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Wöchentliche Marktberichte

Jul 10, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Dollar-Stärke packt die Märkte

USD

EUR USD (1,1205)
Die seit knapp einer Woche zurückgekehrte Stärke des US-Dollars belastet den Euro und lässt das Währungspaar auf ein dreiwöchiges Tief fallen. Das Fehlen signifikanter Wirtschaftsdaten am gestrigen Tag lässt die Anspannung auf die heutigen Veröffentlichungen umso größer erscheinen und könnte die Volatilität bis zum Ende der Woche noch mal deutlich erhöhen. Im Zentrum stehen dabei das Zeugnis des FED-Präsidenten Jerome Powell vor dem Aufsichtsrat (House financial services panel), welcher für die Sicherung der finanziellen Stabilität in den USA zuständig ist. Neue Einblicke in die letzte Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank wird die Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses liefern, welche um 20:00h herausgegeben werden. Der neu gefundene Aufwärtstrend des Dollars bleibt größtenteils von diesen beiden zentralen Ereignissen abhängig, wobei sich Marktteilnehmer auf die genaue Wortwahl des FED-Präsidenten stützen werden, um die Wahrscheinlichkeiten möglicher Zinssenkungen herauszufinden. Nachdem die letzte Woche mit einem souveränen US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht endete, schraubten Investoren und Geldmärkte die Chancen eines zu raschen Aktivwerdens der FED deutlich nach unten und schließen zu diesem Zeitpunkt, eine Zinssenkung im Wert von 50 Basispunkten, fast komplett aus. Am wahrscheinlichsten bleibt somit die marginale Senkung von 25 Basispunkten, welche von Zentralbanken als „insurance cut“ getauft wurde. Diese präventive Lockerung der Zinsen sollte der Wirtschaft unter die Arme greifen und eine mögliche Rezession verhindern. Aufseiten neuer Datenveröffentlichungen für die Eurozone bleibt der Wirtschaftskalender für heute leer. Somit fällt der Blick der Investoren auf die Kernereignisse an den beiden letzten Tagen der Woche. Am Donnerstag werden die finalen deutschen Verbraucherpreisindizes und die Protokolle der letzten Zinsentscheidung der EZB veröffentlicht, wobei die Industrieproduktion (Eurozone) am Freitag, neue Aufschlüsse über die Gesundheit der Industriebranche Europas geben könnte.

Der EURUSD verzeichnet somit, geschwächt durch eine überraschend positive US-amerikanische Datenlage und einen wiederkehrenden Optimismus bezüglich der globalen Handelsbeziehungen, die fünfte tägliche Abwertung in den letzten sieben Tagen. Heutige Kursschwankungen werden von der Rede des FED-Präsidenten abhängen, wobei eine klare Verneinung einer Zinssenkung im Wert von 50-Basispunkten, die Aufwärtsimpulse des US-Dollars in Richtung 1,1170 stärken würden.

CHF

EUR CHF (1,1150)
Die leichten Aufwärtsbewegungen der Gemeinschaftswährung scheinen gestern wieder an Kraft verloren zu haben, da Investoren keine zu großen Risiken vor der Rede des Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank am Mittwoch eingehen wollen. Marktteilnehmer suchen immer noch auf eine Antwort auf die Frage, wie hoch die nächste Zinssenkung der FED ausfallen wird. Dass es auf jeden Fall zu einer Lockerung des Zinsniveaus kommen wird, darüber sind sich die Geldmärkte einig. Diese setzten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juli auf 100 Prozent, wobei Möglichkeit einer zu raschen Senkung (50 Basispunkte), nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht, mit nur 7 Prozent notiert sind (eine Woche zuvor noch bei 25 Prozent).

Obwohl sich der Euro von seinem im Juni gesetzten 22-monatigen Tief leicht erholen konnte, bleibt die Angst um eine neue Periode der lockeren Geldpolitik in der Eurozone, die größte Barriere nachhaltiger Aufwärtsbewegungen. Sowohl der lang- als auch der mittelfristige Abwärtstrend bleiben aufrechterhalten, solange der EURCHF unter dem Niveau 1,1180 notiert. Effektiv nachhaltige Bewegungen nach oben, könnten sogar erst ab 1,1200 signalisiert werden. Für diese Woche könnten die Aussagen des FED-Präsidenten und die Veröffentlichung der FOMC-Protokolle das weitere Marktgeschehen dominieren.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Inmitten der weiterhin anhaltenden politischen Unsicherheit bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union und den ebenfalls schlechteren ökonomischen Bedingungen bleibt die Schwäche des britischen Pfunds weiter aufrechterhalten. Den Höhepunkt dieser erhöhten Anspannungen findet das Währungspaar mit der gestrigen Abwertung, nachdem die Debatte zwischen den beiden Spitzenkandidaten um die Führung der konservativen Partei, auf keine versprechenden Aussichten hoffen ließ. Es scheint, als hätte sich der schlechte Nachrichtenfluss der letzten Tage aufgestaut, wobei die ebenfalls nicht gerade berauschenden Daten für die Eurozone, nur geringfügige tägliche Abwertungen des Pfunds rechtfertigten. Nun scheint jedoch immer deutlicher zu werden, in welchem Dilemma sich Großbritannien und konsequenterweise auch die britische Zentralbank befindet. Der Präsident der Bank of England, Mark Carney, kommentierte die zuletzt durchwachsenen Wirtschaftszahlen, besonders die Baubranche und die schwachen Einzelhandelsumsätze, welche den niedrigsten jährlichen Anstieg aller Zeiten verzeichneten.

Umso genauer werden Marktteilnehmer auf die heutigen Veröffentlichungen für die britische Wirtschaft blicken, wobei der Fokus am Bruttoinlandsprodukt liegen wird. Ebenfalls von Bedeutung sind die Industrieproduktion und die Produktion des verarbeitenden Gewerbes. Ein überraschend positives Ergebnis hätte die Möglichkeit, das neu gefundene Hoch bei 0,8995 wieder hinter sich zu lassen, wobei ein schwacher Nachrichtenfluss, Bewegungen in Richtung 0,9000/50 entfalten könnte.

PLN

EUR PLN (4,2550)
Die momentane Stärke des US-Dollars schwächt die osteuropäischen Währungen und gibt dem Euro zusätzlichen Rückenwind in seinen Erholungsversuchen. Dabei scheint es, als hätten Investoren die Wahrscheinlichkeiten einer zu starken Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank überschätzt und versuchen nun, diese Fehlkalkulation wieder in den Wechselkurs einzupreisen. Investoren blicken nun auf die heutige Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell und die Veröffentlichung der Protokolle des letzten US-Offenmarktausschusses, um neue Informationen über die nächste Zinsentscheidung zu erhalten.

Somit konnte die Gemeinschaftswährung, trotz einer weniger als berauschenden Datenlage, eine viertägige Aufwertung gegenüber dem Zloty vermerken und sich weiter von dem 14-monatigen Tief entfernen. Die Möglichkeit einer nachhaltigen Erholung des Euro scheint jedoch durch die strukturellen Probleme in der Eurozone und die weiterhin souveräne polnische Wirtschaft limitiert zu sein.

HUF

EUR HUF  (325,70)
Inmitten der besser als erwarteten US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten, scheint der ungarische Inflationsrückgang im Mai, die Abwärtsbewegung des Forint nochmals verstärkt zu haben. Laut dem gestern veröffentlichten Inflationsbericht der ungarischen Zentralbank (MNB), stieg das Preisniveau im Mai (auf Jahresbasis) um 3,4 Prozent an und fällt somit von dem im Vormonat gesetzten Hoch bei 3,9 Prozent ab. Dieser drastische Fall scheint Spekulationen über eine potenzielle Zinsstraffung der MBH nun komplett aus dem Fenster geworfen zu haben und lässt auf ein mittelfristig konstantes Zinsniveau hoffen. Ob sich die ungarischen Währungshüter auch längerfristig an ein Beibehalten der Leitzinsen einigen können, wird zum großen Teil von dem genauen Zeitpunkt der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank abhängen. Diese hätte eine Vergrößerung des Zinsdifferenzials (zwischen ungarischen und europäischen Staatsanleihen) zur Folge und könnte sich in einer Festigung des Forints bemerkbar machen. Folglich könnte die gestärkte ungarische Währung die Exportstärke der heimischen Ökonomie schwächen und die Zentralbank zu einem Aktivwerden treiben.

Somit gibt der leichte Rückgang des ungarischen Inflationsniveaus dem Euro einen Schub nach oben und lässt das Währungspaar an ein neues fünfwöchiges Hoch steigen. Weitere Aufwärtsbewegungen könnten von der Barriere bei 326,30 gestoppt werden, wobei ein Fall an der Unterseite von 323,70 und 321,20 leichte Unterstützung erhalten würde.

CZK

EUR CZK  (25,550)
Die Krone bleibt von der regionalen Schwäche der letzten Tage nicht unverschont und wertet den vierten Tag in Folge gegenüber dem Euro ab. Die Abwärtsbewegung wurde nur leicht durch die schlechter als erwarteten Einzelhandelsumsätze verstärkt, welche auf Jahresbasis 2,7 Prozent steigen und unter den erwarteten 5,0 Prozent liegen. Diese negative Datenlage überraschte die von Reuters befragten Ökonomen, insbesondere da die Industrieerträge im Mai (am Montag veröffentlicht) positive Signale setzten.  Leitindikatoren für die tschechische Wirtschaft deuten in dieser Woche somit auf ein gemischtes Bild und lassen Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindizes am Freitag warten. Das derzeitige Preisniveau (2,9 Prozent jährliches Wachstum), befindet sich nur knapp unter dem sechsjährigen Hoch (3 Prozent) und könnte bei einer rasanten Abnahme im Juni, wie auch bei der ungarischen Zentralbank, die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung für Erste beenden. Nachhaltige Bewegungen der Krone bleiben weiterhin von der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, gegen Ende des Monats abhängig. Entscheiden sich die europäischen Währungshüter gegen eine vorzeitige Lockerung des Zinsniveaus und verschieben diese nach hinten, würde die Krone weitaus weniger von dem dadurch entstandenen Zinsdifferential profitieren.


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