deal Brexits zu fördern, welche derzeit jegliche Aufwärtsbewegungen der britischen Währung limitieren. Natürlich hilft es nicht, dass einige Minister Ihre Resignation verkündet haben, sollte der Kontroverse Johnson der neue Premierminister und Führer der konservativen Partei werden. Grund dafür bleibt die Bereitschaft Johnsons, Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union zu führen, wenn es sein muss auch ohne ein Handelsabkommen. Die endgültige Entscheidung des nächsten Premierministers wird heute verkündet werden, wobei Marktteilnehmer von keiner Überraschung ausgehen.

Kurzfristig könnte die weitere Abwärtsbewegung des Pfunds limitiert sein, da Verkäuferpositionen („Short-Positions“) derzeit an einem 10-monatigen Hoch stehen und Marktteilnehmer erst die Zinsentscheidung der EZB im September abwarten möchten, um neue größere Positionen aufzunehmen. Nachhaltige Bewegungen über das Niveau 0,900 werden neben der Natur des Austritts Großbritanniens auch von der taubenhaften Haltung der europäischen Notenbank abhängen, welche weitere Aufwertungen der Gemeinschaftswährung reduzieren könnte.

HUF

EUR HUF  (325,30)
Der vor dem Wochenende erlangte Vorwärtsschub des Forints konnte nicht in die neue Woche mitgenommen werden, da die Anspannung bezüglich der beiden Zinsentscheidungen der ungarischen- und europäischen Zentralbank zu große Bewegungen limitiert. Marktteilnehmer erwarten sich keine allzu signifikanten Überraschungen von den ungarischen Währungshütern, welche trotz eines erhöhten Inflationsdrucks, den Leitzins beibehalten werden. Der neuerliche Anstieg des Preisniveaus schließt eine Zinssenkung für dieses Jahr weiter aus, wobei eine Straffung der Zinsen durch den globalen Wechsel der Zentralbanken hin zu einer geldpolitischen Lockerung erschwert wird. Aufseiten der europäischen Notenbank bleibt das Baseline Szenario einer Zinssenkung im September weiterhin aufrechterhalten. Die kurzfristige Schwäche der Gemeinschaftswährung könnte nichtsdestotrotz zum Vorschein kommen und den Forint aufwerten lassen. Insbesondere, da die europäischen Währungshüter die Gelegenheit voraussichtlich nutzen werden, um die derzeitigen konjunkturellen Schwächen zu betonen und den offiziellen Startzeitpunkt der unkonventionellen Geldpolitik „Quantitative Easing“ (Anleihenkauf) preiszugeben.

Erster Anlaufpunkt eines kurzfristigen Abwärtstrends des EURHUF würde dabei das Niveau 324,00 (50-1D Moving Average) darstellen. Ein Unterlaufen dieses Niveaus könnte Potenzial bis 323,00 entfalten, welches derzeit den seit März 2019 bestehenden Aufwärtstrend des Währungspaares definiert.

PLN

EUR PLN (4,2480)
Die von der anhaltenden Anspannung in den Märkten hervorgerufene geringe Volatilität scheint dem Zloty gut zu tun, welcher den dritten Tag infolge eine Aufwertung verzeichnen konnte. Dabei scheinen Marktteilnehmer die positive Wirtschaftsaussicht Polens in solch ruhigen Zeiten als verstärktes Kaufzeichen der polnischen Währung zu sehen, welche im Juli ein 14-monatiges Hoch gegenüber dem Euro erreichen konnte. In Verbindung mit den laut Donald Trump „vielversprechenden“ Gesprächen seines Finanzministers mit chinesischen Repräsentanten am Freitag, geht der Zloty gestärkt in eine ereignisreiche Woche, welche mit der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag, ein Hoch finden wird.

Kommt es aufseiten der EZB zu den erwarteten Betonungen der schwachen Konjunktur und sinkenden Inflationserwartungen, könnte sich der Zloty in seiner Aufwärtsbewegung gestärkt sehen. Dabei bleibt der Fokus auf dem Niveau 4,2400, welches den Euro vor einem weiteren Fall schützen könnte. An der Oberseite limitiert 4,2700 weiterhin jegliche Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung.

CZK

EUR CZK  (25,540)
Regionale Währungen scheinen aufgrund der derzeit anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der geopolitischen- und geldpolitischen Lage von zu hohen Wechselkursbewegungen verschont zu bleiben. Auch die Krone bleibt aufgrund einer fehlenden Datenlage bereichsgebunden und wird deutlich von den Ereignissen in der Eurozone und den USA abhängig sein. Vor der europäischen Zinsentscheidung könnte die Volatilität noch mal an Fahrt gewinnen, wobei im Vorhinein weiterhin von bereichsgebundenen Bewegungen in der Spanne zwischen 25,500-25,600 zu rechnen ist. Diese Annahmen bleiben natürlich von der zugrunde liegenden Datenlage abhängig, insbesondere von den am Mittwoch veröffentlichten europäischen- und deutschen Einkaufsmanagerindizes und der Umfrage zur konjunkturellen Lage in Deutschland (Donnerstag).


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