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Wöchentliche Marktberichte

Jul 09, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zentralbanken bestimmen Geschehen

USD

EUR USD (1,1215)
Marktteilnehmer verarbeiten weiterhin die am letzten Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten und Ihre Implikation für die nächste Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank. Obwohl sich die Inflationserwartungen (Break-even-Inflation) weiterhin an einem knapp dreijährigen Tief befinden, scheint der Arbeitsmarkt nach einem kurzen Fall im Mai, wieder positive Zeichen zu setzen. Somit steigen die Non-Farm Payrolls, welche von der FED als wichtiger Indikator für die Gesundheit des US-Arbeitsmarkts definiert worden ist, im Juni um 224 Tausend und mindert so jegliche Zweifel einer Verschlechterung. Die unmittelbare Implikation dieser positiven Überraschung machte sich in den impliziten Wahrscheinlichkeiten einer Zinssenkung der FED bemerkbar. Laut dem FEDWatch-Tool, scheint nun eine Senkung im Wert von 50 Basispunkten fast ausgeschlossen zu sein, wobei Marktteilnehmer nun mit einer Zinssenkung von 25 Basispunkten rechnen. Richtet man die Blicke auf den europäischen Kontinent, scheinen die Sorgen weiter anzuhalten. Die deutsche Wirtschaft, welche aufgrund Ihrer industrie- und exportlastigkeit stark von den angespannten Handelsbeziehungen betroffen war, zeigt Zeichen einer Verlangsamung auf. Diese Sorge wurde mit den enttäuschenden deutschen Werkaufträgen am Freitag erhöht, jedoch nicht komplett bestätigt, da die Industrieerträge und Exporte im Mai (gestern veröffentlicht) erneut einen leichten Anstieg verzeichnen konnten. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass sich das Investorenvertrauen in der Eurozone, gemessen am Sentix Index, auf einem vierjährigen Tief befindet und weitere Aufwärtsbewegungen des Euro dämpfen könnte.

Dominierten die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten das Marktgeschehen der letzten Woche, übernehmen nun wieder die Zentralbanken das Ruder. Den Anfang macht der Präsident der US-Notenbank (FED) Jerome Powell, welcher Aufschluss über die neuerlich erhöhten Zinssenkungswahrscheinlichkeiten geben könnte, bevor am selben Tag die Protokolle des letzten Offenmarktausschusses (FOMC) veröffentlicht werden (20:00h). Am darauffolgenden Tag werden dann die Protokolle des letzten Treffens der EZB veröffentlicht (13:30h), wobei die Verbraucherpreisindizes für Deutschland (08:00h) und die USA (14:30h) ebenfalls hohe Aufmerksamkeit genießen werden.

Die einwöchige Abwärtskorrektur des EURUSD, ausgelöst durch das positive Ergebnis des G20-Gipfels in Osaka letzten Montag, scheint weiter anzuhalten. An der Unterseite könnte die Unterstützung bei 1,1190 unmittelbare Verluste stoppen, wobei eine erneute Aufwärtsbewegung Widerstand bei 1,1270 und 1,1320 finden könnte.

CHF

EUR CHF (1,1150)
Die Spekulationen über den Anfang einer globalen Zinssenkungsperiode scheinen derzeit den größten Treiber des zentraleuropäischen Währungspaares darzustellen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich die Aufwärtsbewegung im Franken in den letzten Tagen ein wenig abgeschwächt hat, nachdem die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten die Wahrscheinlichkeit einer zu hohen Zinssenkung fast komplett erstickt hatten. Obwohl die Inflationserwartungen weiterhin an einem knapp dreijährigen Tief verharren, scheint der stabile Arbeitsmarkt, die Tür zu einer 50-Basispunkte-Reduktion zu schließen. Weitere Ausblicke in die nächste Zinsentscheidung der EZB und FED, Ende des Monats, könnten die Protokolle der beiden Zentralbanken (Mittwoch und Donnerstag), als auch die Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell liefern. Die längerfristige Stärke des Franken könnte mit der erhöhten Unsicherheit bezüglich der globalen Handelsbeziehungen und potenziellen Zinssenkungen jedoch weiterhin gerechtfertigt sein.

Um die kurzfristigen Erholungsversuche weiterzuführen, müsste der Euro die damalige Unterstützung (nun ein Widerstand) beim Niveau 1,1160 durchstoßen, wobei ein potenzieller Fall von 1,1120 limitiert werden könnte.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Allzu große Überraschungen blieben gestern aus und so verharrt das Währungspaar weiterhin auf seinem fünfmonatigen Hoch. Obwohl das Pfund derzeit von politischer Unsicherheit und einer abgeschwächten Wirtschaft nach unten gedrückt wird, scheint die ebenso fehlende Erholung in der Eurozone, einen Durchbruch oberhalb 0,8970 zu verhindern. Fokussiert man sich auf einen kurzfristigen Zeithorizont, könnten die Zentralbanken in den drei Regionen (EU,US,UK) das Marktgeschehen dirigieren, wobei kurz vor der Ablauffrist des Austritts Großbritanniens, wieder der Brexit in den Vordergrund rücken wird. Ungelöst bleibt weiterhin die Frage, wer die Führung der konservativen Partei übernehmen wird, wobei die endgültige Entscheidung zwischen Jeremy Hunt und Boris Johnson noch zwei Wochen auf sich warten lassen wird. Für diese Woche bleibt die erste Schätzung des britischen Bruttoinlandsprodukts relevant, welche zeigen wird, ob die Leitindikatoren (beispielsweise die enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes) die potenzielle Rezession richtig vorhergesagt haben.

Da die signifikanten Marktereignisse erst ab Mittwoch angesetzt sind, könnte der heutige Tag etwas ruhiger verlaufen und den EURGBP bereichsgebunden an der oberen Bewegungsspanne zwischen 0,8870 und 0,8970 verharren lassen.

PLN

EUR PLN (4,2550)
Die vor dem Wochenende eingesetzte Schwäche in der Region blieb auch gestern noch erhalten und so wertet der Zloty minimal gegenüber dem Euro ab. Somit legt die zweimonatige Abwärtsbewegung des EURPLN eine kurzfristige Pause ein, da Marktteilnehmer Ihre Erwartungen über die Höhe der nächsten US-amerikanischen Zinsentscheidung nochmals überdenken. Mit den besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, haben sich die Spekulationen über eine zu große Zinslockerung gedämpft und so bleibt eine Zinssenkung von 25 Basispunkten im Juli das wahrscheinlichste Szenario. Die dadurch ausgelöste leichte Erholung des Euro könnte Investoren dazu verleiten, die im Aufwärtstrend des Zloty erhaltenen Gewinne zu realisieren und die Abwertung der polnischen Währung zu verstärken. Allzu große Volatilitätssprünge sollte es am heutigen Tag jedoch nicht geben, insbesondere da die Anspannung auf die Protokolle der letzten FED und EZB-Treffen, gekoppelt mit der Rede von Jerome Powell, derzeit jegliches Risikosentiment dämpfen. Kurzfristig bleibt die Aufmerksamkeit auf den beiden Zentralbanken, wobei die längerfristigen Prognosen der polnischen Inflation einen hohen Stellenwert erhalten. Diese soll laut den Prognosen der polnischen Zentralbank bei 3 Prozent im Jahr 2020 ein Hoch erreichen, bevor Sie wieder abkühlt. Den Berichten zufolge, würde das Preisniveau die wichtige Marke von 3,5 Prozent somit nicht erreichen und damit keine Lockerung der Zinsen rechtfertigen. Dies könnte auch der Grund sein, wieso Währungsprognosen von Reuters den EURPLN in zwölf Monaten leicht abgeschwächt sehen.

Lenkt man die Blicke wieder auf den kurzfristigen Zeithorizont, scheint sich der Euro erneut leicht stärken zu können. Die kurzfristige Bodenbildung bleibt mit der gestrigen Aufwertung des Paares wahrscheinlich, wobei eine optimistische Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell, Bewegungen in Richtung 4,2630 entfalten könnte.

HUF

EUR HUF  (324,70)
Die überraschend positiven US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag, kamen genau rechtzeitig, um den dreimonatigen Aufwärtstrends des Paares zu retten. Erwartungen über ein zu rasches „Aktivwerden“ der FED schienen die Währungen in der Region, insbesondere den Forint, gestärkt zu haben. Nun scheinen Marktteilnehmer auf die wichtigen Datenveröffentlichungen am Mittwoch und Donnerstag zu warten, um höhere Positionen in risikoreichere Währungen einzugehen. Blickt man auf die ungarische Wirtschaft, scheint die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindizes den Höhepunkt der Woche darzustellen. Derzeit befindet sich das Preisniveau bei 3,9 Prozent, wobei Marktteilnehmer nun von einem Fall auf 3,6 Prozent ausgehen. Diese Abnahme des inflationären Drucks könnte die ungarische Zentralbank endgültig von einer Zinsstraffung abhalten, wobei das weiterhin hohe Preisniveau auch keine Lockerung der Zinsen rechtfertigen würde. Somit könnte die Normalisierung der Zinsen in Ungarn noch eine Weile auf sich warten lassen.

CZK

EUR CZK  (25,510)
Ungeachtet der besser als erwarteten tschechischen Industrieerträge, bleibt die Krone nicht von der gestrigen Schwäche in der Region verschont. Die Erträge in der Industriebranche verbessern sich im Mai um 3,2 Prozent und bleiben weiterhin resistent gegenüber den derzeit anhaltenden externen Risiken. Ob sich die Konsumentennachfrage ebenso gut schlägt, könnte mit der heutigen Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze erleuchtet werden, bevor am Donnerstag der Verbraucherpreisindex an der Tagesordnung steht.

Der nächste Meilenstein in einer mittelfristigen Erholung der Gemeinschaftswährung stellt das Niveau 25,540 dar, welches bei einem positiven Durchbruch zu Bewegungen in Richtung 25,650 (50-1D Moving Average) führen könnte.


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